3. Migrationströme

Es gibt einige verschiedene Zielorte, die die Migranten aus Afrika ansteuern.
Menschen aus den Ländern Senegal, Mauretanien, Westsahara und Marokko haben als Hauptzielort die Kanarischen Inseln, die nordwestlich von Afrika vor der Küste der genanten Länder liegen. Die Kanarischen Inseln gehören als eine von 17 autonomen Gemeinschaften zu Spanien und somit zur Europäischen Union.
Die Migranten gelangen meist mit kleinen Booten und somit unter sehr schwierigen Bedingungen auf die Inseln, da sie die Kanarenströme, welche ein Teil des Golfsstroms sind, überqueren müssen. Dieses Vorhaben führt oft zum Kentern des Bootes und somit zum Tod der Migranten. Nach Schätzungen sind in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis zum 21.August 2007 mindestens 1.260 Bootsflüchtlinge bei der Überfahrt ums Leben gekommen.

Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums 4.751. 2006 gab es einen Anstieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September erstmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden.
Dieser enorme Aufwärtstrend ist in den letzen Monaten jedoch etwas abgeschwächt.
Trotz allem sind die Zahlen immer noch sehr hoch.
Auch in die Republik Malta, welche seit dem 1. Mai 2004 zur EU gehören und Lampedusa, eine Inseln im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien, welche zu Italien gehört, sind Ziele Afrikanischer Migration. Beide Inseln haben mit ähnlichen Problemen wie die Kanarischen Inseln zu kämpfen. Die meisten Migranten kommen hierbei jedoch aus Lybien.

Als besondere Ziele der Migration sind allerdings die spanischen Exklaven Ceuta und Mellila zu nennen. Sie liegen an der Mittelmeerküste, im nördlichen Marokko.
Beide autonome, spanische Exklaven gehören politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Marokko.
Ziel der Migranten ist es, in diese beiden Städte einzudringen, um somit nach Spanien bzw. andere Länder der EU zu gelangen. Nicht nur Menschen aus Marokko, sondern auch aus deutlich weiter entfernten afrikanischen Ländern nehmen teilweise sehr weite Strecken durch die Wüste auf sich, um die Chance zu bekommen, in eine der beiden Städte einzudringen.
Beide Städte sind jedoch von drei bis sechs Meter hohen Zäunen umgeben. Hinzu kommen Bewegungsmelder, Nachtsichtgeräte und Kameras. Auch gibt es Patrouillen (die Guardia Civil), die die illegalen Einwanderer abhalten sollen. Unterstützt werden sie durch mehrere Hundertschaften der regulären spanischen Armee.
Bei den Versuchen die Zäune zu überqueren gibt es sehr oft Verletze und sogar Tote.
Generell gelangen nur sehr wenige Menschen in die Stadt. Der Rest scheitert an den Sicherheitsvorkehrungen oder wird aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht.
Ceuta und Mellila haben jedoch nicht nur das Problem der Migration zu bewältigen, beide Städte gelten als Schmuggeltore. Von Öl und Getreide bis Motoren und Pornos wird alles vom reichen Norden in den armen Süden exportiert. Umgekehrt kommen aus Afrika mengenweise Marihuana und andere Drogen. Reimportiert wurde offensichtlich auch der Sprengstoff, der für die Terroranschläge am 11. März 2004 in Madrid verwendet wurde.

Wie die Zukunft dieser beiden Städte aussieht ist noch sehr unklar. Neue Zäune und bessere Sicherheitsvorkehrungen sind geplant, aber ob diese die Menschen vom Versuch hinter die Zäune zu kommen abhalten ist sehr fraglich.
Viele sind der Ansicht, dass die Massenflucht nur verhindert werden kann, wenn Ceuta und Melilla marokkanisch werden. Allerdings sehen viele Spanier Marokko wegen der schwierigen diplomatischen Beziehungen als Bedrohung. Daher halten sie es für unvorstellbar, die Exklaven aufzugeben.

Migrationströme

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