Die Abgrenzung innerstädtischer Quartiere am Beispiel «Neukölln»

Begriffsdefinition ‘Quartier’: Quartier bezeichnet in Deutschland städtische Bereiche mit eigenem Namen, die jedoch keine amtlich geführten Stadtteile sind (wiki). D.h. mit der Benutzung von Quartier wird in der Soziologie versucht, administrative Bezeichnungen zu umgehen. Kein Wunder», denn Quartiere definieren sich allgemein durch ihre Bewohner und deren soziale Strukturen. Nicht selten verwachsen allerdings diese Grenzen mit denen der Stadtverwaltung.

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Status Quo: Neukölln ist der achte von zwölf Bezirken Berlins bzw. dessen nördlicher Ortsteil. Er beherbergt ca. 300.000 Menschen auf 45km² (Aug. 2008) und liegt im südlichen Bereich der Bundeshauptstadt zwischen den Bezirken Tempelhof-Schöneberg im Westen und Treptow-Köpenick im Osten sowie Friedrichshain-Kreuzberg im Norden. Im Süden grenzt Neukölln an das Bundeslang Brandenburg.

Der Berliner Senat hat weite Teile Neuköllns mit dem Prädikat “Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf” gekennzeichnet. Beachtlich ist, in ganz Berlin gibt es 17 solcher überwiegend sozialen Brennpunkte, neun davon liegen im Bezirk: Reuterplatz, Rollbergsiedlung, High-Deck-Siedlung, Schillerpromenade, Richardplatz Süd, Gropiusstadt/Lipschitzallee, Flughafenstraße, Weiße Siedlung und Körnerpark. Diese Gebiete haben Innenstadtnähe, große Wohnsiedlungen einschl. Plattenbausiedlungen, Gewerbe-, Industrie-, Post- und Bahnbrachen sowie ehemalige Militärstützpunkte gemein. Sie fallen besonders durch hohe Arbeitslosigkeit, der Zunahme von einkommensschwachen Haushalten, der steigenden Anzahl von Sozialhilfeempfängern, der zunehmenden Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen durch wachsende Jugendarbeitslosigkeit und fehlender beruflichen Chancen, der Zunahme von Gewaltbereitschaft und Kriminalität und dem Vorherrschen städtebaulicher Missstände auf. Umstritten ist, ob diese Brennpunkte auf den hohen Migrantenanteil oder eher auf die großen sozialen Missstände zurückzuführen sind. Sicher ist aber, dass die sozialen Probleme, gerade der Misstand im Punkte Bildung, nicht nur Immigranten, sondern auch vor allem Deutsche trifft.

Wie kam es zur aktuellen Problemsituation?

1) Zusammenlegung der Bezirke

Mit der Verwaltungsreform 2001 wurden die bis dato 23 Bezirke in 12 nahezu identisch große Bezirke zusammengelegt, dabei wurde versucht ehemalige Ost- mit Westbezirken zu fusionieren. Neukölln und seine Ortsteile blieben davon zwar unberührt, aber der Einfluss der neu entstandenen Bezirke hat noch heute Auswirkungen. U.a. enstand der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

2) Gentrifizierung in Prenzlauer Berg und Kreuzberg

Die Zusammenlegung der Bezirke hat neue Nachbarn auf den Plan gerufen. Prenzlauer Berg hat sehr stark mit Yuppisierung zu kämpfen, Kreuzberg dagegen sieht sich gerade dem studentenreichen Friedrichshain gegenüber. Im Laufe des Aufwertungsprozesses. durch die zu Akademikern mit erhöhten Ansprüchen herangewachsenen Studentenpioniere, der die Mieten in die Höhe schnellen lässt, verschiebt sich das alteingesessene Klientel gen Süden, Neukölln, mit all seinen Problemen.

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“Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf” bezeichnet im Allgemeinen kein “Ghetto” sondern vielmehr ein Quartier, das erhöhte Aufmerksamkeit aufgrund der oben genannten Probleme bedarf. Im Fall ‘Neukölln’  sieht die Regierung vor allem diese Vorangehensweise als wichtig an:

Projekt: Stadtteilmütter

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Frauen verschiedenster Nationen lernen in einer sechsmonatigen Ausbildung, Familien in Not zu helfen. Sie geben den “Eltern Informationen über das deutsche Bildungssystem, über Erziehungsfragen, Gesundheitsförderung, Ernährung, Kinderrechte und Elternpflichten. Sie sollen Informationen, Rat und auch Hilfe anbieten und so dafür sorgen, dass Kinder aus nichtdeutschen Familien in Kitas angemeldet werden und damit auch mehr Chancen auf ein erfolgreiches Schulleben haben.” Mit diesem Projekt wird versucht, dem Hauptanliegen des Berliner Senats, Bildung bzw. Mangel an Bildung, entgegenzusteuern und somit Integration und annähernd Chancengleichheit zu ermöglichen. In anderen deutschen Städten sowie in Berlin-Kreuzberg, ist dieses Vorgehen bereits geglückt.


