5. Fazit

Die Flüchtlinge haben oft nur das Ziel zu überleben. Da sie in ihrem Staat keine Hoffnung auf bessere Lebensverhältnisse haben, ist ihr Ziel die Auswanderung in die EU, wo völlig andere Verhältnisse herrschen. Diese Migration ist somit fast schon eine Zwangsmigration.
Doch ist die Auswanderung wirklich der richtige Weg für sie? Was für eine Auswirkung haben die Migrationen auf das jeweilige Afrikanische Land?
Normalerweise bietet die Migration in die EU deutlich bessere Chancen für die Auswanderer. Sie sind in der Lage, deutlich mehr Geld zu verdienen und einen großen Teil dieses Geldes in ihre Heimat zu schicken. Diese Geldüberweisungen in ihr afrikanisches Heimatland erhöhen erwiesener Maßen den Wohlstand und lindern die Armut.
Alle offiziell erfassten Transfers von Migranten aus Afrika zusammen betrugen im Jahr 2004 14 Mrd. US Dollar. Das bedeutet in Prozent des jeweiligen Bruttoinlandproduktes beispielsweise: Nigeria, Kenia (3 %), Senegal, Sudan (7 %), Kapverden (18 %), Lesotho (40 %).
Diese Zahlen klingen sehr hoch sind aber vermutlich noch deutlich höher, da viele Migranten ihre Rücküberweisungen nicht dem Bankensystem anvertrauen. Die informellen Transfers betragen nach Schätzungen der International Organisation for Migration (IOM) das Zwei- bis Dreifache. In einigen Ländern liegen bereits die staatlich erfassten Rücküberweisungen höher als die ausländischen Direktinvestitionen oder die Entwicklungshilfe.
Allerdings gib es auch Nachteile für die einheimische Bevölkerung. Z.B. gibt es ein so genantes „brain drain“, also die Abwanderung von Akademikern in die Industrieländer. Hierdurch entsteht z.B. Ärztemangel in den betroffenen Ländern. Des Weiteren stellt die Abwanderung eine große finanzielle Belastung für den Staatshaushalt dar. Sie kostet den betroffenen Staat im Durchschnitt 182.000 US Dollar.

Auch stellt sich die Frage nach dem zukünftigen Handeln der Europäischen Union. Wie wird man in Zukunft mit der Migration und besonders mit den gefassten Migranten umgehen?
Auf den Kanaren z.B. konnten nur knapp 10 % der gefassten Migranten in ihre Heimat zurückgebracht werden, da die Flüchtlinge zu ihrer Herkunft schwiegen und es keine Rückführungsabkommen mit den afrikanischen Staaten gibt.
Vermutlich wird es noch eine gewisse Zeit so weiter gehen wie bisher. Allerdings wird sich die Situation in den Entwicklungsländern Afrikas nicht verbessern, sondern mit der Zeit mehr und mehr verschlechtern.

Die Folge könnte ein noch größerer Ansturm auf die EU sein,ob es dann noch reicht, Zäune zu ziehen und Patrouillen zu entsenden ist fraglich. Die Lösung wird vermutlich mehr und mehr die Bekämpfung der Ursachen für die Migration sein.
Die EU muss und wird somit versuchen, die Lebensverhältnisse in Afrika zu verbessern und die Einwanderung trotzdem versuchen human zu regeln, indem sie ein faires Verfahren garantieren.

Quellen:

http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1724909,00.html

http://www.zeit.de/2005/42/Ceuta

http://www.algeria-watch.org/de/artikel/migration/afrikanische_sicht.htm

http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/6983158.stm

http://www.labournet.de/diskussion/grundrechte/asyl/kanaren.html

http://de.indymedia.org/2006/09/157098.shtml

http://www.labournet.de/diskussion/grundrechte/asyl/pakt.html

http://no-racism.net/article/2702/

http://de.wikipedia.org/wiki/Afrika

4. Maßnahmen/Migrationspolitik

Die von den Migrationströmen betroffenen Länder sind momentan nicht mehr in der Lage, den immer größer werdenden Strom von Migranten zu kontrollieren. Deshalb wenden sich an andere Staaten der EU und bitten um Hilfe beim „Kampf“ gegen die Einwanderer.
Beispielsweise wird gefordert, dass die europäische Grenztruppe Frontex gestärkt und zudem Abkommen mit den Herkunftsländern geschlossen werden sollen, damit sie die Flüchtlinge leichter abschieben können. Ankommende Boote werden von Frontex aufgehalten und dazu gezwungen umzukehren. Keiner der Flüchtlinge bekommt die Chance auf einen Asylantrag.
Dieses Anliegen spiegelt die momentane Haltung Europas wider. Man will sich von Afrika „abschotten“ und alle Migranten zurückweisen.
Man ist der Meinung, „das Boot sei voll“. Abgesehen von Arbeitsplatzargumenten wird die Zuwanderung derzeit überwiegend als Sicherheitsproblem begriffen. Man will also die „Festung Europa“ abschotten ohne das Problem der Migration wirklich in den Griff zu kriegen.
Seit September 2008 in dem “Europäischen Pakt zu Einwanderung und Asyl” ist der Plan Europas schriftlich vorhanden. Dieser Pakt zielt eher darauf ab, Einwanderung und Asylfälle zu verhindern, anstatt Optionen zu bieten, wie man das Problem, außer mit der kompletten Abschottung, in den Griff bekommt. Auf die Ursachen der Migration wird praktisch gar nicht eingegangen und somit wird der Kampf gegen die Ursachen überhaupt nicht in Betracht gezogen.

