Der Limes

Allgemeines


Limes Verlauf

Limes: lat. für Weg, Grenzweg, allg. Grenze

Bau: Beginn um 85 n. Chr., Endausbau um 260 n. Chr.

Länge: in Deutschland ca. 550km

Zweck: Kontrolleinrichtung des römischen Imperiums gegenüber Germanien

Konsistenz: anfangs einfacher Postenweg, später auch Palisaden, Gräben und Wälle, zusätzlich  mit Wachtürmen (ca. 900 und 120 Kastelle für Truppen)

-> ca 260 n. Chr. gaben die Römer den Limes auf, der Verfall allerdings dauerte an, selbst heute kann man restaurierte Teile besichtigen

Geschichte des Limes

81 – 96 Unter Kaiser Domitian wurde erstmals der Plan einer zusammenhängenden Grenzbefestigung gefasst. Noch während des Krieges gegen die germanischen Chatten (83 bis 85 n.Chr.) begannen die Römer erste Schneisen in die damals noch sehr dichten Wälder zu schlagen und legten Patrouillenwege an. Im Verlaufe des 1.Jrh. wurden die Grenzlinien im süddeutschen Raum immer mehr Richtung Nordosten vorgeschoben, um eine möglichst kurze Verbindungsstraße zwischen dem Nieder- und Mittelrhein und den Donauprovinzen zu schaffen
um 100 Bau des Limes in der Wetterau und im Odenwald (heutiges Hessen) unter Kaiser Trajan sowie Anlage erster Kastelle am Neckar und auf der schwäbischen Alb zur Absicherung der Verbindungsstaße.
um 130 Errichtung einer durchgehenden Limespalisade vor den Patrouillenwegen.
145 Kastelle am Neckar und im Odenwald werden in Stein ausgebaut.
um 155 Südlich des Main wird der Limes vorverlegt auf die Linie Miltenberg-Lorch-Aalen. Das Kastell in Aalen wird gegründet.
um 170 Ersatz der anfänglichen hölzernen Türme durch Wachtürme aus Stein.
179 Errichtung des Legionslager in Castra Regina (Regensburg)
um 200 Ausbau des Limes mit Wall und Graben in Obergermanien und Errichtung der Limesmauer in Raetien
213 Ausbau des Limestores bei Dalkingen.
ab 233 Ständige Bedrohung des Limesgebietes durch die Germanen.
242 Alamannen durchbrechen den raetischen Limes im Osten Bayerns und zerstörten die Kastelle Gunzenhausen, Kösching und Künzing.
255 Kaiser Gallienus verstärkt die Rheinarmee durch Abteilungen des britannischen Heeres und besiegt die angreifenden Germanen. Bis zum Jahre 260 schlägt Kaiser Gallienus wenigstens noch  fünfmal die Germanen zurück.
258 Die pannonischen Legionen rufen Ingenuus zum Kaiser aus. Kaiser Gallienus maschiert gegen Ingenuus mit Truppen vom Rhein.
259 / 260 Der Abmarsch der römischen Truppen vom Rhein nach Pannonien ist für die Germanen erneut das Signal zum Aufbruch und Franken und Alamannen fegen 259/60 n. Chr. die römischen Grenzwachen hinweg und stoßen über Rhein und Donau weit nach Westen und Süden vor.
260 Mit der Besetzung durch die Alamannen geht das Limesgebiet verloren.
260 / 261 Kaiser Gallienus besiegt zwar mit den rheinischen und raetischen Truppen die Alamannen bei Mailand, aber die Grenzlinie zwischen Rhein und Donau ist endgültig zerschlagen.


(übernommen von http://www.antikefan.de/staetten/deutschland/limes)

Geschichte

Geschichte

Nach Gründung der Provinz Germania Superior um 85 n.Chr. begannen die Römer in der darauf folgenden Zeit, ihre rechtsrheinischen Besetzungen durch den Limes zu sichern: Wegschneisen wurden in die Wälder geschlagen und diese mit hölzernen Türmen bewehrt, um eine lückenlose Überwachung zu gewährleisten. Jahrzehnte später folgte eine Palisade innerhalb dieser Schneise, wurden die Holztürme durch dauerhafte Steintürme ersetzt und schließlich Graben und Wall hinter der Palisade angelegt (Bild oben). Diese vier aufeinander folgenden Aufbauphasen kennzeichnen die Streckenführung des obergermanischen Limes. Rund anderthalb Jahrhunderte bestand das Limessystem, ehe Rom sich 260 n.Chr. gezwungen sah, seine rechtsrheinisch stehenden Verbände abzuziehen.

Im hessischen Teil von etwa 180 km Länge ist der Verlauf des Limes streckenweise noch sehr gut im Gelände auszumachen; so auch am Kleinkastell Holzheimer Unterwald, 10 km südlich von Gießen, wo er noch eine Höhe von 2 m erreicht. Im ehemaligen Limesgraben verläuft ein Forstweg, der die Gemarkungsgrenze zwischen Pohlheim-Holzheim und Langgöns markiert. Mit 290 qm nutzbarer Innenfläche bei einer Gesamtgröße von 20 mal 20 m zählt das Kastell Holzheimer Unterwald zu den kleinsten Vertretern. 20 bis 30 Soldaten waren hier stationiert. Ein Brunnen gewährleistete die Frischwasserversorgung im Kastellinneren. Truppenlager unterschiedlicher Größenordnungen bildeten wesentliche Bestandteile der römischen Grenzkontrolleinrichtungen. An dem nach Norden ausgreifenden Bogen des Wetteraulimes lagen zwei je 500 Mann starke Truppenverbände (Butzbach und Arnsburg), mehrere Kleinkastelle und zahlreiche Wachttürme. Die Besatzungen schirmten die fruchtbare Wetterau gegen die Germanen ab, da alte Fernverbindungen vom Mittelrhein hier über den Limes in das freie Germanien führten. Insgesamt sind in seiner letzten Ausbauphase am gesamten obergermanisch-raetischen Limes über 60 größere Kastelle, etwa 900 Wachttürme und zahlreiche kleinere Militäranlagen errichtet worden.

Varusschlacht

varusschlacht

Ca. im Jahre 9 n. Chr. versuchten die Römer unter dem Oberbefehlshaber ihre Macht

nach Norden in Germanien auszudehnen. Dabei griffen sie mit mehreren Tausend Mann die Germanen im Teutoburger Wald an.

Doch die Germanen erwiederten unter Hermann (auch Arminius genannt) den Angriff im Bündnis mit mehreren Stämmen (Cherusker, Marser, Chatten, Brukterer und Chauken) und schlugen die Römer nieder.

Daraufhin begann Varus Selbstmord und die Römer gaben ihre Bestrebungen bis auf Weiteres auf.

Die Büdnisse blieben bestehen und daher wird die Schlacht auch noch heute als großer Erfolg gefeiert.

Heute, im Jahre 2009 feiert man das Varusjahr – 2000 jähriger Geburtstrag der römischen Niederlage im Teutoburger Wald.

Der Limes als Grenzraum

Betrachtet man den Limes als Grenzraum, so muss man feststellen, dass er als solcher eine schlechte Funktion hatte.

Über die Grenzen hinweg fand nur wenig Austausch statt. Dies könnte einerseits an der verfeindeten Situation, andererseits an den verschiedenen Kulturen gelegen haben, hinzu kam die geografische Trennung, die sich meist über Flüsse oder Gebirgszüge erstreckte und somit ein Überqueren erschwerte.

So waren die Germanen in den Augen der Römer z.B. Barbaren und alles andere als zivilisiert.

Die verhärteten Fronten führten zusätzlich dazu, dass nicht, bzw. nur gering mit einander gehandelt wurde.

Daher fand auch nur kaum bis wenig sprachlicher Einfluss auf beiden Seiten statt.

Aktueller Bezug

Der Verlauf des Limes stellt die jüngste Grenzlinie in Germanien dar. Voraus ging eine 160 Jahre andauernde Eroberungsgeschichte, die in mehreren Etappen erfolgte und deren letzte Ausbauphase diese künstliche Grenze zwischen Rhein und Donau darstellt. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. stand der heutige Limesverlauf im westlichen Abschnitt, also in Rheinland-Pfalz und Hessen fest, im Süden (Baden-Württemberg und Bayern) wurde die äußerste Linie erst gut 60 Jahre später erreicht. Zum Weltkulturerbe Limes gehören zahlreiche, unterschiedlich große Kastelle, Zivilsiedlungen mit teilweise ausgedehnten Badeanlagen und Wohnbauten, aber auch Limestürme und die Grenzbefestigung selbst. Der obergermanisch-rätische Limes vom Rhein bis zum Rotenbachtal, westlich von Schwäbisch Gmünd, besitzt Wall und Graben, möglicherweise bildet die hölzerne Palisade eine erste Grenzbefestigung.

Vom Rotenbachtal bis zur Donau bei Eining war eine durchgehende Steinmauer die letzte Ausbauphase. Zahlreiche römische Ruinen entlang des obergermanisch rätischen Limes sind in den letzten Jahrzehnten ausgegraben, restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie sind heute teilweise restauriert im Gelände, teilweise unter Schutzbauten, langfristig gesichert.

Der Limes als Weltkulturerbe

Die historische Bedeutung

limes02Der Limes ist ein eindrucksvolles technisches Denkmal. Er stellt insbesondere durch seinen in weiten Teilen schnurgeraden Verlauf den Prototyp einer willkürlich gezogenen Grenzlinie dar. Für die Errichtung kamen ausgereifte Planungs- und Vermessungstechniken ebenso zum Einsatz, wie große Finanz- und Personalmittel. Mit seinen Kastellen, den zugehörigen Zivilsiedlungen, der Kette unterschiedlicher Wachtposten sowie den Markierungen an der eigentlichen Grenzlinie weist der Limes eine Fülle archäologischer Stätten auf, die einen authentischen Einblick in die Antike erlauben. Er ist das Sinnbild der Römischen Epoche Europas.

