Der Limes als Weltkulturerbe

Die historische Bedeutung

limes02Der Limes ist ein eindrucksvolles technisches Denkmal. Er stellt insbesondere durch seinen in weiten Teilen schnurgeraden Verlauf den Prototyp einer willkürlich gezogenen Grenzlinie dar. Für die Errichtung kamen ausgereifte Planungs- und Vermessungstechniken ebenso zum Einsatz, wie große Finanz- und Personalmittel. Mit seinen Kastellen, den zugehörigen Zivilsiedlungen, der Kette unterschiedlicher Wachtposten sowie den Markierungen an der eigentlichen Grenzlinie weist der Limes eine Fülle archäologischer Stätten auf, die einen authentischen Einblick in die Antike erlauben. Er ist das Sinnbild der Römischen Epoche Europas.

Die Tatsache, dass große Teile des Limes für den Betrachter unsichtbar im Erdboden verborgen liegen, unterscheidet das Welterbes Limes von anderen Welterbestätten, wie dem Kölner Dom, der Altstadt von Bamberg oder der Völklinger Hütte. Die Welterbekonvention der Vereinten Nationen ist jedoch in erster Linie zum Schutz der Denkmale geschaffen worden und stellt keinen Tourismusführer zu den schönsten Plätzen der Menschheit dar. Mit gutem Grund wurde daher beispielsweise bereits im Jahr 1995 auch die Fossil-Lagerstätte Grube Messel in die Liste des Welterbes aufgenommen.




Die Aufnahme

Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat im Juli 2005 in Durban (Südafrika) die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes als Teil des neuen Welterbes „Grenzen des römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten beschlossen. Der UNESCO-Antrag war gemeinsam von den Ländern Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erarbeitet und eingereicht worden.

Hintergrund

Die Auszeichnung des Limes als Welterbe unterstützt zunächst die Landesämter für Denkmalpflege bei ihrer täglichen Arbeit. Das Prädikat erhöht die Sensibilität der Anwohner wie der öffentlichen Stellen für die Verletzbarkeit der antiken Grenzanlagen, denn mancher Limesabschnitt und auch einige Kastelle wurden bis in die jüngste Vergangenheit hinein durch Neubauvorhaben unwiederbringlich zerstört. Was am Welterbe Limes einerseits erstrebenswert ist und was andererseits dem Denkmal schadet, beschreibt nun ein Management Plan, der dem Weltkulturerbe Antrag beigegeben war. Auf Grundlages dieses Management Plans erarbeiten gegenwärtig die vier beteiligten Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalzspezifische “Limes-Entwicklungspläne”. In Zusammenarbeit mit den Kreisen und Kommunen vor Ort, werden detaillierte Konzepte erarbeitet,  was erforscht, wie geschützt und wo (besser) präsentiert werden soll.

Am Beispiel Limes kann ganz generell gezeigt werden, welche Möglichkeiten und welchen Stellenwert die Archäologie in Deutschland heute besitzt. Der Limes ist insofern beispielhaft für alle Bodendenkmale, als er allein aufgrund seiner Ausdehnung die verschiedensten Arten von Kulturlandschaften durchläuft und Gefährdungen jeder Art ausgesetzt ist. Probleme und Gefahren, denen der Limes ausgesetzt ist, betreffen auch alle anderen Arten archäologischer Stätten.
Aber das Weltkulturerbe ist auch von Bedeutung für die zukünftige wissenschaftliche Erforschung und den Tourismus an der Römischen Grenze. Gut einhundert Jahre nach den systematischen Untersuchungen der Reichs-Limeskommission (1892-1939) erbrachte das neuerliche Studium aller verfügbaren Quellen im Rahmen der Vorarbeiten zum Welterbe-Antrag zum Teil erstaunliche Ergebnisse, die selbst das bekannte „Schulbuchwissen“ zum Obergermanisch-Raetischen Limes z.T. korrigieren. Mit gezielten Forschungen wird man die nun aufgeworfenen Fragen zum Aussehen, der Funktion und der Datierung der antiken Grenze beantworten müssen. Seit mehreren Jahren erfreuen sich bereits die Museen und Denkmale entlang der Strecke zwischen Rhein und Donau eines stetig wachsenden Besucherinteresses. Dies ist das Verdienst des Vereins Deutsche Limes-Straße, einer Touristikroute in der sich die wichtigsten Städte, Gemeinden und Kreise entlang der Grenzlinie zusammengefunden haben.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Limes_(Grenzwall)

http://www.limes-in-deutschland.de/projekt.html

http://www.antikefan.de/staetten/deutschland/limes/limes.html

http://www.denkmalpflege-hessen.de/Archaeologie/Welterbe_Limes_in_Hessen/Limes/limes.html

http://www.limesturm.com/

http://www.varusschlacht2009.de/

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