In der Konferenz von Paris, der Ministerkonferenz EU – Afrika zu Migration und Entwicklung, wurde das Thema erneut aufgegriffen.
Am 25. November 2008 trafen sich in Paris über 80 Delegationen aus Europa und Afrika zur Ausarbeitung eines mehrjährigen Kooperationsprogramms in den Bereichen Migration und Entwicklung. Bei dieser Konferenz ging es rund um das Thema Migration um legale Einwanderung, Bekämpfung der illegalen Einwanderung und um Zusammenwirken von Migration und Entwicklung.
Ziel ist die Zusammenarbeit zwischen den europäischen und afrikanischen Ländern bei allen auf die Migration im Rahmen der westafrikanischen Route bezogenen Themen zu verbessern und zu verstärken.
Was schön klingt ist jedoch nicht immer schön. Auch diese Konferenz hat gezeigt, dass die Menschenrechte der Flüchtlinge wieder genauso außer Acht bleiben wie die Migrations- und Fluchtursachen. Abschottung ist und bleibt das Hauptziel.

3. Migrationströme

Es gibt einige verschiedene Zielorte, die die Migranten aus Afrika ansteuern.
Menschen aus den Ländern Senegal, Mauretanien, Westsahara und Marokko haben als Hauptzielort die Kanarischen Inseln, die nordwestlich von Afrika vor der Küste der genanten Länder liegen. Die Kanarischen Inseln gehören als eine von 17 autonomen Gemeinschaften zu Spanien und somit zur Europäischen Union.
Die Migranten gelangen meist mit kleinen Booten und somit unter sehr schwierigen Bedingungen auf die Inseln, da sie die Kanarenströme, welche ein Teil des Golfsstroms sind, überqueren müssen. Dieses Vorhaben führt oft zum Kentern des Bootes und somit zum Tod der Migranten. Nach Schätzungen sind in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis zum 21.August 2007 mindestens 1.260 Bootsflüchtlinge bei der Überfahrt ums Leben gekommen.

Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums 4.751. 2006 gab es einen Anstieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September erstmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden.
Dieser enorme Aufwärtstrend ist in den letzen Monaten jedoch etwas abgeschwächt.
Trotz allem sind die Zahlen immer noch sehr hoch.
Auch in die Republik Malta, welche seit dem 1. Mai 2004 zur EU gehören und Lampedusa, eine Inseln im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien, welche zu Italien gehört, sind Ziele Afrikanischer Migration. Beide Inseln haben mit ähnlichen Problemen wie die Kanarischen Inseln zu kämpfen. Die meisten Migranten kommen hierbei jedoch aus Lybien.

Als besondere Ziele der Migration sind allerdings die spanischen Exklaven Ceuta und Mellila zu nennen. Sie liegen an der Mittelmeerküste, im nördlichen Marokko.
Beide autonome, spanische Exklaven gehören politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Marokko.
Ziel der Migranten ist es, in diese beiden Städte einzudringen, um somit nach Spanien bzw. andere Länder der EU zu gelangen. Nicht nur Menschen aus Marokko, sondern auch aus deutlich weiter entfernten afrikanischen Ländern nehmen teilweise sehr weite Strecken durch die Wüste auf sich, um die Chance zu bekommen, in eine der beiden Städte einzudringen.
Beide Städte sind jedoch von drei bis sechs Meter hohen Zäunen umgeben. Hinzu kommen Bewegungsmelder, Nachtsichtgeräte und Kameras. Auch gibt es Patrouillen (die Guardia Civil), die die illegalen Einwanderer abhalten sollen. Unterstützt werden sie durch mehrere Hundertschaften der regulären spanischen Armee.
Bei den Versuchen die Zäune zu überqueren gibt es sehr oft Verletze und sogar Tote.
Generell gelangen nur sehr wenige Menschen in die Stadt. Der Rest scheitert an den Sicherheitsvorkehrungen oder wird aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht.
Ceuta und Mellila haben jedoch nicht nur das Problem der Migration zu bewältigen, beide Städte gelten als Schmuggeltore. Von Öl und Getreide bis Motoren und Pornos wird alles vom reichen Norden in den armen Süden exportiert. Umgekehrt kommen aus Afrika mengenweise Marihuana und andere Drogen. Reimportiert wurde offensichtlich auch der Sprengstoff, der für die Terroranschläge am 11. März 2004 in Madrid verwendet wurde.

Wie die Zukunft dieser beiden Städte aussieht ist noch sehr unklar. Neue Zäune und bessere Sicherheitsvorkehrungen sind geplant, aber ob diese die Menschen vom Versuch hinter die Zäune zu kommen abhalten ist sehr fraglich.
Viele sind der Ansicht, dass die Massenflucht nur verhindert werden kann, wenn Ceuta und Melilla marokkanisch werden. Allerdings sehen viele Spanier Marokko wegen der schwierigen diplomatischen Beziehungen als Bedrohung. Daher halten sie es für unvorstellbar, die Exklaven aufzugeben.