Die Tatsache, dass große Teile des Limes für den Betrachter unsichtbar im Erdboden verborgen liegen, unterscheidet das Welterbes Limes von anderen Welterbestätten, wie dem Kölner Dom, der Altstadt von Bamberg oder der Völklinger Hütte. Die Welterbekonvention der Vereinten Nationen ist jedoch in erster Linie zum Schutz der Denkmale geschaffen worden und stellt keinen Tourismusführer zu den schönsten Plätzen der Menschheit dar. Mit gutem Grund wurde daher beispielsweise bereits im Jahr 1995 auch die Fossil-Lagerstätte Grube Messel in die Liste des Welterbes aufgenommen.




Die Aufnahme

Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat im Juli 2005 in Durban (Südafrika) die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes als Teil des neuen Welterbes „Grenzen des römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten beschlossen. Der UNESCO-Antrag war gemeinsam von den Ländern Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erarbeitet und eingereicht worden.

Hintergrund

Die Auszeichnung des Limes als Welterbe unterstützt zunächst die Landesämter für Denkmalpflege bei ihrer täglichen Arbeit. Das Prädikat erhöht die Sensibilität der Anwohner wie der öffentlichen Stellen für die Verletzbarkeit der antiken Grenzanlagen, denn mancher Limesabschnitt und auch einige Kastelle wurden bis in die jüngste Vergangenheit hinein durch Neubauvorhaben unwiederbringlich zerstört. Was am Welterbe Limes einerseits erstrebenswert ist und was andererseits dem Denkmal schadet, beschreibt nun ein Management Plan, der dem Weltkulturerbe Antrag beigegeben war. Auf Grundlages dieses Management Plans erarbeiten gegenwärtig die vier beteiligten Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalzspezifische “Limes-Entwicklungspläne”. In Zusammenarbeit mit den Kreisen und Kommunen vor Ort, werden detaillierte Konzepte erarbeitet,  was erforscht, wie geschützt und wo (besser) präsentiert werden soll.

Am Beispiel Limes kann ganz generell gezeigt werden, welche Möglichkeiten und welchen Stellenwert die Archäologie in Deutschland heute besitzt. Der Limes ist insofern beispielhaft für alle Bodendenkmale, als er allein aufgrund seiner Ausdehnung die verschiedensten Arten von Kulturlandschaften durchläuft und Gefährdungen jeder Art ausgesetzt ist. Probleme und Gefahren, denen der Limes ausgesetzt ist, betreffen auch alle anderen Arten archäologischer Stätten.
Aber das Weltkulturerbe ist auch von Bedeutung für die zukünftige wissenschaftliche Erforschung und den Tourismus an der Römischen Grenze. Gut einhundert Jahre nach den systematischen Untersuchungen der Reichs-Limeskommission (1892-1939) erbrachte das neuerliche Studium aller verfügbaren Quellen im Rahmen der Vorarbeiten zum Welterbe-Antrag zum Teil erstaunliche Ergebnisse, die selbst das bekannte „Schulbuchwissen“ zum Obergermanisch-Raetischen Limes z.T. korrigieren. Mit gezielten Forschungen wird man die nun aufgeworfenen Fragen zum Aussehen, der Funktion und der Datierung der antiken Grenze beantworten müssen. Seit mehreren Jahren erfreuen sich bereits die Museen und Denkmale entlang der Strecke zwischen Rhein und Donau eines stetig wachsenden Besucherinteresses. Dies ist das Verdienst des Vereins Deutsche Limes-Straße, einer Touristikroute in der sich die wichtigsten Städte, Gemeinden und Kreise entlang der Grenzlinie zusammengefunden haben.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Limes_(Grenzwall)

http://www.limes-in-deutschland.de/projekt.html

http://www.antikefan.de/staetten/deutschland/limes/limes.html

http://www.denkmalpflege-hessen.de/Archaeologie/Welterbe_Limes_in_Hessen/Limes/limes.html

http://www.limesturm.com/

http://www.varusschlacht2009.de/

Korea

 Grenzen dieser Welt – Region Nord-/Südkorea

1.) Geschichte/Entwicklung der Grenzregion

 

Groß-Korea wird Kolonie Japans anfangs des 20 Jh.

Nach dem Russisch-Japanischen Krieg in den Jahren 1904/1905 hatte sich Japan endgültig als dominante Kraft in Ostasien etabliert und das damalige noch betitelte Groß-Korea wurde am 17. November 1905 ein Protektorat Japans. Am 22. August 1910 erzwang die japanische Regierung den Rücktritt des koreanischen Kaisers Sunjong, nachdem der für Japan bedeutende Fürst Ito Hirobumi am 26. Oktober 1909 von einem koreanischen Nationalisten ermordet worden war. Korea wurde als Konsequenz offiziell als Kolonie unter dem Namen Chōsen in das Japanische Kaiserreich eingegliedert. Neben einem großen Aufgebot an Militärpolizei stationierte Japan auch eine Division ihrer Armee, 1915 wurde die Militärpräsenz um eine weitere verstärkt.

Gleichzeitig wurde Chōsen von Grund auf von den Japanern wirtschaftlich und gesellschaftlich modernisiert. Dieses ging aber gleichzeitig mit einer teilweise sehr starken Entrechtung und der Unterdrückung der dortigen Kultur einher. So wurden beispielsweise die Infrastruktur modernisiert und ausgebaut, welche aber teilweise auf dafür enteigneten Grund verliefen.

Am 1. März 1919 kam es erstmals aufgrund der japanischen Kolonialpolitik (Folter und Menschenrechtsverletzungen) zu Demonstrationen seitens der Koreaner. Dies wird heute Bewegung des ersten März genannt. Der Protest wurde gewalttätig niedergeschlagen, woraufhin sich am 11. April 1919 eine Exilregierung in China gründete. In Chōsen wurde allerdings als Folge des Aufstandes die Strenge der Kolonialpolitik entschärft. Insgesamt versuchte Japan in der Periode von 1910 bis 1937 Korea „gewaltlos“ für sich zu gewinnen.

Ab 1937 wurden die meisten dieser milden Regelungen mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs aufgehoben, da die japanische Regierung den Wunsch hegte in seiner Kolonie landestypische Denkweisen und seine Kultur einzuführen. Diese Periode von 1937 bis 1945 kann daher als Unterdrückend angesehen werden, zumal sich Japan in dieser Zeit mehrerer Kriegsverbrechen schuldig machte. Schon kurz vor Kriegseintritt Russlands gegen Japan Anfang August 1945 bereitete die japanische Verwaltung die Übergabe der längerfristig nicht haltbaren Kolonie an die Koreaner vor, welche eine sogenannte Koreanische Volksregierung bilden sollten.

Korea Anfang des 20. Jh.

Korea Anfang des 20. Jh.

Das Ende der japanischen Herrschaft und die Separation Chosens

Nachdem 1945 durch die Kapitulation Japans der Zweite Weltkrieg sein Ende genommen hatte, wurde die Provinz Chosen von den Siegermächten entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufgeteilt, welches bereits der von den Alliierten geführten Konferenz von Jalta 1945 entsprach. Zudem führten die Alliierten die Entwaffnung und den Abzug der japanischen Soldaten aus der Provinz durch. Der südliche Teil Chosens wurde von US-amerikanischen Truppen besetzt, der nördliche Teil kam unter Kontrolle der Roten Armee.

Ursprünglich sollte die Verwaltung des Landes bis zur Bildung einer gesamtkoreanischen Regierung von den USA und der Sowjetunion übernommen werden. Allerdings wurde dieses Ziel nie erreicht, es wurde in beiden Regionen vermutlich aus geopolitischen Hintergründen der Aufbau einer Militärregierung gefördert und errichtet. 1947 beschloss dann die Generalversammlung der Vereinten Nationen im nördlichen sowie im südlichen teil des Landes wahlen abzuhalten; das Vorhaben scheiterte jedoch an der Ablehnung seitens der Sowjetunion. Daher fanden die Wahlen im Mai 1948 nur im Süden statt. Daraufhin folgte am 15. August 1948 die Staatsgründung der Republik Korea. Wie auch das in Pjöngjang gegründete Nordkorea sah man sich als einzige rechtmäßige Regierung der gesamten koreanischen Halbinsel und kündigte an, darum auch kämpfen zu wollen.

Mitte des Jahres 1949 waren Russen und Amerikaner aus Korea abgezogen. Nordkorea gelang es mit Hilfe der Sowjetunion und Chinas seine Industrie schneller aufzubauen als Südkorea. Dies lag daran, dass die Schwerindustrie von den Japanern während ihrer Kolonialzeit vor allem im rohstoffreicheren Norden angesiedelt wurde, im Süden dagegen wurde von Ihnen die Landwirtschaft gefördert und ausgebaut. Daher und dank der tatkräftigen Hilfe der Sowjetunion war Nordkorea auch schneller in der Lage, sich wirtschaftlich zu erholen und eine schlagkräftige Armee aufzubauen.

Der Korea-Krieg (1950-53)

Der Krieg brach am 25.Juni aus, als die nordkoreanische Armee die Demarkationslinie am 38.Breitengrad überschritt und in Südkorea einmarschierte und damit nicht nur den Staat Südkorea, sondern auch einen der Einflussbereiche der westlichen Mächte, allen voran der USA, in Asien bedrohte. Die USA engagierten sich daher sogleich im Sinne einer Konfliktlösung; am 27.Juni verabschiedete der UN-Sicherheitsrat unter Abwesenheit der Vertreter der Sowjetunion eine von den USA eingebrachte Resolution, die militärische Sanktionen in Form von UN-Streitkräften gegen Nordkorea beschloss, und drei Tage später entsandte US-Präsident Harry S.Truman amerikanische Truppen nach Korea.

Die USA stellten das weitaus größte Kontingent der UN-Truppen sowie den Oberbefehlshaber, General Douglas MacArthur, weitere 18UN-Mitgliedsstaaten schickten Kampf-, Versorgungs- und Sanitätseinheiten. Der Korea-Einsatz der UN war der erste Militäreinsatz gegen einen Aggressor in der Geschichte der UN und ihrer Vorgängerorganisation, des Völkerbundes.