Ein vorzeitiges Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht, der Aufwertungsprozess zieht sich stetig hin, und da Gentrifizierung wächst und nicht am Reißbrett geplant wird, ist es schier unmöglich das Unterfangen aufzuhalten. Maßnahmen wie das Projekt ‘Stadtteilmütter’ sollen die Folgen, zumindest die negativen Auswirkungen, des Prozesses schmälern, stoppen können allerdings auch sie ihn nicht. Klar ist, dass die Gegenüberstellung der verschiedenen Bevölkerungsschichten deutliche Probleme verursacht und das vor allem auf der Seite der vom Gesellschaftsstatus her niedrigeren Schichten. Beispiele wie Harlem, NYC, Schanzenviertel, HH, oder Bockenheim/Westend und teils Ostend in Frankfurt a.M., für einen stattfindenen oder abgeschlossenen Gentrifizierungsprozess zeigen dies.

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2. Geschichtlicher Hintergrund

 von Lena Pukropski

  • 1945: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnete man im Mai 1945 55 Mio. Tote, davon waren mehr als die Hälfte Zivilisten.

    Auf der Konferenz von Jalta wurde Deutschland von den vier Siegermächten Frankreich, USA, Großbritannien und der Sowjetunion in vier Besatzungszonen eingeteilt. Gleiches geschah mit der Hauptstadt Berlin. Die Ziele in den Besatzungszonen waren zunächst einheitlich festgelegt: Sie lauteten Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung und Demokratisierung.

    Auf der Potsdamer Konferenz beschlossen die Siegermächte die wirtschaftliche Einheit Deutschlands zu erhalten. Außerdem wurde auch eine baldige politische Wiedervereinigung angestrebt. Doch es kam anders: Die sowjetische Führung baute ihre Machtposition immer stärker gewaltsam aus und errichtete dazu neue kommunistiche Diktaturen im mittleren Osteuropa. Daraufhin beließ auch die USA ihre Truppen in Europa und Asien, um die sowjetische Machtpolitik einzudämmen. Zusätzlich sicherten sie allen freien Völkern, die vom Kommunismus bedroht waren Hilfe und Unterstützung zu. Das war der Beginn des Kalten Krieges.

    Winston Churchill am 5. März 1946: „Von Stettin an der Ostsee bis Triest am Adriatischen Meer ist längs durch den Kontinent eine eiserner Vorhang gefallen. Hinter dieser Linie liegen die Hauptstädte der alten, geschichtlichen Staaten Mittel- und Osteuropas: Warschau, Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest und Sofia, alles berühmte Städte. Und die Völker um sie herum leben in dem, was ich die sowjetische Sphäre nennen muss. Sie alle unterliegen, in der einen oder anderen Form, nicht nur sowjetischem Einfluss, sondern zu einem sehr hohen und in vielen Fällen steigenden Maße auch der Kontrolle Moskaus.“

  • 1949: In diesem Jahr wurden zwei deutsche Staaten gegründet: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik.

BRD DDR

Demokratischer Verfassungsstaat (Grundgesetz am 23.5.1949)

Kommunistischer Staat mit Planwirtschaft

Mehrparteiensystem

Einparteienherrschaft der SED

Gewaltenteilung

Diktatur (u.a. durch Verstaatlichungen)

Freie Wahlen

Keine freien Wahlen

 

    Die Bundesrepublik lehnte die DDR als Staat jedoch ab und drohte anderen Staaten, die diplomatische Beziehungen mit beiden deutschen Staaten führten, die Beziehungen zwischen den Staaten und der BRD zu beenden, sollten diese sich nicht von der DDR lösen. Damit gelang es der Bundesrepublik die DDR außenpolitisch weitgehend zu isolieren.

  • 1952: Seit diesem Jahr betrieb die Spitze der DDR die Sicherung der innerdeutschen Grenze durch Aufstellen von Zäunen, Alarmvorrichtungen und Überwachung. So war von nun an das problemlose Passieren nicht mehr möglich.