Migrationströme

2. Kolonialzeit

Als Kolonialzeit bezeichnet man heutzutage die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus, der mit dem Übergreifen von Portugal bzw. Kastilien auf Afrika zu Beginn des 15. Jahrhunderts einsetzte und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 andauerte.
Unter Kolonialismus versteht man die Bezeichnung für ein System der wirtschaftlichen und politischen Herrschaft eines Staates über Regionen außerhalb seiner eigenen Grenzen.
Einige Europäische Staaten wollten in dieser Zeit, durch die Besetzung bzw. durch die militärische Eroberung, aber auch teilweise durch vertragliche Vereinbarungen mit den Landesautoritäten, neue Siedlungs- und Wirtschaftsräume erschließen, um ihre Macht immer weiter zu vergrößern.
Dieses Vorgehen der Europäischen Staaten hatte deutliche, negative Auswirkungen auf die Länder Afrikas. Sie wurden unterjocht und ihrer politischen, ökonomischen und soziokulturellen Selbstständigkeit beraubt.
Das bestehende politische System wurde beseitigt und das vom Mutterland abhängige System installiert.

Es wurde zwar neue Infrastruktur erschaffen, diese diente allerdings nur der Ausbeutung der Rohstoffe. Neben dieser Ausbeutung wurde jede aufkeimende Industrie unterdrückt. Auch die Urbevölkerung wurde komplett entrechtet und teilweise sogar vernichtet.
Die Kolonialzeit ist somit, nicht in diesem Ausmaße, aber trotz Allem vergleichbar mit der heutigen Zeit der Globalisierung.

Auch heute werden die Entwicklungsländer noch durch so genante Global Player bzw. durch Multinationale Unternehmen ausgebeutet. Das Ziel dieser Unternehmen ist es, ihre Gewinne zu maximieren. In den Entwicklungsländern Afrikas können sie dieses Ziel erreichen. Zunächst einmal sitzen sie an der Quelle zu den, für die Produktion notwendigen Rohstoffen, die in vielen Afrikanischen Staaten in Mengen vorhanden sind. Außerdem sind die Arbeitskräfte durch die vorhandene Armut sehr günstig, wodurch die Produktion um einiges billiger ist, als z.B. in Industrienationen.
Die Menschen, welche dort leben, haben deutlich weniger Nutzen aus dieser Zusammenarbeit. Sie leiden unter den extrem niedrigen Löhnen, sowie unter der Fremdbestimmung und der Ausbeutung ihrer Rohstoffe.
Ein Grund des großen wirtschaftlichen, demographischen, gesellschaftlichen, sowie politischen Unterschieds zwischen Afrika und der Europäischen Union ist definitiv die Kolonialzeit.

Die Unterdrückung der Menschen, der Politik und der Wirtschaft wirkt bis heute mit negativen Auswirkungen nach, also 60 Jahre nach der Auflösung der Kolonialreiche und der Bildung eigenständiger Staaten, die heutzutage die so genante Dritte Welt bilden.
Teilweise gibt es sogar noch Fälle, in denen die ehemaligen Kolonien trotz formeller Souveränität weiterhin wirtschaftlich und politisch an die bisherigen Kolonialmächte gebunden sind.

Kolonialzeit

1. Gründe Afrikanischer Migration

Es gibt viele Gründe für die afrikanische Bevölkerung ihr jeweiliges Land zu verlassen, um in die EU auszuwandern.
Den überwiegenden Teil bilden die Faktoren, die dafür sorgen, dass der Standort Afrika als Lebens- und Arbeitsraum nicht ausreicht, um für ausreichende Lebensverhältnisse zu sorgen. Diese Faktoren nennt man Push-Faktoren. Sie unterscheiden sich teilweise sehr voneinander, bewirken jedoch alle, dass die Lebensverhältnisse der Bevölkerung sinkt.
Unterteilen könnte man sie in wirtschaftliche, demographische, sowie gesellschaftliche/politische Faktoren.
Eines der größten Push-Faktoren ist die unsichere politische Lage und die damit verbunden gewaltsamen Konflikte und Kriege in vielen afrikanischen Ländern. In 27 der 53 Staaten in Afrika litt die Bevölkerung zwischen 1993 und 2002 unter solchen Konflikten. Teilweise stehen diese im Zusammenhang mit einer sehr hohen Verbrechensrate.
Gründe dieser Auseinandersetzungen sind meistens zurückzuführen auf Rohstoffe, Machtbereicherung oder religiöse Unterschiede.
Neben den sozialen Opfern dieser Konflikte gibt es auch große finanzielle Opfer. Die Kosten für die Konflikte sind sehr hoch und verschlingen fast die kompletten Entwicklungshilfen. Anstatt andere Probleme zu bekämpfen, bekämpfen sich viele Staaten und Regionen lieber gegenseitig.
Die eh schon vorhandene wirtschaftliche Not wird dadurch in keiner Weise verringert, sie wird sogar noch verschlimmert.
Die Wirtschaftliche Situation ist in fast allen Staaten Afrikas sehr schlecht. Gekennzeichnet wird diese Situation durch beispielsweise ein geringes Pro-Kopf-Einkomen(BSP/BIP), hohe Verschuldung, niedrige Produktivität und eine hohe Arbeitslosenquote. Strukturell gibt es eine hohe Agrarquote, eine niedrige Investitionsquote, eine unzureichende Infrastruktur, sowie eine negative Handelsbilanz. Alle diese Merkmale haben eine erhöhte Armut zur Folge, unter der sehr viele Afrikaner zu leiden haben.
In diesem Zusammenhang ist auch der drohende Klimawandel zu nennen. Die, für die Wirtschaft und besonders für die stark verbreitete Landwirtschaft, vorhandenen klimatischen Bedingungen werden immer extremer, worunter die Böden leiden. Sie trocknen aus und gleichzeitig schreitet die Wüstenbildung voran ( Desertifikation).