Im Juni 1951, als abzusehen war, dass der Krieg in einem Stellungskrieg erstarren würde, schlug die Sowjetunion offiziell die Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen vor. Die Verhandlungen begannen am 10. Juli 1951 in Kaesong in Nordkorea und dauerten mit Unterbrechungen zwei Jahre. Beide Seiten gelangten in wesentlichen Punkten zu einer Einigung – mit Ausnahme der Frage der Rückführung der Kriegsgefangenen: Nordkorea weigerte sich, den UN-Vorschlag zu akzeptieren, wonach Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden dürften. Im Oktober 1952 wurden die Gespräche vorläufig abgebrochen und erst im April 1953 wieder weitergeführt. Wenig später verständigten sich beide Seiten in der Kriegsgefangenenfrage und vereinbarten, innerhalb von drei Monaten nach Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens Friedensgespräche auf höchster Ebene aufzunehmen; die Friedensgespräche wurden dann jedoch bis April 1954 verschoben und scheiterten schließlich.

Im Juli 1953 wurde in Panmunjom das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea geschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; außerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.
Der Krieg forderte rund drei Millionen Tote und Verwundete, mehr als zwei Drittel davon Zivilbevölkerung.

Kurze Zusammenfassung der letzten “Entwicklungseckpfeiler”

Die erheblichen Schäden aus dem Koreakrieg wurden in Nordkorea durch eine harte Politik der Zwangsarbeit bis 1960 beseitigt und die Landesentwicklung in Angriff genommen. Gleichzeitig wandte sich die Führung Nordkoreas gegen die sowjetische Bevormundung und betonte den nationalen Charakter der koreanischen Revolution.

Während der Streit zwischen der UdSSR und China stärker wurde, versuchte Korea, sich taktisch noch mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. In den sechziger Jahren lag die Betonung auf dem Wachstum der Schwerindustrie. Die Produktion von Konsumgütern und der allgemeine Lebensstandard hinkten aber hinterher. Später in den sechziger Jahren entwickelte Nordkorea eine besonders aggressive Haltung dem Süden gegenüber: Eine Gruppe von Attentätern versuchte, den südkoreanischen Präsidenten Park Chung Hee zu töten. 1968 wurde die Pueblo, ein Schiff der Vereinigten Staaten zur Nachrichtenbeschaffung, von koreanischen Kanonenbooten aufgebracht und die Mannschaft unter extrem harten Bedingungen ein Jahr lang festgehalten. Die Guerillaüberfälle auf den Süden blieben ohne große Wirkung.

Im April 1969 wurde ein Aufklärungsflugzeug der Vereinigten Staaten abgeschossen. Anstatt den Süden zu schwächen, riefen diese Ereignisse aber eher verstärkte Verteidigungsbereitschaft und vor allem die Bildung einer härteren politischen Ordnung im Süden hervor. In den siebziger Jahren führten geheime Unterredungen mit südlichen Funktionären zu der gemeinsamen Erklärung vom 4. Juli 1972, in der beide Seiten versicherten, einen Dialog im Hinblick auf die Vereinigung zu führen. Bis zum Frühjahr 1973 ist dieser Versuch jedoch gescheitert. Auch in den achtziger Jahren gab es vereinzelte Diskussionen über eine Vereinigung. 1995 half Südkorea Nordkorea während seiner Hungersnot mit wertvollen Nahrungslieferungen. Erstmals seit 25 Jahren fanden im März 1997 Friedensgespräche zwischen Nord- und Südkorea statt, die sich offiziell immer noch im Kriegszustand befinden.

 

 

2.) Die DMZ/MDL

 

 

Allgemeines

Die DMZ (Demilitarisierte Zone) und die MDL (Militärische Demarkationslinie) teilen das ehemalige Korea in Nordkorea und Südkorea auf.

Die Grenzziehung erfolgte 1953 nach dem Jahre andauernden Korea-Krieg, festgelegt in dem Waffenstillstandsvertrag, und ist bis heute das Symbol politideologischer Differenzen zwischen der USA und der ehemaligen Sowjetunion.

Die DMZ läuft von West-Südwest nach Ost-Nordost quer über die Halbinsel und ist 248 km lang und 4km breit.

Die DMZ wird von der aus Vertretern beider Seiten bestehenden Waffenstillstandskommission MAC verwaltet. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.

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Konflikte innerhalb der DMZ:

Bisher kam es zu wenigen direkten Konflikten in der Demilitarisierten Zone, der einzige als ernst geltende Konflikt war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden.

Allerdings wurden im Zeitraum von 1974 bis 1990 insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Zudem gibt es Vermutungen, dass es weitere Tunneleinheiten geben soll.

 

 

Auswirkungen auf die aktuelle Situation in beiden Staaten anhand Statistiken

Zusammensetzung der 3 Wirtschaftssektoren

Nordkorea:

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungssektor
23.3% 43.1% 33.6%

Südkorea:

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungssektor
3% 39.5% 57.6%

Elektrizitätsverbrauch

Nordkorea:  18.18 Millionen  kWh

Südkorea:  440 Millionen kWh

Korea by Night

 

 Quellen:    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/1945/412279/

                          http://themen.t-online.de/news/korea-konflikt

                http://de.wikipedia.org/wiki/Südkorea#Geschichte

                http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea#Geschichte

 

 

 

Kaukasus

Grenzregionen im Kaukasusgebiet

Gliederung:

  • Einleitung
  • Geschichte ab 1700
  • Kaukasuskonflikt 2008:
    – Hintergründe:
    – Auflösung der Sowjetunion
    – Geopolitischer Hintergrund
    – Kriegsverlauf
    – Kriegsfolgen
    – Standpunkte der Konfliktparteien

Einleitung

Es scheint, als könne Georgien nicht zur Ruhe kommen. Zwar ist die Situation in Georgien blitzschnell eskaliert, doch der Konflikt hat eine lange Geschichte. Südossetien und Abchasien wollen die Unabhängigkeit. Und mit Russland, Georgiens größter Rivale, haben die Regionen einen mächtigen Verbündeten. Die Geschichte Georgiens ist eine Geschichte des Widerstandes und der Gewalt, eine Geschichte von gewaltsamen und kriegerischen Konflikten. Obwohl Georgien kaum größer als Bayern ist, wird das Land an vielen Fronten aufgerieben.

Geschichte von 1700 – 1900 (Kaukasus)

1770 betraten die Russen erstmals das kaukasische Gebiet. Während der bereits 1783 unter persischer Oberhoheit stehende christliche Fürst Iraklis II. von Georgien russischer Vasall geworden war, fiel unter dessen Nachfolger Georg III. Georgien an Russland und wurde 1801 ein russisches Gouvernement. 1802 erwarben die Russen Ossetien, 1803 Lesghien und in den anschließenden Kämpfen mit den Persern (1804 bis 1813) verloren diese den größten Teil ihrer kaukasischen Besitzungen.

Fast das gesamte Transkaukasien war nun russisches Gebiet geworden, jedoch gab es noch einige nicht unterworfene Bergvölker wie die Gorzen gegen die erst 1816 der Kampf aufgenommen wurde. Die Russen wollten die Bergvölker isolieren, deshalb legte man zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer eine Reihe von Kosaken bevölkerte Siedlungen an, die befestigt wurden. In der Folge besetzten die Russen weitere Gebiete im Kaukasus und verwüsteten Tschetschenien

Während der späteren Kämpfe gegen Persien (ab 1826; Frieden am 22.Februar 1828) und dem Russisch-Osmanischen Krieg (1828-1829) konnte sich Russland weitere Gebiete im Kaukasus aneignen und so seine Stellung festigen.

Erste Unabhängigkeitsbewegungen gab es ab 1835 unter Imam Schamil, welcher die Lehre des Muridismus predigte und viele Anhänger unter den Bergvölker fand. Die Russen begannen erst 1839 ernsthaft gegen die Bergvölker vorzugehen. Russland gelang es zwar Schamil und dessen Streiter mehrmals zurückzudrängen, doch war der Muridismus noch nicht niedergeschlagen. Schon nach kurzer Zeit erhoben sich Bergvölker erneut, so dass die Russen mehrere Jahre über keine dauerhaften Erfolge erreichen konnten. 1843 eroberte Schamil gar Awarien und das Land am Koi-su nebst neun russischen Forts.

Nach Beendigung des Krimkriegs zu gunsten Russlands, in dessen Verlauf (1853 bis 1856) es zu Kampfhandlungen auf dem kaukasischen Kriegsschauplatz zwischen Russland und dem Osmanischen Reich kam, versuchte Schamil gegen Wladikawkas zu marschieren um den Aufstand in den Zentralkaukasus zu bringen. Doch wurde er von General Mischtschenko zurück getrieben. Während der darauffolgenden Monate gelang es russischen Generälen den Osten des Kaukasus für sich zu gewinnen, man konnte sich nun nach Westen wenden. Die Operationen hier dauerten zwischen dem Frühjahr 1864 und 1865 und endeten mit der Unterwerfung der Tscherkessen.

Die antimuslimische Politik der folgenden Jahre führte dann dazu, dass viele muslimische Abchasier in das Osmanische Reich auswanderten. Der genaue Ablauf der Migrationsbewegungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist bis heute nicht geklärt, aber zugleich ein Streitpunkt zwischen Georgiern und Abchasiern und ihrer jeweiligen, von nationalen Interessen mitbestimmten Geschichtsschreibung. Nach der endgültigen Niederlage der nordkaukasischen Völker in Abchasien im Jahre 1865 wurden rund 400.000 abchasische Muslime ihrer Heimat verwiesen und suchten Zuflucht im Osmanischen Reich, dessen amtierender Sultan ein abchasischer Mischling war. Trotz des Willens des Sultans, den Opfern der Vertreibung zu helfen, starben bis zum Ende der Neuansiedelung der Vertriebenen etwa 200.000 Abchasen an Hunger, Krankheiten, Entkräftung und untergegangenen, oft überfüllten Flüchtlingsschiffen. In manchen Auffanglagern zählte man eine Sterberate von über 50 %, so auch in der türkischen Hafenstadt Trabzon.