  • 1957: In diesem Jahr wurden die Strafgesetze in der DDR erheblich verschärft. Wer die Republik unerlaubt und ohne Papiere verließ, wurde der Republikflucht angeklagt und mit 3 Jahren Gefängnis bestraft.

  • 1958: Der sowjetische Staatsführer Nikita Chruschtschow setzte ein Ultimatum: Er verlangte die Verhandlungen über einen Friedensverstrag und die „Freiheit“ Berlins. Wenn die Westmächte dies nicht täten, trete die Sowjetunion in einen einseitigen Friedensverstrag mit der DDR ein.

  • 1961: Wie in den Jahren davor verschlechterte sich auch 1961 die wirtschaftliche Lage der DDR. Dieses Problem und die Gefahr eines Konflikts mit den USA veranlasste Chruschtschow die Mauer zu bauen. Am 13.8.1961 wurde mit dem Bau der Mauer begonnen.

 

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1.Fakten

-eine Ausarbeitung von Serap Yilmaz-

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Hauptstadt

Lefkosía/Lefkosa (Nikosia)

Fläche

9251 km2 (Weltrang: 162)

Entfernung

zu Griechland(Küste): 800km

zur Türkei (Küste): 50 km

Einwohner

796,740 (Juli 2009 geschätzt)

Ethnien

77% Griechisch, 18% Türkisch, 5% andere

Amtssprachen

Griechisch, Türkisch

Religionen

Griechisch Orthodox 78%, Muslime 18%, Minderheiten von Anglikanern, Maroniten, Muslimen und armenischen Christen

Währung

1 Zypern-Pfund (Z£) = 100 Cents ab 1.1.2008: Euro (Euro )

Regierung

Staats- u. Regierungschef: Tassos Papadopoulos, Äußeres: Erato Kozakou-Marcoullis

Nationalfeiertag

1.10. (Unabhängigkeitstag)

Verwaltungsgliederung

6 Distrikte

Staats- und Regierungsform

Verfassung von 1960
Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1960
Parlament mit 80 Mitgl. (56 für griechische Zyprer, 24 für türkische Zyprer [vakant]), Wahl alle 5 J.
Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 5 J.
Wahlpflicht ab 18 J.

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2.Vorgeschichte

1.britische Kolonialzeit

Im Jahre 1878 wurde Zypern britisches Protektorat, welches im Berliner Kongress 1878 beschlossen wurde. Im Jahre 1919 bis 1922 begann der türksiche Krieg um die Insel. Als Resultat stellte sich heraus, dass die Türkei die Annexion anerkennt und somit auf Zypern verzichtet.

In Folge dessen kam unter den Griechen der Enosis-Wunsch ans Tageslicht: Dies bedeutete das Ziel zu verfolgen, sich Griechenland anzuschliessen. Darauf folgen jedoch große Unruhen, da Großbritannien kein Interesse daran hatte, sein Protektoriat den Griechen in Athen zu überlassen. Bis zum Jahre 1934 regierte somit eine Diktatur auf der Insel. Auf der anderen Seite blieb Griechenland trotz des Enosis- Wunsches passiv, da es Angst vor Großbritannien hatte.

Im Zuge des Kaltes Krieges erhielt Zypern dann eine große Bedeutung ( desweiteren    traten so unwillkürlich neue Akteure in den Zypernkonflikt ein): für die NATO war Zypern ein Royal Air Force Stützpunkt für Atombomber geworden. Für Großbritannien wurde die Insel ebenso wichtig, als dass sie eine Basis blieb.


2. Unabhängigkeitsbestrebungen

In der Mitte der 50er Jahre stieg der Wunsch nach Anschluss immer mehr bei der Bevölkerung. Weiterhin zeigte sich die britische Großmacht ignorant. Der damalige Erzbischof Alexandros Papagos drohte, den Fall vor die UNO zu bringen, welches mit einem Konter des britischen Premier kommentiert wurde. Anthony Eden behauptete nämlich, Zypern sei ebenso Angelegenheit der Türkei. Er wollte so die Mutterländer gegeneinander ausspielen, um die eigenen Interessen zu verfolgen.

Die Reaktion der Türkei darauf war: „wenn sich am Status etwas ändert, muss Zypern an die Türkei zurückgegeben werden!“ Es kam regelrecht zum „Poker“ um Zypern. Dies löste wiederum einen neuen griechisch- türkischen Konflikt aus. Großbritannien führte ab dem Zeitpunkt seine devide impera Politik, welche auch Konflikte innerhalb der Insel auslöste. 1955 folgte der Kampf der Untergrundorganisation EOKA (Nationale Organisation zypriotischer Kämpfer), die immer noch das Ziel Enosis verfolgte. Türkische Zyprioten fürchteten, der Anschluss an Griechenland könnte zu Diskriminierungen führen und strebten nach der Aufrechterhaltung des Status quo. Daher wandten sie sich Großbritannien hin.

