Die aktuelle Lage

Für die meisten Tibeter haben sich die Lebensbedingungen seit 1950 deutlich verschlechtert. Auf dem Land haben die Menschen immer noch keinen Zugang zu Strom, medizinischer Versorgung oder Schulbildung. Durch die starke Umweltverschmutzung ist auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht mehr gewährleistet.
Die Internationale Juristenkommission geht davon aus, dass ca. 70% der Tibeter in Tibet unterhalb der Armutsgrenze leben.

Das „Projekt zur Linderung der Armut in Westchina” der UNO, welches dafür sorgen sollte, den Tibetern mehr Nahrung zu gewährleisten, führte dazu, dass die Weizenproduktion gesteigert wurde und somit günstiger nach China exportiert werden konnte.

Seit dem es die neue Bahnlinie (2007 fertig gestellt) von China nach Tibet gibt, ist die Arbeitslosigkeit rapide angestiegen aufgrund des Ansturms der chinesischen Arbeiter.
Von 2001 bis 2005 wurde die Lhasa-Bahn gebaut, eine 1125 km lange Eisenbahnstrecke von Zentralchina bis zur tibetischen Hauptstadt Lhasa. Öl, Kohle, Güter aus dem Bergbau Tibets und andere Waren können nun zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten über eine Bahnstrecke befördert werden.

Zur Erreichung der im “China’s Western Development Program” (Entwicklungsprogramms für den Westen Chinas) formulierten Ziele hat Peking in den letzten Jahren beträchtliche Summen in die von Minderheiten bewohnten Gebiete gepumpt, um die in diesen Regionen vorhandenen Ressourcen zu nutzen und sie dabei politisch enger an China zu binden
Zu den geplanten Projekten, wie z.B. einer Eisenbahnlinie von Gormo nach Lhasa im Wert von 3,2 Milliarden US$, einem West-Ost-Stromtransfer, einem West-Ost-Gastransfer oder der Süd-Nord-Wasserumleitung wurden keinerlei fundierte Umweltgutachten oder -studien veröffentlicht. Diese Infrastrukturprojekte, die dazu dienen, Chinas eigenen Bedarf nach Weiterentwicklung zu befriedigen, lassen ernsthafte Bedenken aufkommen, inwieweit Chinas Engagement echt und es eigentlich bereit ist, für die Verbesserung und den Schutz der Umwelt zu sorgen und eine nachhaltige Entwicklungspolitik in Tibet zu betreiben.
Bei dem geplanten „Süd-Nord-Wasserumleitungsvorhaben” soll Wasser aus den von Minderheiten bewohnten südwestlichen Regionen, die verhältnismäßig reich an Wasservorräten sind, in den ausgedörrten Norden, wo Desertifikation und Dürre immer mehr fortschreiten, umgeleitet werden.
Einige der führenden Politiker haben des weiteren Zweifel an der Durchführbarkeit des gigantischen Projekts zum Ausdruck gebracht, da dies verheerende Folgen für die Umwelt und Bevölkerung Süd-Tibets nach sich ziehen würde.

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Holz wird auf der nur teilweise ausgebauten 1100 Kilometer langen Autobahn, dem so genannten “Friendship-Highway” aus Tibet (Lhasa) nach China (Xigaze) transportiert. Daran schließt sich eine 100 Kilometer lange Baustelle an. In drei Jahren soll der Ausbau der Straße fertig gestellt sein.
Zwar wurde der Holzeinschlag in Tibet wurde von 210.000 m³ im Jahr in den 80er Jahren auf 50.000 bis 60.000 m³ in den Jahren 2002 und 2003 reduziert, dennoch richtet das Abholzen der Wälder in Tibet Umweltschäden an. Ca. 46% des Waldbestandes sind bereits abgeholzt.

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