Auch wenn die Russen in der Folge ihre Herrschaft befestigten, so brauchte es stets nur eines kleinen Anstoßes, um die alten Unabhängigkeitsbestrebungen der kaukasischen Völkerschaften wieder aufleben zu lassen. Einen solchen Anstoß bot der Russisch-Türkische Krieg 1877 bis 1878. Türkischen Hetzrednern war es ein leichtes, Unruhen unter den Tschetschenen, in Abchasien und in Dagestan anzuzetteln. Nur durch die Besetzung der Pässe, die aus Abchasien zu den Siedlungen der Tschetschenen führten gelang es den Russen, einen allgemeinen Aufstand der Bergvölker zu verhindern. Am 27. Juni 1877 wurden die vereinigten Türken und Abchasen bei Aschonidschir geschlagen. Die Abchasen und Tschetschenen waren damit niedergeworfen, die flüchtigen Anführer zettelten aber neue Aufstände in Dagestan an, die erst nach Zersprengung einer Bande von 6000 Mann und der Niederwerfung von 4000 Mann am 30. September und 4. Oktober unterdrückt werden konnten.

Georgien 1900 – 1991

Nach der Oktoberrevolution erklärte sich Georgienam 26. Mai 1918 unabhängig. Am 16. Februar 1921 wurde die Demokratische Republik Georgien von der Roten Armee besetzt und in die Sowjetunion eingegliedert, zunächst, von 1922-1936 als Teilgebiet der Transkaukasischen SFSR, dann, nach deren Auflösung, als Georgische SSR, die bis zum Ende der UdSSR im Jahre 1991 bestand.

Während der späten 1980er Jahre entwickelte sich eine starke georgische Unabhängigkeitsbewegung. Am 9. April 1991 erklärte sich Georgien erneut unabhängig. In Abchasien und Südossetien kam es zu Sezessionskriegen. Wegen der starken Militärpräsenz Russlands hat die georgische Regierung noch heute keine Kontrolle über weite Teile ihres Territoriums.

Abchasien 1990 – 1991

Abchasien wurde 1922 bei der Bildung der Transkaukasischen Föderativen Sowjetrepublik auf der gleichen Ebene wie der georgische Staat selbst als gleichberechtigter Bestandteil der Föderation behandelt. Abchasien und Georgienhatten im Dezember 1921 besondere Beziehungen vereinbart, einen sogenannten Kontrakt-Status, der bis 1931 galt, als Abchasien eine Autonome Republik innerhalb der Georgischen SSR wurde.

Kulturelle Rechte wurden beschnitten und Bestrebungen nach nationaler Identität als konterrevolutionär bestraft. Nach dem Verbot der abchasischen Sprache wurden die Russische und Georgische Sprachen als Amtssprache eingeführt. Den stalinistischen Säuberungen fielen auch in Georgien tausende Menschen zum Opfer.

Südossetien 1990 – 1991

Der Gebrauch der Bezeichnung „Süd-Ossetien“ hatte im 19. Jh. einen kulturell-geographischen Aspekt. Nachdem Russland die Georgische Demokratische Republik annektierte, bekam das Gebiet am 20. April 1922 einen administrativen Status. Dieses Gebiet wurde mit Territorien zusammengefasst in denen vorwiegend ethnischen Georgiern wohnten. Im Beschluss über die Bildung des Autonomiegebiets steht ausdrücklich, dass es zur Selbstbestimmung der Osseten führen soll.

In den Jahren 1918-1921 war das sogenannte Südossetien ein Bestandteil der Demokratischen Republik Georgien. In dieser kurzen Zeit des Bestehens der Demokratischen Republik Georgiens kam es zu einigen Aufständen der Südosseten gegen den georgischen Staat. Diese wurden bevorzugt unter bolschewistischer Parolen von Sowjetrussland angestiftet. Ziel war der Austritt Südossetiens aus Georgien und der Anschluss an Russland.

1920 proklamierten die Bolschewiki eine südossetische Sowjetrepublik. Der Plan einer Vereinigung „beider Ossetien“ im Einflussbereich Russlands hatte nicht funktioniert. Nach dem Einmarsch der berüchtigten 11. Armee in Georgien und der Sowjetisierung des Landes haben die Bolschewiken die ossetischen Separatisten durch ein künstlich geschaffenes Autonomiegebilde im Rahmen der Georgischen Sowjetrepublik honoriert, mit dem administrativen Sitz in Zchinwali. Am 20. April 1922 wurde es als der Südossetische Autonome Oblast ein Bezirk der Transkaukasischen SFSR, der ab 1936 der Georgischen SSR in der Sowjetunion engegliedert wurde.

Kaukasus Konflikt 2008

Karte: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caucasus-political_de.svg?uselang=de

Hintergründe/Ursachen

Auflösung der Sowietunion

Die Ursachen für den letztjährigen Konflikt im Kaukasus sind stark mit der Geschichte dieses Gebietes verankert, wie die “Geschichte ab 1700” gezeigt hat. Die Ethnien im Kaukasus unterscheiden sich stark sozial-kulturell und sozial-strukturell. Während einige Volksgruppen früh Staaten bildeten, verfügten andere nie über eine eigene Staatlichkeit. Jedoch liegen die wohl am schwersten wiegenden Gründe in der post-sowietischen Zeitgeschichte.

Schon vor dem Zerfall der Sowjetunion hatte sich Südossetien 1990 von Georgien losgesagt, nachdem es bereits 1989 eine Erweiterung seines Autonomiestatus’ zur Autonomen Republik angestrebt hatte. Noch vor der Erklärung der Unabhängigkeit Georgiens von der Sowjetunion, rief man im Herbst 1991 die Südossetische Demokratische Sowjetrepublik aus und bemühte sich um russische Anerkennung. Im darauf folgenden Bürgerkrieg kamen geschätzte 1500 Menschen ums Leben. 100.000 Südosseten flohen aus Georgien und Südossetien nach Russland, 20.000 Georgier flohen nach Georgien. In diese Auseinandersetzungen griff Russland ein, um die Kontrahenten zu trennen. Im Juni 1992 unterzeichneten Russland und Georgien ein Waffenstillstandsabkommen zur Aufstellung einer GUS-Friedenstruppe für Südossetien, für die russische, ossetische und georgische Militärs abgestellt wurden. Russland und Georgien zogen darauf ihre regulären Truppen aus Südossetien zurück.

Auch das abchasische Parlament erklärte im Juli 1992 Abchasien für einen souveränen Staat, dessen Beziehungen zu Georgien noch geklärt werden müssten, nachdem zuvor Georgien alle Verträge, die in der Sowjetzeit unterzeichnet wurden, für nichtig erklärt hatte. Georgien verabschiedete die Verfassung von 1921 wieder als Grundlage für die Staatsgründung.

Als mehrere russische Güterzüge in Abchasien gestoppt und geplündert wurden, forderte Russland die damalige georgische Regierung auf, Sicherheit und Ordnung auf georgischem Territorium, wozu auch Abchasien zählt, zu gewährleisten. Georgien erklärt den Einmarsch georgischer Truppen in Abchasien folgendermaßen: „Zu diesem Zweck wurden in Absprache mit dem damaligen Parlamentsvorsitzenden Abchasiens Wladislaw Ardsinba Einheiten der georgischen Armee nach Abchasien geschickt, um die lebenswichtigen Wege (Bahn und Straße) zu sichern.“

Am 14. August 1992 rückten georgische Einheuten in Abchasien ein. Die Abchasen eröffneten das Gegenfeuer, gleichzeitig sprach Wladislaw Ardsinba im öffentlichen Fernsehen über eine Aggression Georgiens gegen den „unabhängigen abchasischen Staat“ und rief die Abchasen auf, die Georgier mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Die abchasischen Kampftruppen hielten nicht nur stand, sie gewannen den Krieg. Unterstützt wurden sie dabei sowohl vom russischen Staat als auch von tschetschenischen Guerillas.

Nach ihrer Niederlage flohen auch die meisten ethnischen Georgier aus Abchasien, wo sie zuvor die größte Bevölkerungsgruppe gewesen waren. Zurückbleibende Georgier wurden Opfer schwerer Übergriffe durch die Abchasen und ihre Verbündeten.

Der Krieg dauerte etwas über ein Jahr, führte zu Kriegsverbrechen, vielen tausend Toten und zur Vertreibung von ca. 250.000 Georgiern, die in Abchasien gelebt hatten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hatte 1995 geschätzt, dass in der autonomen Republik rund 80.000 Abchasen, etwa 60.000 Armenier, 40.000 Russen und noch 12.000 ethnische Georgier lebten. Die meisten georgischen Flüchtlinge strandeten in Tiflis. 50.000 Flüchtlinge kehrten wieder in ihre Heimat zurück. 40.000 von ihnen wurden 1998 erneut vertrieben. Heute leben mehr als 80.000 Georgier in Abchasien, bevorzugt in der Provinz Gali, wo sie die Mehrheit der Bevölkerung bilden.

Am 14. Mai 1994 wurde nach drei vergeblichen Anläufen unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand vereinbart.

Wiederholt wurde vergeblich unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen über eine Beendigung des Konflikts verhandelt. Dabei ging es um eine Rückführung der Flüchtlinge und eine politische Lösung auf der Basis der territorialen Integrität Georgiens. Das scheiterte jedoch an der De-facto-Regierung Abchasiens, die stets auf einer völligen Unabhängigkeit beharrte und eine Rückkehr der Flüchtlinge ausschloß.

Im Oktober 2001 entbrannte der bewaffnete Konflikt zwischen georgischen Partisanen und abchasischen Sicherheitskräften in der georgisch-abchasischen Grenzregion erneut. Auf der Seite Abchasiens kämpften dabei erneut auch tschetschenische Milizen.

Unterstützer des abchasischen Friedensprozesses sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA. Im Juli 2002 wurde vom UN-Sicherheitsrat die Abchasien-Resolution verabschiedet, die einen Verbleib als autonome Republik im Staat Georgien vorsieht. Obgleich regelmäßige Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes zwischen Abchasien und Georgien stattfanden, brachten sie keinen Durchbruch.

Der georgische Präsident Micheil Saakaschwili legte im September 2004 vor der UN-Generalversammlung einen Plan vor, der unter anderem Südossetien und Abchasien wieder in Georgien eingliedern sollte. Beide abtrünnigen Gebiete lehnten den Plan ab. Nach der Errichtung eines Kontrollpunktes an der Transkaukasischen Fernstraße durch Georgien verschlechterten sich die Beziehungen deutlich. Wiederholt kam es zu Schusswechseln zwischen georgischen und südossetischen Einheiten. Ein in Moskau unterzeichnetes Waffenstillstandsabkommen vom Juli 2004 konnte die Region nicht dauerhaft befrieden.