Die Gegenströmung zur griechischen EOKA war hieß VOLKAN, welche sich später zur TMT wandelte. Die Bestrebungen nach dem Status quo wandelten sich in der Zeit nach Taksim, d.h Trennung. Somit standen sich zwei Ziele gegenüber: Enosis vs Taksim.

Im Jahre 1958 kam es zu ersten Zusammenstößen zwischen EOKA und TMT. Auch Kooperationsmodelle stießen bei beiden Bevölkerungsgruppen auf Ablehnung. Den Höhepunkt erlangte die Phase, als es zu einer Inszenierung eines Anschlags auf die türkische Regierung seitens der eigenen Bevölkerung kam. Diese Phase entsprach bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Nun wurde der Konflikt nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf militärischer Ebene ausgetragen. 1956 kam es durch Anschläge zu Morden an Griechen in Istanbul. Beachtlich war das „System kommunizierender Röhren“. Das heißt, dass wenn es zu Unruhen auf Zypern kam, dies ebenso starken Einfluss auf die Bevölkerungen in den Mutterländern hatte.

Neue Richtungen erlangte der Konflikt nach der Suezkrise: Großbritannien wertschätzte die Insel nicht mehr so sehr wie anfangs und die USA machten Druck wegen der NATO, da sie die Südostflanke Zyperns gefährdet sahen. 1959 kam es zu Gesprächen in Zürich. Die Lösungsfindung entsprach jedoch einer „Scheinlösung“, um ein Auseinanderdriften von NATO- Verbündeten und NATO-Interessen zu vermeiden. Die Lösung brachte die Machtansprüche erstmals auf Papier. Großbritannien, Griechenland und die Türkei waren alle samt Garantiemächte Zyperns.

Das Problem war jedoch, dass keine Zyprioten an den besagten Gesprächen beteiligt waren: Zypern wurde als „Objekt“ behandelt. Die Konsequenz dessen waren weitere Unruhen und nationale Probleme, die verschärft wurden. 1960 erlangte der griechische Teil seine Unabhängigkeit.

Hadrianswall und Antoniuswall

von Helge Wieck

Hadrianswall

Der Hadrianswall ist ein römisches Grenzbefestigungssystem in Nord-England. Der Wall erstreckt sich zwischen Newcastle und Solway Firth auf einer Länge von ca. 113 Kilometern. Erbaut wurde er im Jahr 122 n. Chr. auf Befehl des römischen Kaisers Hadrian (*76, †138). Hadrians Grenzsicherungskonzept war, die Grenzen an klar erkennbaren natürlichen Hindernissen, wie z.B. Flüssen oder Gebirgszügen endgültig zu etablieren und die Lücken dazwischen mit künstlichen Befestigungen auf Dauer zu festigen. War die Grenze gesichert konnte die Romanisierung voranschreiten und sich die Wirtschaft ungestört entwickeln. Auch sollte der Wall dazu dienen den schottischen Stämmen klar erkennbar zu machen, wo die Grenze zum römischen Reich ist.

Antoniuswall

Nach dem Tod Hadrians ließ sein Nachfolger Antonius Pius einen weiteren Wall 160 km weiter nördlich des Hadrianwalls zwischen Firth of Forth und Clyde bauen, den Antoniuswall. Der Bau dauerte von 142 bis 144 n. Chr. Der Antoniuswall sollte die Unterwerfung der Stämme im Norden Englands ermöglichen, die Unterwerfung misslang jedoch und der Großteil der Truppen wurde wieder zum Hadrianswall zurückgezogen. Im Jahr 164 n. Chr. wurde der Hadrianswall wieder in Vollbetrieb genommen.hadrianswall_karte1

Verteidigung

Die Höhe der Wälle wird auf 4 bis 5 Meter geschätzt. Entlang der Wälle wurden Wachtürme, Meilenkastelle, und Auxilarlager gebaut. Die Wachtürme dienten zur Überwachung des Geländes um den Wall herum und zur Warnung vor Feinden mit Signalfeuern. Es standen jeweils auf einer drittel Meile zwei Wachtürme. In den Wachtürmen waren Unterkünfte für ca. 8 Mann auf einer Fläche von 8 m². Die Meilenkastelle waren grob gesagt befestige Tore jeweils im Abstand von einer römischen Meile. Die Kastelle umfassten eine Fläche von 18 m² auf der bis zu 16 Mann ihre Baracken hatten. Die Auxiliarlager waren große Lager für die Hilfstruppen der Armee (lat. auxilia) , welche zur Verteidigung des Walls gegen anrückende Feinde dort stationiert waren.