Der momentan wichtigste Wirtschaftssektor, die Landwirtschaft, wird also durch die drohenden klimatischen Veränderungen sehr stark bedroht. Die Folge ist eine deutliche Vergrößerung der Armut und somit eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse.
Auch demographische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei den Gründen für eine Migration in die EU. Die Ernährung, die medizinische Versorgung und die hygienischen Verhältnisse sind allesamt mangelhaft in den meisten Entwicklungsländern Afrikas. Die Folge sind Krankheiten, hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie eine geringe Lebenserwartung.
Neben diesen genannten Push-Faktoren gibt es auch die Faktoren, die einen Anreiz bieten, in der EU zu leben. Diese Faktoren nennt man Pull-Faktoren.
Wenn man Afrika und die EU als ganzes betrachtet kann man sagen, dass die vorhandenen Verhältnisse vollkommen unterschiedlich sind. Die EU bietet also genau das, was die Bevölkerung in Afrika nicht hat: wirtschaftlichen Wohlstand, bessere Verdienstmöglichkeiten, friedlichere und politisch stabilere Verhältnisse und, im Großen und Ganzen, deutliche bessere Lebensbedingungen. Dies sind Verhältnisse, die sich die Afrikaner erhoffen, wenn sie sich zur Migration entscheiden.

Dass nicht in jeder Region der EU deutlich bessere Lebensverhältnisse herrschen und auch andere Probleme, wie z.B. Rassismus, drohen, ist vielen Migranten nicht bewusst. Trotzdem lohnt sich die Migration in die Europäische Union für den größten Teil der Menschen.

Grenzen Deutschlands Entwicklung

Von Andreas Paasch:

Grenzen Deutschlands.

Deutschlands Probleme in der Grenzfindung bedingt durch seine Lage mitten in Europa.  Deutschlands Grenze:   Ein ” oszillierender Rand. “

Entwicklung.

Inhaltsverzeichinis :

  • 1. Der Deutsche Bund 1815-1866
  • 2. Das Deutsche Reich 1871-1918
  • 3. Die Weimarer Republik 1919-1937
  • 4. Das Grossdeutsche Reich 1943
  • 5. Deutschlands Besatzungszonen 1945-1949
  • 6. Deutschland Heute : Topografische Kart
Der Deutsche Bund 1815-1866

Der Deutsche Bund 1815-1866

1. Der Deutsche Bund 1815-1866

Auf dem Wiener Kongress kam es unter der Leitung Metternichs zur Neuordnung Europas. Ziel des Wiener Kongresses war die dauerhafte Sicherung des Friedens durch Schaffung eines neuen Gleichgewichts zwischen den Großmächten, aber auch die Wiederherstellung (Restauration) des alten politischen Systems. In der Heiligen Allianz vereinbarten Österreich, Preußen und Russland, alle revolutionären und nationalstaatlichen Bewegungen zu bekämpfen.
Wirtschaftlich wurde Deutschland durch den am 1. Januar 1834 gegründeten Deutschen Zollverein geeint. Die einsetzende Industrialisierung und der Bau der ersten Eisenbahnlinien brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich.
Die Februarrevolution 1848 in Frankreich führte in den deutschen Staaten zur Märzrevolution. In Österreich kam es zu Straßenkämpfen. Am 13. März trat Metternich zurück und floh nach Großbritannien.
Die Nationalversammlung musste nun die Grenzen eines zukünftigen deutschen Nationalstaates festlegen. Favorisiert wurde zuerst die so genannte großdeutsche Lösung. Da Österreich aber nur unter Einschluss seines gesamten Gebietes dazu bereit war, entschied man sich für die kleindeutsche Lösung. Diese sah die Bildung eines deutschen Staates unter Ausschluss Österreichs vor.

Das Deutsche Reich 1871-1918

Das Deutsche Reich 1871-1918

2. Das Deutsche Reich 1871-1918

Die Reichsverfassung von 1871 betonte das monarchische Element. Damit war aber die Zukunft Deutschlands entscheidend vom Geschick seiner Kaiser abhängig. Preußen verfügte über zwei Drittel der Landfläche und Bevölkerung und damit über ein Vetorecht bei Verfassungsänderungen im Bundesrat.
Um die Ängste der übrigen Großmächte zu dämpfen, verzichtete Bismarck nach der Krieg-in-Sicht-Krise 1875 auf territoriale Erweiterungen, stellte als Konzession an den Zeitgeist jedoch 1884 die kolonialen Erwerbungen deutscher Kaufleute unter den Schutz des Reiches. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Kolonien blieb jedoch gering.