Am 20. September 2005 beschoss die geogische Armee Zchinwali mit Mörsern. Der ehemalige Verteidigungsminister Georgiens, Irakli Okruaschwili, erklärte gegenüber Reuters, Georgien habe bereits in diesem Jahr eine Militäroperation zur Rückeroberung Südossetiens und Abchasiens geplant. Ende 2006 führten beide Seiten konkurrierende Volksabstimmungen und Präsidentschaftswahlen durch, an denen die Gegenseite nicht teilnehmen konnte. Während die Osseten nahezu einheitlich für eine Unabhängigkeit stimmten, sprachen sich die südossetischen Georgier genauso geschlossen für eine Wiedervereinigung aus. Der Europarat nannte das südossetische Referendum „unfair, unnecessary and unhelpful“, während das russische Außenministerium erklärte: „Ob man es mag oder nicht, wir haben es hier mit der freien Meinungsäußerung des Volkes von Südossetien zu tun, die durch demokratische Prozeduren zustande kam.“

Geopolitischer Hintergrund

Karte: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2008_South_Ossetia_war_de.svg?uselang


Russland im Machtkampf mit dem Westen

Für Russland gilt die Kaukasusregion als „Nahes Ausland”, in dem das Land Sicherheitsinteressen für sich reklamiert. Während es seit Jahren die Unabhängigkeitsbestrebungen in Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan bekämpft, unterstützte es schon früh die Sezessionisten in Südossetien und Abchasien finanziell, militärisch und personell, auch wenn eine formelle Anerkennung als unabhängige Staaten mit Blick auf die eigenen Minderheiten zunächst vermieden wurde. Russland bot den Südosseten kostenlose medizinische Versorgung und Schulbildung, die Einwohner konnten zudem russische Mobilfunknetze benutzen. Die Mehrheit der Südosseten (85%) und Abchasier nahm, durch die Möglichkeit der erleichterten Einbürgerung von ehemaligen Bürgern der Sowjetunion, die russische Staatsbürgerschaft an, was Moskau das Argument lieferte, es müsse im Kaukasus seine Staatsbürger schützen. Die vereinfachte Einbürgerung war zeitweilig ausgesetzt, ist aber seit 2005 wieder möglich, nachdem zuvor unter anderem von Menschenrechtsorganisationen massive Kritik am Einbürgerungsgesetz von 2002 geäußert wurde. Die Vergabe von Staatsbürgerschaften in umstrittenen Gebieten durch einen der Konfliktpartner gilt als völkerrechtlich umstritten.

    Die Vereinigten Staaten sehen Georgien als einen wichtigen Brückenkopf in der bis nach Zentralasien und Iran angrenzenden Region In den letzten Jahren haben die Vereinigten Staaten Georgien moderne Militärausrüstung zukommen lassen und in die Ausbildung georgischer Soldaten investiert. Im Zeitraum von 2003 bis 2008 hatte Georgien zudem seinen Verteidigungshaushalt von 18 auf 900 Millionen Dollar gesteigert. Darüber hinaus gibt es von mehreren NATO-Mitgliedern den Wunsch, Georgien vom Standard des IPAP (Individual Partnership Action Plan) zu MAP (Membership Action Plan) aufzuwerten, was die direkte Vorstufe des NATO-Beitritts wäre. Dies wurde am 3. April 2008 noch auf dem NATO-Gipfel in Bukarest abgelehnt, Georgien aber grundsätzlich die Möglichkeit für einen NATO-Beitritt bestätigt. Kurz nach dem NATO-Gipfel in Bukarest 2008 baute Russland die Beziehungen mit Südossetien weiter aus.

    Eine weitere Partei ist die Europäische Union, welche 2006 ein Nachbarschaftsabkommen mit Georgien unterzeichnet hat. Dem Land soll dadurch der Zugang zum europäischen Binnenmarkt erleichtert werden.

    Auf der anderen Seite sieht Russland im amerikanischen Engagement in Georgien den Versuch eines Aufbaus einer unipolaren Welt unter der Führung der USA. Solch eine Welt hält Russland für instabil und konfliktanfällig. Dementsprechend wird der Kaukasus-Konflikt als die erste militärische Aktion interpretiert, die sich gegen die „amerikanische Ausdehnungspolitik“ richten würde. Russland spricht vom Ende der „Amerikanischen Welt“.


Kriegsverlauf

Karte: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Georgienkonflikt_2008_ueberblick.png?uselang=de

Der erste Schritt bis hin zur Eskalation der Sitation war eine  am 21.April.2008 über abchasischen Gebiet abgeschossene georgische Aufklärungsdrohne.  Während Georgien ein russisches Kampfflugzeug für den Abschuss verantwortlich machte, wurde die Drohne nach russischen Angaben von abchasischen Streitkräften zerstört.

Die Tötung eines südossetischen Polizeichefs und ein Anschlag auf Dimitri Sanakojew, Chef der gegenüber Georgien loyalen „Gegenregierung“ in Südossetien, am 3. Juli 2008 führten für zwei Tage zu Granatgefechten. Die südossetische Regierung beschuldigte Georgien seine Stellungen auszubauen. Am 9. Juli drang die russische Luftwaffe mehrfach in den georgischen Luftraum ein, „um die Heißsporne in Tiflis abzukühlen“, so Moskau.                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Am 1. August wurden nach Angaben des südossetischen Präsidenten in Georgien 5000 Reservisten einberufen und mit einer allgemeinen Mobilmachung begonnen. Die südossetische Hauptstadt wurde in der Nacht zum 2. August 2008 von der georgischen Seite aus beschossen, wobei es sechs Tote gab.                                                                                                                                                  Am 5. August 2008 teilte der südossetische Gesandte, Dmitri Medojew, in Moskau mit, dass Freiwillige, überwiegend aus Nordossetien, bereits Südossetien erreicht hätten. Russische Regionen im Nordkaukasus und Vertreter der Kosaken hätten ihre Bereitschaft bekundet, Südossetien zu unterstützen.                                                                                                                                             Als Reaktion darauf verlegte Georgien zwei Tage später Panzer, Artillerie und Truppen an die Grenze. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nach georgischen Angaben 10 getötete georgische Soldaten.

Am 7. August sollen, laut georgischen Angaben, südossetische Einheiten georgische Soldaten und Dörfer in Südossetien angegriffen haben. Die georgische Seite behauptete den Verlust eines Schützenpanzers nahe Awnewi. Am Nachmittag (gegen 16 Uhr Ortszeit) sprach das südossetische Verteidigungsministerium von einem Beschuss der Stadt „durch Unbekannte“ aus Richtung georgischer Dörfer. Die in Zchinwali angesetzten Friedensgespräche kamen nicht zustande, denn die südossetische Delegation und der russische Botschafter Juri Popow erschienen nicht.

Daraufhin verkündete gegen 19:10 Uhr Ortszeit der georgische Präsident in einer Fernsehansprache die sofortige Bereitschaft seiner Regierung für Friedensgespräche jeder Art, für eine vollständige Autonomie Südossetiens und eine Generalamnestie.

Georgische Offensive

Nach dem nächtlichen Beschuss der Hauptstadt Südossetiens drang die Armee Georgiens mit Kampfpanzern und Transportpanzern in Richtung Zchinwali vor.  Trotz der südossetischen Gegenwehr kontrollierte die georgische Armee am Ende des Tages einen großen Teil der Stadt.  Laut georgischen Angaben war die Stadt um 14:30 „zu 100 Prozent unter georgischer Kontrolle“. Danach sei ein dreistündiger Waffenstillstand ausgerufen worden, damit Verwundete verpflegt werden und Flüchtlinge die Stadt verlassen konnten. Nach südossetischen und russischen Angaben wurden durch die georgische Offensive 30000 Zivilisten vertrieben. Die Zahl der getöteten südossetischen Zivilisten wurde von Russland zunächst auf über 2000 beziffert, dann auf 1400 reduziert.  Im Dezember korrigierte Russland die Anzahl auf 162.                                                                                                                                                                                                                                                             Kurze Zeit darauf gab Georgien bekannt, auch die Kontrolle über die Dörfer Znauri, Sarabuk, Khetagurov, Atoci, Kvemo Okona, Dmenisi, Muguti und Didmukha erlangt zu haben. Die südossetischen Rebellentruppen seien geflohen.


    Russisches EingreifenUm 5:30 Uhr Ortszeit durchquerte, nach georgischen Angaben, ein russischer Konvoi mit 150 Panzern den Roki-Tunnel und stieß auf der Transkaukasischen Fernstraße in Richtung Zchinwali vor. Daraufhin versuchten georgische Einheiten die Kurta-Brücke, wenige Kilometer nördlich der südossetischen Hauptstadt, zu sprengen, was aber, nach georgischen Angaben, durch den Angriff russischer Truppen um 6:00 Uhr verhindert wurde, so dass die strategisch wichtige Brücke nur beschädigt wurde und die georgischen Truppen sich zurückziehen mussten.

Russland beantragte um 8:00 Uhr eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats unter Beteiligung Georgiens, die zwei Stunden später abgehalten wurde. Die Teilnehmer konnten sich aber nicht auf einen gemeinsamen Aufruf zur Einstellung der Feindlichkeiten einigen.

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hielt sich am 8. August wegen der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking auf und machte bei seiner Rückkehr einen Zwischenstopp im Kaukasus. Putin verurteilte das georgische Vorgehen als aggressive Maßnahme, die Russland zur Vergeltung veranlasse.                                                                                                            Das offizielle Eingreifen Russlands in den Krieg um die abtrünnige georgische Region begründete die russische Regierung unter anderem mit dem Schutz der dortigen Bevölkerung und der in Abchasien vor der Gewalt der georgischen Truppen. Ministerpräsident Putin warf Georgien vor, an den Osseten Völkermord zu begehen. Nach georgischen Angaben begannen um 16:30 am Freitag russische Bombardierungen im georgischen Kernland, was von russischer Seite für diesen Zeitpunkt bestritten wurde.

