Korea

 Grenzen dieser Welt – Region Nord-/Südkorea

1.) Geschichte/Entwicklung der Grenzregion

 

Groß-Korea wird Kolonie Japans anfangs des 20 Jh.

Nach dem Russisch-Japanischen Krieg in den Jahren 1904/1905 hatte sich Japan endgültig als dominante Kraft in Ostasien etabliert und das damalige noch betitelte Groß-Korea wurde am 17. November 1905 ein Protektorat Japans. Am 22. August 1910 erzwang die japanische Regierung den Rücktritt des koreanischen Kaisers Sunjong, nachdem der für Japan bedeutende Fürst Ito Hirobumi am 26. Oktober 1909 von einem koreanischen Nationalisten ermordet worden war. Korea wurde als Konsequenz offiziell als Kolonie unter dem Namen Chōsen in das Japanische Kaiserreich eingegliedert. Neben einem großen Aufgebot an Militärpolizei stationierte Japan auch eine Division ihrer Armee, 1915 wurde die Militärpräsenz um eine weitere verstärkt.

Gleichzeitig wurde Chōsen von Grund auf von den Japanern wirtschaftlich und gesellschaftlich modernisiert. Dieses ging aber gleichzeitig mit einer teilweise sehr starken Entrechtung und der Unterdrückung der dortigen Kultur einher. So wurden beispielsweise die Infrastruktur modernisiert und ausgebaut, welche aber teilweise auf dafür enteigneten Grund verliefen.

Am 1. März 1919 kam es erstmals aufgrund der japanischen Kolonialpolitik (Folter und Menschenrechtsverletzungen) zu Demonstrationen seitens der Koreaner. Dies wird heute Bewegung des ersten März genannt. Der Protest wurde gewalttätig niedergeschlagen, woraufhin sich am 11. April 1919 eine Exilregierung in China gründete. In Chōsen wurde allerdings als Folge des Aufstandes die Strenge der Kolonialpolitik entschärft. Insgesamt versuchte Japan in der Periode von 1910 bis 1937 Korea „gewaltlos“ für sich zu gewinnen.

Ab 1937 wurden die meisten dieser milden Regelungen mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs aufgehoben, da die japanische Regierung den Wunsch hegte in seiner Kolonie landestypische Denkweisen und seine Kultur einzuführen. Diese Periode von 1937 bis 1945 kann daher als Unterdrückend angesehen werden, zumal sich Japan in dieser Zeit mehrerer Kriegsverbrechen schuldig machte. Schon kurz vor Kriegseintritt Russlands gegen Japan Anfang August 1945 bereitete die japanische Verwaltung die Übergabe der längerfristig nicht haltbaren Kolonie an die Koreaner vor, welche eine sogenannte Koreanische Volksregierung bilden sollten.

Korea Anfang des 20. Jh.

Korea Anfang des 20. Jh.

Das Ende der japanischen Herrschaft und die Separation Chosens

Nachdem 1945 durch die Kapitulation Japans der Zweite Weltkrieg sein Ende genommen hatte, wurde die Provinz Chosen von den Siegermächten entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufgeteilt, welches bereits der von den Alliierten geführten Konferenz von Jalta 1945 entsprach. Zudem führten die Alliierten die Entwaffnung und den Abzug der japanischen Soldaten aus der Provinz durch. Der südliche Teil Chosens wurde von US-amerikanischen Truppen besetzt, der nördliche Teil kam unter Kontrolle der Roten Armee.