Die Weinmarer Republik 1919-1937

Die Weinmarer Republik 1919-1937

3. Die Weimarer Republik 1919-1937

Am 16. Dezember 1918 fand in Berlin der sogenannte Reichsrätekongress statt.
Am 28. Juni 1919 musste Deutschland im Versailler Vertrag zahlreiche Gebiete abtreten sowie seine Kolonien dem Völkerbund unterstellen.
Die Vereinigung Deutschlands mit Österreich wurde untersagt. Schleswig wurde nach zwei Volksabstimmungen zwischen Dänemark und Deutschland geteilt. Nordschleswig kam wieder zu Dänemark, Südschleswig blieb bei Deutschland. Nach einer Volksabstimmung vom 11. Juli blieben die Bezirke Allenstein und Marienwerder bei Preußen.
Oberschlesien wurde nach einer zum Teil von gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägten Volksabstimmung zwischen Deutschland und Polen geteilt.

Im Januar 1923 besetzten französische Truppen das Ruhrgebiet, um ausstehende Reparationsforderungen einzutreiben. Die Reichsregierung unterstützte den ausbrechenden Ruhrkampf.

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4. Das Grossdeutsche Reich 1943

Im „Blitzkrieg“ folgten schnelle deutsche Besetzungen von Dänemark, Norwegen, den Beneluxstaaten und Frankreich 1940.
Die geplante Invasion Großbritanniens (Unternehmen Seelöwe) misslang jedoch, weil die deutsche Luftwaffe in der Luftschlacht um England trotz intensiver Bombardierung strategischer Ziele (Flugplätze, Radarstationen, Luftrüstungsindustrie) nicht die völlige Lufthoheit über Großbritannien erringen konnte und das Erringen dieser als die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Invasion der britischen Inseln angesehen wurde.

1940/41 eroberte die Wehrmacht mit den Streitkräften Italiens, Ungarns und Bulgariens gemeinsam Jugoslawien und Griechenland. Beide Länder wurden unter den verbündeten Diktaturen aufgeteilt. Ihrer Eroberung folgte ab 1943 jedoch ein zermürbender Partisanenkrieg.
Am 22. Juni überfiel Deutschland die Sowjetunion. In dem als Blitzkrieg geplanten „Unternehmen Barbarossa“ drangen Wehrmacht und Waffen-SS bis vor Moskau und Leningrad vor. Im Winter 1941/42 kam sie jedoch vor Moskau ins Stocken.
Im Verlauf einer neuen Offensive im Osten im Sommer 1942 drangen Wehrmacht und Waffen-SS bis an den Don und in den Kaukasus vor. Die Schlacht um Stalingrad im Winter 1942/1943 war einer der Wendepunkte des Krieges. Bis Ende 1943 hatte die Sowjetunion weite Gebiete zurückerobert. Am 13. Mai 1943 mussten die Achsenmächte (Deutschland und Italien) in Nordafrika kapitulieren.

Besatzungszonen 1945-1949

Besatzungszonen 1945-1949

5. Deutschlands Besatzungszonen 1945-1949

Ende 1944 und Anfang 1945 beschlossen die Alliierten die Aufteilung Deutschland nach dem Krieg. Nach Beginn ihrer Winteroffensive am 12. Januar 1945 eroberte die Rote Armee Ostpreußen, Pommern und Schlesien und holte vielfach die fliehende Zivilbevölkerung ein. In den letzten Kriegsmonaten und im Anschluss an die Besetzung wurden die meisten noch verbliebenen Deutschen v. a. im Rahmen der Westexpansion Polens aus Ost- und Ostmitteleuropa vertrieben, insgesamt mehr als 12 Millionen Menschen. Infolge der Vertreibungen wurden ca. 2,1 Millionen Deutsche in den Tod getrieben und Tausende ermordet.
Die Drei Mächte USA, Großbritannien und UdSSR trafen sich im Juli/August 1945 zur Potsdamer Konferenz. Dort einigten sie sich auf die Grundsätze Demokratisierung, Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Dezentralisierung. Das Land wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie sowie die Stadt Stettin wurden unter polnische Verwaltung, das nördliche Ostpreußen unter die Verwaltungshoheit der Sowjetunion gestellt; über sie sollte erst im Zuge eines Friedensvertrages mit Deutschland endgültig entschieden werden. Elsass-Lothringen fiel wieder an Frankreich. Österreich wurde wieder von Deutschland abgekoppelt, d. h. der völkerrechtliche Zustand vor dem „Anschluss“ wiederhergestellt, und für sich ebenfalls in vier Besatzungszonen aufgeteilt.
Die Besatzungsmächte gingen in ihren Zonen jeweils eigene Wege, wobei die westlichen Mächte Großbritannien, Frankreich und USA im Zuge des aufkommenden Ost-West-Konflikts tendenziell zunehmend gegen die UdSSR zusammenarbeiteten.
1947 fanden einige Versuche einer Einigung über die Zukunft Gesamtdeutschlands statt, die allerdings an der starren Front ostdeutscher Ministerpräsidenten scheiterten, die zuerst gemeinsame Wahlen gefordert hatten – allerdings wohl im Sinne der SED. Fortan waren die Westmächte bestrebt, einen eigenen westdeutschen Staat in ihren Zonen aufzubauen.
Am 20. März 1948 verließen die Sowjets aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz den Alliierten Kontrollrat. Am 1. Juli 1948 übergaben die Westmächte den Ministerpräsidenten der Westzonen die Frankfurter Dokumente, eine Aufforderung zur Bildung einer verfassunggebenden Versammlung. Auf der so genannten Rittersturz-Konferenz im Juli 1948 wurde die Gründung einer Bundesrepublik Deutschland beschlossen.