Der abchasische Präsident Sergei Bagapsch berief eine Sondersitzung des nationalen Sicherheitsrats ein, der die Verlegung von Truppen an die georgische Grenze sowie die Entsendung von 1000 Kriegsfreiwilligen nach Südossetien beschloss. Bereits wenige Stunden nach der georgischen Meldung über die Einnahme der südossetischen Hauptstadt Zchinwali begann mobile russische Artillerie aus dem Gebiet um die Stadt Dschawa mit dem heftigem Beschuss vermuteter georgischer Positionen in der georgischen Enklave Kurta und von georgischen Stellungen in Zchinwali.  Die russische 58. Armee besetzte gegen 18:20 Ortszeit nördliche Teile von Zchinwali.

Rückzug der georgischen Truppen

Georgien gab am 10. August 2008 bekannt, seine Truppen aus Südossetien zurückgezogen zu haben.  Präsident Saakaschwili musste einen Besuch in der Stadt Gori mit dem französischen Außenminister Bernard Kouchner, der als Vermittler nach Georgien gereist war, aufgrund eines befürchteten russischen Luftangriffs am Abend des 11. August abbrechen.

Augenzeugenberichten und Aufnahmen zufolge war der Rückzug der georgischen Truppen eher eine Flucht unter massenweiser Zurücklassung von Kriegsgerät.Gori, Senaki, Poti und andere georgische Städte wurden ohne Gegenwehr den russischen Streitkräften überlassen. Zeitungsberichten zufolge verlief die Flucht aus Gori am Abend des 11. August in Panik und Unordnung.      Am 12. August ordnet der russische Präsident Dmitri Medwedew die Einstellung der Kampfhandlungen in Georgien an. Die Operation im Südkaukasus sei abgeschlossen, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax

    Kriegsfolgen

    EU-Friedensplan

    Georgien und Russland unterzeichneten am 15. und 16. August 2008 einen Friedensplan, den sogenannten Sechs-Punkte-Plan, für Transkaukasien, der unter anderem vorsieht, dass die russischen Friedenstruppen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, bis internationale Mechanismen vereinbart sind. Diese waren für Russland die Begründung, Soldaten in sogenannten „Pufferzonen“ solange im georgischen Kernland zu belassen, bis eine internationale Mission dieses Gebiet besetzt und damit die Konfliktparteien trennt. Russland hätte aus dieser Sicht den Sechs-Punkte-Plan streng einhalten müssen und erklärte, es würde ihn auch als Basis für eine zukünftige Resolution des UN-Sicherheitsrats sehen.

    Die Mitgliedsstaaten der NATO und der Europäischen Union drängten Russland am 19. August 2008 erneut zu einem sofortigen Abzug aus Georgien. Zuvor wurden die direkten Kontakte im NATO-Russland-Rat bis auf weiteres ausgesetzt. Außerdem wurde die Einsetzung einer NATO-Georgien-Kommission („NATO Georgia Commission“) beschlossen, die die Aufnahme Georgiens in die NATO vorbereiten helfen soll. Der russische Präsident Dmitri Medwedew gab unterdessen einen Truppenabzug bis zum 22. August bekannt.

    Am 8. September 2008 unterzeichnete Präsident Medwedew nach Verhandlungen mit dem amtierenden Ratspräsidenten der Europäischen Union Sarkozy Zusatzvereinbarungen zum Sechs-Punkte-Plan. Diese regeln den Abzug der russischen Friedenstruppen aus dem Kerngebiet Georgiens bis Mitte Oktober, internationale Kontrollmechanismen sowie Beginn und Inhalte der internationalen Gespräche über die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität in der Region.

    Die Europäische Union hat eine Garantie für den Gewaltverzicht der georgischen Seiten gegenüber Abchasien und Südossetien übernommen. Sie wird rund 300 Beobachter in der Region stationieren. Die ersten Patrouillen der EU-Mission begannen am 1. Oktober 2008, dabei traten allerdings Probleme bei der Kontrolle der Sicherheitszone um Südossetien auf. Russland hatte zuvor zugesichert, bis zum 10. Oktober alle Soldaten aus der Sicherheitszone abzuziehen. Am 8. Oktober bestätigte die georgische Seite, dass Russland alle Truppen aus den Pufferzonen um Südossetien und Abchasien abgezogen hat.

    Flüchtlingsströme aus Südossetien

    Es gibt keine genauen und von unabhängiger Seite bestätigten Berichte über die Stärke der involvierten Truppen sowie über Verluste und Opfer in der Zivilbevölkerung.                                                    Jedoch sind laut Caritas bis zum 12. August 30.000 Menschen nach Norden in russisch kontrollierte Gebiete und weitere 15.000 nach Tiflis geflüchtet.

    Wirtschaftliche Folgen

    Während die EU mit Geldern den Wiederaufbau und die Stabilisierung Georgiens anstrebte, verlor der russische Rubel an Wert. Investoren verloren aufgrund des Kaukasus-Konflikts das Vertrauen in Russland und zogen ihr Kapital ab

Standpunkte der Konfliktpartein

Nach den Worten des georgischen Generals Mamuka Kuraschwili wollte Georgien mit seinem militärischen Vorstoß die „verfassungsgemäße Ordnung“ in der abtrünnigen Region     wiederherstellen.  Ziel der georgischen Truppen sei es nicht, Zchinwali zu besetzen, sondern man wolle die „Stellungen der Separatisten zerstören“.Nach Aussage des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew beschützen die russischen Truppen die Zivilpersonen in Südossetien. Die Intervention Russlands diene unter anderem dazu, russische Staatsangehörige vor den georgischen Truppen zu schützen. Die russische Armee agiere weiterhin als Folge des Mandates, das sie von der internationalen Gemeinschaft bekommen habe, und setze so den Schutz der Friedensmission in der umstrittenen Region durch.

Die Georgier sehen vor allem eins: Eine Aggression des 100 Mal größeren Nachbarn im Norden:

tagesschau.de

Nino aus Tiflis: “Es geht nicht um Südossetien. Russland will die Kontrolle über Georgien übernehmen”

Kulturmanagerin Tamuna Gurchiani in Tiflis : “Russland hat kein Recht, Georgien anzugreifen”

Quellen :

http://www.sueddeutsche.de/politik/

http://www.tagesschau.de/ausland/

http://de.wikipedia.org/wiki/Südossetien

http://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasus-Konflikt_2008

http://de.wikipedia.org/wiki/Abchasien

http://de.wikipedia.org/wiki/Georgien#Geschichte

Innerdeutsche Grenze

Von Hendrik Alexander Mahns

Übersicht

  • Entstehung der Grenze und ihre Urheber
  • 1949 bis 1961: Die deutsch – deutsche Grenze bis zum Mauerbau
  • Mauerbau und neue Grenzanlagen: Das „Neue” ab 1961 und seine Folgen.
  • Antifaschistischer Schutzwall oder Isolation für DDR-Bürger ?
  • “Aktion Ungeziefer”: Zwangsumsiedelung von Dörfern
  • Der „Schießbefehl”
  • Rechtliche Grundlage?
  • Interventionen der Bundesrepublik Deutschland mit der DDR.
  • Fazit
  • Quellen

Einleitung – Innerdeutsche Grenze:

Mit dem Begriff der innerdeutschen Grenze ist die 1378 km lange Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik gemeint.

Der Grenzverlauf zerschneidet 32 Bahnlinien, 3 Autobahnen, 30 Bundesbahnen und etliche Landstraßen. Er existierte seit der Gründung beider deutscher Staaten 1949 ohne Unterlass bis 1989 und wurde von den Siegermächten des zweiten Weltkriegs festgesetzt.

Unterschiedliche Bezeichnungen in den beiden deutschen Staaten waren „Staatsgrenze der DDR zur Bundesrepublik“ in der DDR und die „Zonengrenze“ in der Bundesrepublik.

Westdeutschland wollte damit vor allem deutlich machen, dass es sich bei der DDR zwar gesetzlich um einen legitimierten Staat handelte, jedoch nicht aus völker- und menschenrechtlicher Hinsicht.

Somit wurde die DDR nie als souveränder Staat und damit auch nicht als Ausland bezeichnet, wenngleich ihre Funktionäre selbst dies zu gern betonten, dass dies doch der Fall sei.

In Wahrheit gab es aber nicht nur die Grenze mit Stacheldraht, der Berliner Mauer oder dem Todesstreifen entlang der Demarkationslinie (frz. Démarcation= Abgrenzung), sondern war auch die Grenze zwischen zwei völlig verschiedene Gesellschaftssystemen: dem Sozialismus und der kommunistischen SED-diktierten Planwirtschaft der DDR und der Parlamentarischen Demokratie und der Marktwirtschaft in der Bundesrepublik. Des weiteren wurden beide deutsche Staaten durch die zwei riesigen Militärblöcke getrennt: der NATO und dem Warschauer Pakt.

Doch im Folgenden wird sich der Fokus auf die deutsch- deutsche Grenze legen, bei der eine Trennung zweier Zeitabschnitte vorgenommen wird:

Zum Einen wird die Zeit von 1949 bis 1961 beleuchtet, in der es, nicht nur in Berlin, vergleichsweise einfach war in den Westen zu flüchten.Das änderte sich radikal ab 1961. Ab hier wird vor allem das Brisante betrachtet, wie beispielsweise die rechtliche Grundlage des Schießbefehls oder der Zwangsentvölkerungen. Gab es je eine für das DDR- Regime?

Entstehung der Grenze und ihre Urheber:

    Nach dem Krieg stand Deutschland den Siegermächten ohnmächtig gegenüber.Schon bald hatte sich der global- politische Gegensatz zwischen der Sowjetunion und den USA entwickelt und der „Kalte Krieg“ unter dem Konzept „Frieden durch Abschreckung“ begann.

    Die westlichen Siegermächte, besonders die USA als die Weltmacht, standen vor der Wahl, ganz Deutschland an die UdSSR zu verlieren oder die Teilung Deutschlands hin zu nehmen. Die USA wählte die Alternative, einen westdeutschen Teilstaat zu errichten. Stalin aber wollte ganz Deutschland der Sowjetrepublik einverleiben und versuchte dies, mit der „Berliner Blockade“ zu erreichen (1948/1949), doch scheiterte.

    So führte die Politik der Siegermächte nicht nur zur Gründung der Bundesrepublik, sondern auch, im selben Jahr 1949, zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, deren Regierung sich Richtung Osten wandte.

