Israelische Mauer

Als Israelische Sperranlangen wird die 759 km Absperrung, die das israelische Kernland vom Westjordanland trennen soll, bezeichnet. Der Bau wurde 2003 eingeleitet und sollte bis ursprünglich 2005 abgeschlossen sein, wurde allerdings durch Eingaben beim Obersten Gerichtshofs Israels verzögert, sodass der Bau nach wie vor auf Fertigstellung wartet. Die Kosten belaufen sich auf schätzungsweise 180 Millionen Euro, alleine 35 Millionen sollen für die palästinensische Bevölkerung bereitgestellt werden. Bis heute wurden rund 400 Km Sperranlangen fertiggestellt und ist somit fast dreimal so lang und doppelt so hoch wie die Berliner Mauer. Zusätzlich führt parallel zu den Anlangen eine Nord-Süd-Verbindungsstraße, die auch als Patrouillenstraße bezeichtnet werden kann. Wie von der Regierung erklärt, sollen die Anlagen ausschließlich zum Schutz der eigenen Bürger vor Selbstmordattentaten. Nach Angaben der israelischen Botschaft in Berlin sind bei Selbstmordattentaten, die vom Westjordanland ausgingen, 2003 in Gebieten mit Zaun insgesamt 46 Menschen getötet und 221 verletzt worden. In Gebieten ohne Zaun seien es im gleichen Zeitraum 89 Tote und 411 Verletzte gewesen. Im ersten Halbjahr 2004 (bis einschließlich Juni) seien bei Selbstmordattentaten in Gebieten ohne Zaun 19 Menschen getötet und 102 weitere verletzt worden, während in Gebieten mit Zaun in demselben Zeitraum keine Menschen zu Tode gekommen seien. Inzwischen spricht die Allgemeine Israelische Sicherheitsbehörde Shabak von einer „signifikanten Reduzierung“ von Selbstmordanschlägen, seit mit dem Bau der Sperranlage begonnen wurde.

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Allerdings überschreitet die Mauer an einigen Stellen die Waffenstillstandslinie (Grüne Linie) vom Ende des 6-Tage-Krieges 1967 zugunsten Israels, weshalb sowohl die Anlagen als auch die Regierung unter starker Kritik stehen und bereits vielfach zur Umkehrung des Bauprozesses aufgefordert worden, da ihre Handlung gegen dutzende UN-Resolutionen und das Völkerrecht verstoßen. Sollte die Mauer vom Norden des Westjordanlands bis nach Jerusalem fertig gestellt sein, wird Israel über 7% dieses Gebietes annektiert haben. Dies umfasst 39 Siedlungen mit rund 270.000 Bewohnener aber auch 290.000 Palästinenser, von denen etwa 70.000 keine israelischen Bürger sind. Sie haben also kein Recht auf Bewegungsfreiheit oder Sozialleistungen und das obwohl der Staat sie von ihrer Lebensbasis im Westjordanland abschneidet. Diese 70.000 Menschen werden also unter sehr schlechten Bedingungen leben müssen.

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Eine Fortsetzung der Mauer im Süden wird weitere 3% des Westjordanlandes abziehen. Kritiker befürchten, dass die Anlagen einer künftigen Grenze eines souveränen Staates Palästina vorgreifen und Israel damit eine De-facto-Annexion palästinensischer Gebiete bezwecken könnte. Problematisch ist, dass es keine politischen Istrumente gibt um den Bau zu stoppen.

Auch die israelische Zivilbevölkerung leistet zusammen mit Palästinensern über die 2003 gegründetet Gruppierung >Anarchists Against the Wall< gewaltfreien Widerstand.

Quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Sperranlagen_(Westjordanland)
  • http://www.marhaba.de/Die%20israelische%20Mauer.htm
  • http://www.sueddeutsche.de/politik/807/457467/text/
  • http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Israel/mauer2.html

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