Ende Mai 1949 fand in der SBZ der dritte Deutsche Volkskongress statt. Die Mitglieder wählten den Zweiten Deutschen Volksrat als ständiges Organ. Der Volkskongress nahm die Verfassung für eine Deutsche Demokratische Republik einstimmig an. Am 7. Oktober wurde die DDR gegründet. Die Deutsche Teilung war damit ein Faktum der Geschichte.

BRD (blau) DDR (rot)

BRD (blau) DDR (rot)

Deutschland heute

Deutschland heute

6. Deutschland Heute : Topografische Karte

Deutschland hat insgesamt neun Nachbarstaaten: Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Damit ist Deutschland das Land mit den meisten europäischen Nachbarstaaten.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (auf einer Länge von 67 Kilometern), im Nordosten an Polen (442 Kilometer), im Osten an Tschechien (811 Kilometer), im Südosten an Österreich (815 Kilometer; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 Kilometer; mit Grenze der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 Kilometer), im Westen an Luxemburg (135 Kilometer) und Belgien (156 Kilometer) und im Nordwesten an die Niederlande (567 Kilometer).

Die Grenzlänge beträgt insgesamt 3757 Kilometer

Die Oder-Neiße-Linie

Oder-Neiße-Linie

Die Oder-Neiße-Linie oder Oder-Neiße-Grenze beschreibt den Grenzverlauf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen. Die Grenze verläuft entlang der Flüsse Oder und Lausitzer Neiße(pol. Nysa).

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Geschichtlicher Hintergrund

Die Grenzziehung erfolgte im Rahmen der Westverschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Februar 1945 auf der Konferenz von Jalta wurde bereits eine grundsätzliche Verschiebung, des während des Krieges zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilten Polens, in Richtung Westen festgelegt.

Bereits vor Ende des Krieges hatte die vorrückende Rote Armee Verwalter in den besetzten Gebieten eingesetzt. Es kam entweder zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung oder zur Verschleppung nach Sibirien, wo sie zur Arbeit gezwungen wurden. Zugleich wurde die polnische Bevölkerung aus den von der Sowjetunion besetzten Gebieten dort angesiedelt.

Noch im Sommer 1945 begann die polnische Verwaltung mit der Umbenennung eines Großteils der Ortschaften.

Auf der Potsdamer Konferenz im August desselben Jahres wurde von den Siegermächten eine polnische Verwaltung akzeptiert, jedoch zeitlich begrenzt, bis es zu einer friedensvertraglichen Regelung käme.

Auch die Oder-Neiße-Grenze wurde hier bis auf weiteres festgelegt. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Kompensationstheorie. Der östlich der Curzon-Linie gelegene Teil Polens war in sowjetischer Hand und es war klar, dass Stalin diese nicht zurückgeben würde. Um Polens Verluste zu kompensieren, wurde beschlossen, es auf Kosten von Deutschland nach Westen zu verschieben. Diese Entscheidung hatte rein politische Gründe und ließ ethnografische und wirtschaftliche Gesichtspunkte außer Acht. Zwar betrug die Fläche der für Polen gewonnenen Gebiete nur 102.000 Quadratkilometer, die Verlorene aber 178.000 km², jedoch betrug der Wert der deutschen Ostgebiete nach damaligem Dollarpreis 9,8 Mrd. US-Dollar, während die Ostgebiete Polens 3,6 Mrd. US-Dollar entsprachen. Polen versuchte seinen Anspruch auf die dt. Ostgebiete zu rechtfertigen, indem sie sie als „urpolnisch“ und „altangestammtes Gebiet“ bezeichneten.

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Es ist korrekt, dass Polen einmal die heutigen Ausmaße hatte, jedoch zählten bereits ab dem 12. Jh. Schlesien und Pommern als abhängiges aber selbstständiges Herzogtum bzw. als Lehen zum Deutschen Reich. 1335 versicherte der polnische König Kasimir d. Dritte unter Eid, dass Polen niemals mehr Ansprüche auf Schlesien erheben werden.

Es gibt Vermutungen, dass den englischen und amerikanischen Delegationen die Existenz der Lausitzer Neiße zunächst nicht bewusst war und sie von der 50 Kilometer weiter östlich gelegenen Oder-Bober-Linie ausgingen. Kurzzeitig wurde versucht, diese Linie als Grenze zu setzen, jedoch stimmte die Sowjetunion dem nicht zu. Der Vorteil dieser Grenzziehung wäre eine Erhaltung der Städte Görlitz und Guben gewesen. Durch die Lausitzer-Neiße als Grenze wurden diese geteilt.

Hier ein Bild des östlich der Grenze gelegenen Teils Görtlitz’ heute.
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Am 7. Dezember 1970 kam es zur Schließung des Warschauer Vertrages zwischen Polen und der BRD. In diesem Vertrag wird die bestehende Grenze erstmals offiziell von deutscher Seite anerkannt. Man habe keine Gebietsansprüche gegeneinander und werde sie auch in Zukunft nicht erheben. Es gab keinerlei Forderungen einer Gegenleistung von deutscher Seite (wie z.B. Minderheitenschutz). Im Rahmen der Vertragsschließung kam es in Warschau zu dem berühmten Kniefall Willy Brandts, der später für seine Ostpolitik den Friedensnobelpreis erhielt.