    – 1949 bis 1961: Die deutsch – deutsche Grenze bis zum Mauerbau:

    Als 1949 zwei deutsche Staaten gegründet wurden, gab es eine Trennlinie von der Lübecker Bucht südlich bis an die Elbe und schloss die früheren Länder Mecklenburg Sachsen und Thüringen ein.

    Schon seit dem Ende des 2.Weltkriegs gab es eine starke Flüchtlingsbewegung Bevölkerung aus den sowjetisch besetzten Gebieten. Alle wollten nach Westdeutschland. Und auch nach der Gründung der DDR (7.Oktober 1949) riss der Flüchtlingsstrom nicht ab, sodass die BRD schon 1949 mehr als 130000 Flüchtlinge in Notlagern unterbringen musste.

    Nach dem Arbeiteraufstand in der DDR, am 17. Juni 1953, dem eine Terror- und Verfolgungswelle des SED-Regimes folgte, flüchteten sogar 330000 Menschen von Ost nach West. Und das nur innerhalb eines Jahres.

    Für die DDR zeichnete sich langsam ein echtes Problem ab: Hatte man vorher noch die Fluchten damit erklärt, dass nur die Klassenfeinde das Land verlassen würden, war spätestens Mitte der 50er Jahre klar, dass ein solcher Bevölkerungsschwund wirtschaftlich dramatische Folgen haben würde.1957 wurde daher in der DDR neben einer Verschärfung der Kontrollen auch der Reiseverkehr beschränkt und es wurde eine neue Straftat eingeführt: Republikflucht.

    In der DDR-Bevölkerung verdichteten sich Gerüchte, dass die Grenzübergänge komplett abgeriegelt werden sollten. Bis zum Mauerbau im August 1961 stieg die Flüchtlingszahl noch einmal rasant an. Insgesamt belief sich die Zahl auf fast 2,7 Millionen Menschen, 15 % aller DDR-Bürger.

      Mauerbau und neue Grenzanlagen: Das „Neue“ ab 1961 und seine Folgen.

      – Antifaschistischer Schutzwall oder Isolation für DDR-Bürger ?

      In der DDR wurde die Verschärfung der innerdeutschen Grenze als Antifaschistischer Schutzwall im Kampf des Sozialismus über den Imperialismus der westlichen Welt proklamiert und gefeiert. Die DDR- Propaganda leistete ganze Arbeit, in dem sie verbreitete, die Bürger müssten vor dem Kapitalismus und der grausamen westlichen Welt geschützt werden.

      Heute ist klar, dass die Handlungen des DDR- Regimes ab 1957 und besonders ab 1960 mit den verschiedensten Menschenunwürdigen Grenzfallen eine aus der Hilflosigkeit vollzogener Zug der Reißleine gewesen ist.

      Nachweislich konnte man die unerlaubte Emigration von insgesamt 1/7 der DDR-Bevölkerung nach Westdeutschland nicht kompensieren, um seine eigene Wirtschaft aufzubauen und zu stärken. Gleichzeitig musste man so schnell als möglich die Abwanderung stoppen, um die eigenen qualifizierten jungen Arbeitskräfte nicht dem Aufschwung der Bundesrepublik auszuliefern.

      – „Aktion Ungeziefer“: Zwangsumsiedelung von Dörfern

      Ab 1952 begann die Volkspolizei außerdem, unter strenger Anweisung der Staatssicherheit Hunderte Dörfer und Orte zu entvölkern und zwangsumzusiedeln. Die “Aktion Ungeziefer”.

      Am 26.Mai 1952 beschloss der DDR- Minissterrat die “Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und den westlichen Besatzungszonen Deutschlands”, die einen raschen Ausbau der Grenzanlagen vorsah.

      Damit waren viele Dörfer laut des Regimes zu nah an der Grenze gelegen und zum “eigenen Schutz” der Menschen dort befahl Staatssicherheits-Cheff Wilhelm Zaisser etliche solcher Geheimoperationen, die sich jeder rechtlichen Grundlage einmal mehr entzogen. Die Häuser von über 12000 Menschen wurden abgerissen und sie sahen ihre Heimat nie wieder.

      Die meisten betroffenen Dörfer lagen zwischen Rhön und der Ostsee, dort wurden ab Mai 1952 fast unzählige Dörfer plattgewalzt.

      – Der „Schießbefehl“

      Ein unrechtmäßiger Aspekt der Grenzüberwachung seitens der DDR war der „Schießbefehl“: Grenzsoldaten wurden darin ab 1960 angewiesen, auf Flüchtlinge scharf zu schießen, obwohl es dafür moralisch- ethisch niemals, aber bis 1982 nicht einmal eine Legitimation im Gesetz der DDR gab.

      Noch vor dem Mauerbau war der Schusswaffengebrauch nur zur Notwehr und Eigenschutz der Grenzposten erlaubt und Frauen und Kinder mussten ohnehin mit Anstand behandelt werden. Nach der Errichtung der Mauer und der Grenzanlagen entlang der innerdeutschen Grenze von der Lübecker Bucht bis Thüringen wurde die Erlaubnis zu schießen von den hochrangigen DDR-Funktionären ausdrücklich ausgesprochen.

      So erklärte unter anderem später auch Erich Honecker, damals Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED 1974 dem Nationalen Verteitigungsrat:

      Es muss angestrebt werden, dass Grenzdurchbrüche überhaupt nicht zugelassen werden; (…) überall muss ein einwandfreies Schussfeld gewährleistet werden; (…) nach wie vor muss von der Schusswaffe rücksichtslos Gebrauch gemacht werden, und es sind die Genossen, die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben, zu belobigen.“

      Wegen der „Nichtrespektierung“ der Grenze, „Republikfluchts“ und damit des Verrats an der Deutschen Demokratischen Republik, hieß es als Rechtfertigung lediglich. Menschenrechte wurden hierbei missachtet und selbst im Gesetz der DDR wurde ein solcher Befehl zum Töten ausgespart. Viel mehr noch: Für das Erschiessen von Flüchtlingen wurden regelrechte „Kopfgeldprämien“ ausgezahlt.

      Doch DDR-Soldaten durften auch eigene Kameraden, die fahnenflüchtig geworden waren, erschießen. Durch das Verschleiern des Regimes, wie viele erschossen wurden, gibt es noch heute keine einheitliche Zahl der Opfer. Fest steht: An der innerdeutschen Grenze sind mindestens 500 Menschen ermordet worden, manche Quellen gehen von über 1000 aus.

      Erst 1982, was den Schießbefehl keineswegs aufbesserte, traten Regelungen in Kraft, nach denen Grenzsoldaten verbal warnen sollten, dann einen Warnschuss abgeben, ein weiteres Mal mit Schüssen drohen und dem Flüchtling gegebenenfalls ins Bein zielen sollten. Doch auch danach kamen unerklärlicherweise noch weitere Flüchtlinge durch Schusswaffen um.

      – Rechtliche Grundlage?

      Nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen hat jeder Staat das unveräußerliche Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung.Die DDR baute auf der Basis dieses Artikels ihre Verfassung auf, die 1968 durch Voksentscheid bestätigt wurde.

      Sie bestimmt den “Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes als Recht und Ehrenpflicht eines jeden Bürgers”.Das Regime präzisierte diese Formulierung 1974 dahingehend, dass deren Staatsorgane wie die Volkspolizei sich dazu verpflichten, ohne Unterlass alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Verteidigung des Staatsgebietes und dessen Unantastbarkeit zu gewährleisten.

      Nicht nur bei einer Bedrohung durch den Imperialismus, sondern auch nur, wenn es den Schutz des Arbeiter- und Bauernstaates und dessen Organisation zu sichern gilt, war eine militärische Operation durch die Gesetzgebung legitimiert.Dabei wurde zu keiner Zeit ausdrücklich begrenzt, wann welcher Fall gegeben ist und bis zu welcher Form ein Militäreinsatz z.B. An der Grenze vollzogen werden darf.

      – Interventionen der BRD mit der DDR

      Während der gesamten DDR-Existens von 1949 bis 1990 gab es seitens der Bundesrepublik nur eine deutsche Staatsbürgerschaft. So besaß ein ehemaliger DDR- Bürger bei Einreise in den Westen automatisch alle Rechte eines Westdeutschen. Die Bundesrepublik intervenierte bis zum Grundlagenvertrag 1973 kaum mit der DDR, bis diese im selbigen Jahr durch den Vetrag staatsrechtlich anerkannt wurde.

      Dennoch behielt die Bundesrepublik in mehr oder weniger starker Ausprägung das Leitbild bei, welches im Grundgesetz seit Gründung verankert war: “die Einheit des deutschen Volkes in Freiheit zu vollenden.”Der Grundlagenvertrag war das Resultat der neuen Ostpolitik seit 1969 unter Bundeskanzler Brandt gewesen und bedeutete den “Drang nach Osten”, der begleitet wurde von einer Verständigungspolitik, die noch unter Adenauer und später unter Erhard undenkbar war, da deren Bemühungen vom Mauerbau und der Isolation der DDR jäh gestoppt wurden.

      Trotz allem konnte, in Bezug auf die innerdeutsche Grenze, die Bundesrepublik lediglich ihre Empörung darüber aussprechen, mit welch radikalen Mitteln die Flucht in den Westen verhindert wurde. Gleichzeitig wollte man sich dem DDR- Regime annähern und musste abwägen, was letztenendes nützlicher für die Einheit Deutschlands war, die 1989/1990 unter Kanzler Kohl gelang.

      Fazit

      Die Geschehnisse an der, und um die innerdeutsche Grenze waren entsetzlich. Viel schlimmer ist die Zeit, das späte 20te Jahrhundert, in der man zumindest in diesen Breitengraden nicht mehr mit einer solchen kriminellen Staatsmacht wie der Staatssicherheit der DDR gerechnet hat, die viele ihrer Taten vertuscht hat und deren Verantwortliche fast nie zur Rechenschaft gezogen worden sind, da auch die gesamten Geheimunterlagen noch heute nicht alle aufgearbeitet sind.