Ursprünglich sollte die Verwaltung des Landes bis zur Bildung einer gesamtkoreanischen Regierung von den USA und der Sowjetunion übernommen werden. Allerdings wurde dieses Ziel nie erreicht, es wurde in beiden Regionen vermutlich aus geopolitischen Hintergründen der Aufbau einer Militärregierung gefördert und errichtet. 1947 beschloss dann die Generalversammlung der Vereinten Nationen im nördlichen sowie im südlichen teil des Landes wahlen abzuhalten; das Vorhaben scheiterte jedoch an der Ablehnung seitens der Sowjetunion. Daher fanden die Wahlen im Mai 1948 nur im Süden statt. Daraufhin folgte am 15. August 1948 die Staatsgründung der Republik Korea. Wie auch das in Pjöngjang gegründete Nordkorea sah man sich als einzige rechtmäßige Regierung der gesamten koreanischen Halbinsel und kündigte an, darum auch kämpfen zu wollen.

Mitte des Jahres 1949 waren Russen und Amerikaner aus Korea abgezogen. Nordkorea gelang es mit Hilfe der Sowjetunion und Chinas seine Industrie schneller aufzubauen als Südkorea. Dies lag daran, dass die Schwerindustrie von den Japanern während ihrer Kolonialzeit vor allem im rohstoffreicheren Norden angesiedelt wurde, im Süden dagegen wurde von Ihnen die Landwirtschaft gefördert und ausgebaut. Daher und dank der tatkräftigen Hilfe der Sowjetunion war Nordkorea auch schneller in der Lage, sich wirtschaftlich zu erholen und eine schlagkräftige Armee aufzubauen.

Der Korea-Krieg (1950-53)

Der Krieg brach am 25.Juni aus, als die nordkoreanische Armee die Demarkationslinie am 38.Breitengrad überschritt und in Südkorea einmarschierte und damit nicht nur den Staat Südkorea, sondern auch einen der Einflussbereiche der westlichen Mächte, allen voran der USA, in Asien bedrohte. Die USA engagierten sich daher sogleich im Sinne einer Konfliktlösung; am 27.Juni verabschiedete der UN-Sicherheitsrat unter Abwesenheit der Vertreter der Sowjetunion eine von den USA eingebrachte Resolution, die militärische Sanktionen in Form von UN-Streitkräften gegen Nordkorea beschloss, und drei Tage später entsandte US-Präsident Harry S.Truman amerikanische Truppen nach Korea.

Die USA stellten das weitaus größte Kontingent der UN-Truppen sowie den Oberbefehlshaber, General Douglas MacArthur, weitere 18UN-Mitgliedsstaaten schickten Kampf-, Versorgungs- und Sanitätseinheiten. Der Korea-Einsatz der UN war der erste Militäreinsatz gegen einen Aggressor in der Geschichte der UN und ihrer Vorgängerorganisation, des Völkerbundes.

Im Juni 1951, als abzusehen war, dass der Krieg in einem Stellungskrieg erstarren würde, schlug die Sowjetunion offiziell die Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen vor. Die Verhandlungen begannen am 10. Juli 1951 in Kaesong in Nordkorea und dauerten mit Unterbrechungen zwei Jahre. Beide Seiten gelangten in wesentlichen Punkten zu einer Einigung – mit Ausnahme der Frage der Rückführung der Kriegsgefangenen: Nordkorea weigerte sich, den UN-Vorschlag zu akzeptieren, wonach Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden dürften. Im Oktober 1952 wurden die Gespräche vorläufig abgebrochen und erst im April 1953 wieder weitergeführt. Wenig später verständigten sich beide Seiten in der Kriegsgefangenenfrage und vereinbarten, innerhalb von drei Monaten nach Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens Friedensgespräche auf höchster Ebene aufzunehmen; die Friedensgespräche wurden dann jedoch bis April 1954 verschoben und scheiterten schließlich.

Im Juli 1953 wurde in Panmunjom das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea geschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; außerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.
Der Krieg forderte rund drei Millionen Tote und Verwundete, mehr als zwei Drittel davon Zivilbevölkerung.

Kurze Zusammenfassung der letzten “Entwicklungseckpfeiler”

Die erheblichen Schäden aus dem Koreakrieg wurden in Nordkorea durch eine harte Politik der Zwangsarbeit bis 1960 beseitigt und die Landesentwicklung in Angriff genommen. Gleichzeitig wandte sich die Führung Nordkoreas gegen die sowjetische Bevormundung und betonte den nationalen Charakter der koreanischen Revolution.