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Eine Rechtsgrundlage war jedoch noch immer nicht geschaffen, da die drei Siegermächte und Frankreich sich vorbehalten hatten, eine Regelung für Deutschland als Ganzes zu finden.

[„Die Häupter der drei Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, dass die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll.“ Potsdamer Protokoll, Artikel IX b.]

Nach der Wiedervereinigung wurden 1990 im Zwei-plus-Vier-Vertrag die bestehenden Grenzen bestätigt. Im Deutsch-Polnischen-Grenzvertrag kam es nochmals zu einer Bekräftigung und man beschrieb die Grenze als „unverletzlich“. Genau diese Bezeichnung wird von manch einem jedoch als problematisch angesehen. Eine „unverletzliche“ Grenze drücke nur den Gewaltverzicht aus. Anders sei dies bei einer unantastbaren Grenze.

Die Deutsch Polnische Grenze heute

Heute gibt es die EU, Europa wächst zusammen, die Grenzen lockern sich. Die Grenze zwischen Polen und Deutschland ist offen. Seit dem 21. Dezember 2007 sind im Rahmen der Erweiterung des SchengenRaumes die Kontrollen an der Grenze größtenteils abgeschafft. Keine LKW-Schlangen mehr, die an den inzwischen verlassenen Grenzanlagen stehen und warten. Kontrollen gibt es stichprobenartig immer noch. Es sind keine Beamten mehr, die in Wachhäusern sitzen und Papiere kontrollieren. Deutsche und polnische Polizisten arbeiten Hand in Hand und fahren täglich mehrere Hundertkilometer an der Grenze, die es nur noch auf dem Papier gibt, ab.

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1991 wurde im Grenzgebiet zwischen Polen, Tschechien und Deutschland die Euroregion Neiße gegründet. Ihr Sitz befindet sich in der bedeutendsten Stadt der ERN: Liberec.

Das Ziel ist es, gemeinsam zu agieren und die Region gemeinsam stark zu machen. Die ERN ist kommunal organisiert und versucht unter Anderem die wirtschaftliche Situation der Bürger zu verbessern, den kulturellen Wert zu erhalten und auch den negativen Einfluss der Grenze zu verwischen. Eines der Mitglieder der ERN ist die Stadt Görlitz, die, wie bereits erwähnt, unter der damaligen Grenzziehung besonders gelitten hat und nun wieder mehr und mehr zusammenwächst.

copyright © Eike Gosch

5. Grenzmuseen

von Lena Pukropski

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Übersichtskarte des Grenzverlaufs durch Berlin. Die Zahlen sind ehemalige Grenzübergänge und an den roten Punkten befinden sich heutige Gedenkstätten.

 

1. Checkpoint Charlie – Das Mauermuseum:

Damals war der Checkpoint ein Ort an dem die West-Alliierten von den Amerikanern registriert wurden bevor sie in die sowjetische Besatzungszone fuhren. Heute befindet sich in einem Haus direkt neben dem Checkpoint das Mauermuseum Berlins. Man findet hier neben zahlreichen Exponaten nahezu alle Informationen rund um die Mauer.  Der Grenzübergang in der Friedrichstraße erhielt seinen Namen “Checkpoint Charlie” durch das Nato-Alphabet. Er war der dritte Grenzübergang, um in das Berliner Zentrum zu gelangen. Auch heute steht an diesem Ort noch ein Grenzhaus und ein Statist-Soldat.

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2. Gedenkstätten:

In Berlin gibt es entlang der Mauer zahlreiche Gedenkstätten. Mal sind sie in Form von alten Mauerresten, wie zum Beispiel am Potsdamer Platz oder beheimatet in einem Haus sollen sie an die Toten erinnern. 

Beispiele:  Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, Gedenkstätte „Günter Litfin“, Gedenkort „Weiße Kreuze“ / Deutscher Bundestag oder das Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

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3. East Side Gallery:

Die East Side Gallery sind 1300 m der Berliner Mauer, die ein internationales Denkmal für Freiheit darstellen. Mit über 100 Bildern ist die East Side Gallery die größte Freiluft-Gallerie der Welt. Die Bilder sind von Künstlern aus der ganzen Welt.

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Quellen: http://www.berlin.de/mauer/grenzuebergaenge/friedrichstrasse/index.de.php, http://www.berlin.de/mauer/gedenkstaetten/index/index.de.php, www.eastsidegallery.com

Bilder: www.berliner-mauer-kunst.net/…/image001.jpg,  www.de.wikipedia.org ,  medien.meyers.de/details.php?image_id=8976… , www.tursky-hartmann.de/fotos/berlin.php

4. Gestern und heute – ein Vergleich in Bildern

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von Lena Pukropski 

 1. Ein Haus in Teltow-Seehof

Das Haus zu Zeiten der Mauer

Das Haus heute 

 

 2. Der Reichstag

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3. Berlin Mitte

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 Berlin Mitte

 

4. Das Brandenburger Tor

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Quelle: zu 1. bis 3. : http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Border/Index

Quelle zu 4.: http://www.dortmund-airport.de/uploads/pics/125-06_brandenburger-tor-at.jpg, http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.ausstellung-berlin.com/Mauer89.jpg&imgrefurl=http://www.ausstellung-berlin.com/&usg=__QK2WQliSKEMfMXEefd_s5_gyHAs=&h=678&w=747&sz=85&hl=de&start=6&tbnid=zOuGT0zE3wXYZM:&tbnh=128&tbnw=141&prev=/images%3Fq%3Dbrandenburger%2Btor%2Bmauer%26gbv%3D2%26hl%3Ddewww.mauer.jp/mauer1/c104.jpg