      Im Vergleich zur Aufarbeitung in der Nachkriegszeit fällt jedoch auf, bei der Recherche im Internet oder der Lektüre in der Fachliteratur, dass es vielen Menschen ein Anliegen ist die Wahrheit einzelner Schicksale heraus zu finden. So sind schon viele Todesfälle geklärt worden. Nicht durch die Bundesregierung, die sich auf den wirtschaftlich- ökonomischen Part der Wiedervereinigung fokussieren musste, sondern durch Deutsche aus Ost und West, die trotz der heute fast 20-Jahre alten Wiedervereinigung nicht die Vergangenheit vergessen und sich nicht gegenüber dem Geschehnissen verschließen.

      Quellen

      “Schlaglichter der deutschen Geschichte”, Helmut M.Müller, 1.Auflage 2007, Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, erschienen in Zusammenarbeit mit der Brockhausredaktion

      Informationsheft zur pollitischen Bildung Nr. 258: Zeiten des Wandels, Deutschland 1961-1974, 1.Quartal 1998.

      www.wikipedia.org

      www.mdr.de

      Israelische Mauer

      Als Israelische Sperranlangen wird die 759 km Absperrung, die das israelische Kernland vom Westjordanland trennen soll, bezeichnet. Der Bau wurde 2003 eingeleitet und sollte bis ursprünglich 2005 abgeschlossen sein, wurde allerdings durch Eingaben beim Obersten Gerichtshofs Israels verzögert, sodass der Bau nach wie vor auf Fertigstellung wartet. Die Kosten belaufen sich auf schätzungsweise 180 Millionen Euro, alleine 35 Millionen sollen für die palästinensische Bevölkerung bereitgestellt werden. Bis heute wurden rund 400 Km Sperranlangen fertiggestellt und ist somit fast dreimal so lang und doppelt so hoch wie die Berliner Mauer. Zusätzlich führt parallel zu den Anlangen eine Nord-Süd-Verbindungsstraße, die auch als Patrouillenstraße bezeichtnet werden kann. Wie von der Regierung erklärt, sollen die Anlagen ausschließlich zum Schutz der eigenen Bürger vor Selbstmordattentaten. Nach Angaben der israelischen Botschaft in Berlin sind bei Selbstmordattentaten, die vom Westjordanland ausgingen, 2003 in Gebieten mit Zaun insgesamt 46 Menschen getötet und 221 verletzt worden. In Gebieten ohne Zaun seien es im gleichen Zeitraum 89 Tote und 411 Verletzte gewesen. Im ersten Halbjahr 2004 (bis einschließlich Juni) seien bei Selbstmordattentaten in Gebieten ohne Zaun 19 Menschen getötet und 102 weitere verletzt worden, während in Gebieten mit Zaun in demselben Zeitraum keine Menschen zu Tode gekommen seien. Inzwischen spricht die Allgemeine Israelische Sicherheitsbehörde Shabak von einer „signifikanten Reduzierung“ von Selbstmordanschlägen, seit mit dem Bau der Sperranlage begonnen wurde.

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      Allerdings überschreitet die Mauer an einigen Stellen die Waffenstillstandslinie (Grüne Linie) vom Ende des 6-Tage-Krieges 1967 zugunsten Israels, weshalb sowohl die Anlagen als auch die Regierung unter starker Kritik stehen und bereits vielfach zur Umkehrung des Bauprozesses aufgefordert worden, da ihre Handlung gegen dutzende UN-Resolutionen und das Völkerrecht verstoßen. Sollte die Mauer vom Norden des Westjordanlands bis nach Jerusalem fertig gestellt sein, wird Israel über 7% dieses Gebietes annektiert haben. Dies umfasst 39 Siedlungen mit rund 270.000 Bewohnener aber auch 290.000 Palästinenser, von denen etwa 70.000 keine israelischen Bürger sind. Sie haben also kein Recht auf Bewegungsfreiheit oder Sozialleistungen und das obwohl der Staat sie von ihrer Lebensbasis im Westjordanland abschneidet. Diese 70.000 Menschen werden also unter sehr schlechten Bedingungen leben müssen.

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      Eine Fortsetzung der Mauer im Süden wird weitere 3% des Westjordanlandes abziehen. Kritiker befürchten, dass die Anlagen einer künftigen Grenze eines souveränen Staates Palästina vorgreifen und Israel damit eine De-facto-Annexion palästinensischer Gebiete bezwecken könnte. Problematisch ist, dass es keine politischen Istrumente gibt um den Bau zu stoppen.

      Auch die israelische Zivilbevölkerung leistet zusammen mit Palästinensern über die 2003 gegründetet Gruppierung >Anarchists Against the Wall< gewaltfreien Widerstand.

      Quellen:

      • http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Sperranlagen_(Westjordanland)
      • http://www.marhaba.de/Die%20israelische%20Mauer.htm
      • http://www.sueddeutsche.de/politik/807/457467/text/
      • http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Israel/mauer2.html

      Türkei GAP

      Das südostanatolische Projekt – Des Problems Lösung oder Auslöser?

      Die Türkei versucht mit hohem Aufwand die schlechte Situation im Osten des Landes erheblich zu verbessern und nimmt dabei mögliche neue Konflikte mit den Nachbarländern Syrien und Irak in Kauf. Desweiteren bietet die Arbeiterpartei Kurdistans, kurz PKK, weiterhin Grund zur Sorge.

      Das Südostanatolien-Projekt, oder auch GAP [türk. Güneydoğu Anadolu Projesi], beinhaltet entlang der beiden Flüsse Euphrat und Tigris 22 Staudämme, 19 Wasserkraftwerke sowie Bewässerungsanlagen. Es bezieht sich auf neun Provinzen des Landes mit einer Gesamtgröße von über 75.000km² und stellt somit das größte regionale Entwicklungsprojekt der Türkei dar. Der Abschluss des Projektes ist für 2010 geplant.

      Staudämme an Euphrat und Tigris

      Staudämme an Euphrat und Tigris

      1. – Ursprung & Ziele des Projektes

      2. – Störfaktor PKK – Die radikale kurdische Untergrundgruppierung

      3.Konflikt mit Anrainerstaaten – Syrien & Irak befürchten Wasserknappheit

      4.Aktueller Stand sowie Auswirkungen

      5. – Quellen

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      Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise innerhalb der EU

      Von Torben Fauck

      Gliederung:

      1) Zukunftsprognose des IWF

      2) Besonders betroffenene Länder

      3) Einzelne Länder und ihre Betroffenheit

      4) Quellen

      1) Laut Meinung des IWF (Internationaler Währungsfonds), veröffentlich in seinem „World Economic Outlook 2009“, wird die Rezession sehr lange dauern und die Erholung nach der Krise wird nur sehr langsam vor sich gehen.

      Begründend legt der IWF dar, dass es sich nicht um eine „normale“ Rezession handelt, da Rezessionen die mit Finanzkrisen einhergehen dazu tendieren deutlich länger anzudauern und einen deutlich schwächeren Aufschwung haben als „normale“ Rezessionen.

      Desweiteren seien auch antizyklische Krisenbekämpfungsmaßnahmen in der aktuellen Krise „weniger wirkungsvoll als normal“. Hierzu zählen unter anderem die weit verbreiteten Konjunkturpakete, die von vielen Regierungen (u.a. auch der Bundesregierung Deutschland) angewandt wurden.

      Aus diesen Erkenntnissen folgernd kann man nun schließen, dass die derzeitige Krise länger als normal dauern wird und eine anschließende Erholung nicht allzu dynamisch vor sich gehen wird.

      2) Besonders betroffen von der Finanz- und Wirtschaftskrise sind unter anderem auch die Schwellenländer. Da die dortigen nationalen Märkte („Emerging Markets“) sehr stark abhängig von Banken anderer EU-Länder sind. Man war bisher der Meinung, dass sich diese „aufkommenden Staaten“ von der globalen Rezession abkoppeln könnten. Nun merkt man aber, dass sich der „Finanzielle Stress“ eins zu eins von den entwickelten Märkten in die „Emerging Markets“ überträgt.

      Zu den Ländern die in diese Kategorie fallen, zählen unter anderem nahezu alle osteuropäischen Eu-Staaten, die größtenteils im Mai 2004 in die EU aufgenommen wurden.

      Ihr Bankensystem wurde sehr schnell mit in die Krise gezogen, da es stark von westeuropäischen Instituten dominiert wird. Die Verbindlichkeiten Osteuropas gegenüber westeuropäischen Instituten sind die höchsten aller „Emerging Markets“.

      Hinzu kommt die Tatsache, dass in einer Finanzkrise die Kapitalströme von entwickelten in weniger entwickelte Volkswirtschaften sehr stark reduziert werden. Das treffe die Wirtschaft in diesen Regionen hart, da der Großteil der Investitionen auf ausländische Investoren zurückzuführen ist.

      Zweite besonders betroffene Länder sind die Länder, die den Euro als Zahlungsmittel haben.

      Laut Prognose des IWF wird ihre Wirtschaft um 3,2% schrumpfen. Die Wirtschaft der USA dagegen „nur“ um 2,6% und die der gesamten Welt um 0,5-1%.

      3) Fünf Mitgliedsstaaten verstießen in Folge der Finanzkrise im Dezember 2008 gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Dieser sieht vor, dass die Neuverschuldung begrenzt wird, um für einen stabilen Euro zu sorgen und Inflation zu begrenzen.

      Die Neuverschuldung darf maximal 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen und der Gesamtschuldenstand darf 60% des BIP nicht überschreiten.

      Im Februar 2009 kündigte die EU-Kommission die Einleitung von Defizitverfahren, wegen Verstoßes gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt, gegen die Euro-Länder Frankreich, Spanien, Irland, Griechenland und die Nicht-Euro-Länder Lettland und Malta an.

      Im Falle von Malta zeigte die EU die Bereitschaft das angestrebte Verfahren noch einmal zu überdenken, da Malta für das Jahr 2009 nur eine Neuverschuldung von 1,5% prognostiziert hat. Die anderen fünf Länder hingegen werden auch im Jahr 2009 über der 3% Grenze liegen.

      4)

      http://derstandard.at/?url=/?id=1234507276958%26sap=2%26_pid=12095456

      http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/470786/index.do?from=suche.extern.google.de

      http://diepresse.com/home/politik/eu/462665/index.do?from=suche.extern.google.de

      http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007

      http://www.wko.at/statistik/eu/europa-wirtschaftswachstum.pdf

      http://www.karikatur-cartoon.de/bilder/eu-rettungspaket.jpg