Während der Streit zwischen der UdSSR und China stärker wurde, versuchte Korea, sich taktisch noch mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. In den sechziger Jahren lag die Betonung auf dem Wachstum der Schwerindustrie. Die Produktion von Konsumgütern und der allgemeine Lebensstandard hinkten aber hinterher. Später in den sechziger Jahren entwickelte Nordkorea eine besonders aggressive Haltung dem Süden gegenüber: Eine Gruppe von Attentätern versuchte, den südkoreanischen Präsidenten Park Chung Hee zu töten. 1968 wurde die Pueblo, ein Schiff der Vereinigten Staaten zur Nachrichtenbeschaffung, von koreanischen Kanonenbooten aufgebracht und die Mannschaft unter extrem harten Bedingungen ein Jahr lang festgehalten. Die Guerillaüberfälle auf den Süden blieben ohne große Wirkung.

Im April 1969 wurde ein Aufklärungsflugzeug der Vereinigten Staaten abgeschossen. Anstatt den Süden zu schwächen, riefen diese Ereignisse aber eher verstärkte Verteidigungsbereitschaft und vor allem die Bildung einer härteren politischen Ordnung im Süden hervor. In den siebziger Jahren führten geheime Unterredungen mit südlichen Funktionären zu der gemeinsamen Erklärung vom 4. Juli 1972, in der beide Seiten versicherten, einen Dialog im Hinblick auf die Vereinigung zu führen. Bis zum Frühjahr 1973 ist dieser Versuch jedoch gescheitert. Auch in den achtziger Jahren gab es vereinzelte Diskussionen über eine Vereinigung. 1995 half Südkorea Nordkorea während seiner Hungersnot mit wertvollen Nahrungslieferungen. Erstmals seit 25 Jahren fanden im März 1997 Friedensgespräche zwischen Nord- und Südkorea statt, die sich offiziell immer noch im Kriegszustand befinden.

 

 

2.) Die DMZ/MDL

 

 

Allgemeines

Die DMZ (Demilitarisierte Zone) und die MDL (Militärische Demarkationslinie) teilen das ehemalige Korea in Nordkorea und Südkorea auf.

Die Grenzziehung erfolgte 1953 nach dem Jahre andauernden Korea-Krieg, festgelegt in dem Waffenstillstandsvertrag, und ist bis heute das Symbol politideologischer Differenzen zwischen der USA und der ehemaligen Sowjetunion.

Die DMZ läuft von West-Südwest nach Ost-Nordost quer über die Halbinsel und ist 248 km lang und 4km breit.

Die DMZ wird von der aus Vertretern beider Seiten bestehenden Waffenstillstandskommission MAC verwaltet. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.

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Konflikte innerhalb der DMZ:

Bisher kam es zu wenigen direkten Konflikten in der Demilitarisierten Zone, der einzige als ernst geltende Konflikt war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden.

Allerdings wurden im Zeitraum von 1974 bis 1990 insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Zudem gibt es Vermutungen, dass es weitere Tunneleinheiten geben soll.

 

 

Auswirkungen auf die aktuelle Situation in beiden Staaten anhand Statistiken

Zusammensetzung der 3 Wirtschaftssektoren

Nordkorea:

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungssektor
23.3% 43.1% 33.6%

Südkorea:

Landwirtschaft Industrie Dienstleistungssektor
3% 39.5% 57.6%

Elektrizitätsverbrauch

Nordkorea:  18.18 Millionen  kWh

Südkorea:  440 Millionen kWh

Korea by Night

 

 Quellen:    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/1945/412279/

                          http://themen.t-online.de/news/korea-konflikt

                http://de.wikipedia.org/wiki/Südkorea#Geschichte

                http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea#Geschichte

 

 

 

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