3. Flucht und Fluchtversuche

von Lena Pukropski

 Fluchtbewegung aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland:

  • 1945 bis 1948: 732 100
  • 1949 bis 12.8.1961: 2 686 942
  • 13.8.1961 bis 31.12.1988: 959 905
  • 1.1.1989 bis 30.6.1989: 190 190
  • GESAMT: 4 569 137

Fluchtbewegung ab 1961 durch die Sperranlagen, ohne Fluchten über das Umland:

fluchtlingsdiagramm

 Fluchtmethoden – Beispiele und Hilfsmittel:

  • Grenzhäuser: Bevor die Fenster und Türen dieser Häuser zugemauert wurden, gelang einigen die Flucht auf diesem Weg. Manche sprangen sogar von Dächern in den Westen, dabei verfehlten einige das Sprungtuch und kamen zu Tode.
  • Stacheldraht: Als es noch keine Betonwand gab, versuchten Flüchtlinge diesen zu zerschneiden, zu sprengen oder zu überklettern mit Hilfe von Brettern und Leitern.
  • Flucht zu Wasser: Einige flüchteten schwimmend über den Teltowkanal oder bemächtigten sich eines Ausflugsschiffes und setzten an das West-Berliner Ufer über.
  • Kanalisation und selbstgebaute Tunnel: Solange die Kanäle des Abwassers nicht vergittert waren, war diese Art der Flucht eine weitere Möglichkeit. Eine weitere Möglichkeit war das Graben von Tunneln. Bis heute weiß man, dass es circa 40 Grabungen gab. Einige davon führten von Ost-Berliner Friedhöfen nach West-Berlin oder von einem Hühnerstall in den Westen. Bei letzterem Tunnel handelt es sich um den sogenannten Seniorentunnel. Zwölf Senioren wollten “bequem und ungebeugt in die Freiheit”.
  • Fahrzeuge: Mancher Ost-Berliner durchbrach die Mauer mit selbstgepanzerten Fahrzeugen, Planierraupen, Lastkraftwagen oder Bussen.  Ein Grenzgänger erzählt: ” Wir haben einige Male die Grenze inspiziert und kamen zu der Überzeugung, dass wir auf diese Weise mit unseren Frauen nicht flüchten können. Dann kamen wir auf die Idee, mit einem Auto die Grenzsperren zu durchbrechen. Es wurde für 1850,- DM ein alter Opel P4 gekauft. Diesen Wagen haben wir gepanzert. Die zur Panzerung notwendigen Stahlplatten haben wir ‘organisiert’, d.h. heimlich im Betrieb mit der Brennmaschine ausgeschnitten. Der P4 war ein geschlossener Kastenwagen. Hinten haben wir die Hohlräume mit Beton ausgegossen – etwa 3 cm stark -. die Türen wurden ebenfalls mit Beton ausgegossen. Vor die Windschutzscheibe haben wir 8 mm starke Stahlplatten gehängt. In diese Stahlplatten haben wir etwa 180 Sehlöcher gebohrt. Beide Seitenfenster wurden ebenfalls mit 3-mm-Stahlplatten versehen. Zwischen die doppelte Panzerung wurde Schaumgummi gelegt und dann zusammengeschraubt. Sämtliche Platten waren zum Einhängen und zum Zuschieben, so dass von außen nichts zu sehen war. Den Motor haben wir ebenfalls mit Stahlplatten abgesichert, 3 mm stark. Darauf wurde in den Kasten des Wages ein ‘Hängeboden’ eingebaut, dort wurden Betten untergebracht. Diese Arbeit hat ungefähr drei Wochen in Anspruch genommen. Als Übergangsstelle haben wir uns die Chausseestraße ausgesucht. Wir sind am 14. November 1961 gegen 20 Uhr dort vorgefahren und ließen den Wagen, in dem drei Frauen saßen, dort stehen. Mein Freund und ich haben die Grenzposten beobachtet. Gegen 21 Uhr sind wir an die Slalomstrecke herangefahren und haben den rechten Winker ausgestreckt, als wollten wir in eine Seitenstraße einbiegen. Die Kontrollposten ließen sich dadurch erst einmal täuschen. Als wir in der Mitte der Slalomstrecke waren, wurde gepfiffen. Erst als wir die Strecke fast bis zum Ende passiert hatten, wurde aus Pistolen und einer Maschinenpistole geschossen. Der Wagen hatte 15 Einschüsse. Der linke vordere Reifen war kaputt. Es wurde niemand von uns verletzt; lediglich Mantel und Anzüge waren durchlöchert.”
  • die trojanische Kuh: Bei dieser Methode versteckt sich der Flüchtling in einem präparierten Bullen. Im Bauch des Tieres wird er über die Grenze gebracht. Zweimal gelang dieser Fluchtversuch. Beim dritten Mal flog die Tarnung auf.

 

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Quellen: www.chronik-der-mauer.de,  Freiheit kennt keine Mauer (Bundesministerium für Verteidigung, Schriftenreihe Innere Führung 2/62), Deutschland und die Welt nach 1945 ( Buchners Kolleg Themen Geschichte)