Das Ende des Walls

Was genau das Ende des Hadrianwalls herbeiführte, kann mangels fehlender Quellen nicht vollständig wiedergegeben werden, fest steht jedoch, dass durch den Gallienfeldzug 383 n. Chr. des Comes Britanniarum Magnus Maximus große Teile des Hadrianwalls aufgegeben wurden. Da der Großteil der Soldaten abgezogen wurde, dienten die Kastelle meist als Wohnanlagen für die Nachkommen der ehemaligen Soldaten.

Auch wenn eine sichtbare Grenze langsam verschwand blieb sie dennoch in den Köpfen der Menschen, denn eine komplette Durchmischung der Kulturen gab es nie. Ein Grund dafür ist die Abgrenzung durch den Hadrianswall, ein weiterer Grund ist die Unterdrückung Schottlands durch England nach 1746. Die heutige Grenze zwischen Schottland und England verläuft nur ein wenig nördlicher des Hadrianwalls. Die englische Sprache, die vom lateinischen abstammt, beeinflusste jedoch die schottische, die wiederum aus der gälischen Sprache entstanden ist. So spricht man in den Lowlands, dem Südlichen Teil Schottlands, einen schottisch-englischen Dialekt, das Lowland Scots. Das englische know ist im Scots ken. Zwar existiert sowohl ken im Standartenglischen, als auch knaw(know) im Scots, doch wird know häufiger von Engländern verwendet und umgekehrt. Die Abneigung gegenüber Englands aber auch der zunehmende Tourismus führt dazu, dass viele Schotten das ursprüngliche schottisch sprechen.

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3.Vertiefung des Konflikts

Der damalige Präsident sprach sich dafür aus, entweder das Land zu teilen oder ihr die Unabhängigkeit zu übergeben. Die griechischen Zyprioten jedoch verfolgten immer noch vehement den Enosis- Gedanken. In der Türkei waren die Gemäßigten für die Unabhängigkeit, wohingegen die Radikalen am Taksim- Wunsch festhielten. Die Verfassung zu der Zeit war mehr als kompliziert und durch die vielen verschiedenen Interessensgruppen und dem Mangel an Einvernehmen der Volksgruppen,fehlte ihr einfach die Basis.

1963 kam es zu einem Verfassungsänderungsversuch der griechischen Seite. Dies stieß natürlich auf Ablehnung der Türkei, weil zum Beispiel das Veto-Recht des Vizepräsidenten (, den laut Gesetz nach immer ein türkischer Politiker stellte) abgeschafft werden sollte. Zypern stürzte sich in eine schwere Staatskrise.

An Weihnachten 1963 kam es zu einem innerzypriotischen Bürgerkrieg. Der Grund dafür war, dass die türkische Seite nun härter durchgreifen wollte. Beide Radikalen heizten den Konflikt mehr und mehr auf. Beispielhaft dafür gilt die Terroristengruppe von Nikos Sampson: diese hatte sogar den Ruf des „Türkenkillers“.

Zwischen 1963 und 1964 verloren 350 türkische und 200 griechische Zyprioten ihr Leben. Diese blutigen Auseinandersetzungen lieferten noch mehr Grund für den Teilungsgedanken. Daher verfolgte die TMT ihre Politik der Teilung immer stärker. Griechische Zyprioten legten gleichzeitig Blockaderinge um die türkisch zypriotischen Enklaven: noch eine Verschärfung der Tendenz zur Teilung.

Im selben Jahre drohte ein türkisch- griechischer Krieg, welcher jedoch durch die Einmischung der USA verhindert wurde. Die USA plus Großbritannien wollten NATO- Kontingente, jedoch war der griechische Präsident nicht auf der Seite der Anti-Kommunisten. Er richtete seien Blick auf die UdSSR. Diese wollte auch nicht, dass Zypern zur NATO gehört. Das Resultat war, dass die UNO eine Friedentruppe namens UNFICYP einsetze; dies brachte jedoch trotzdem keine Ruhe in das Land.

Im Jahre 1964 plante die Türkei schon eine Invasion, welche von den USA verhindert wurde. Es gab ein großes „Hin- und-Her“, in dem zum Beispiel die Türkei auch immer mehr den Blick auf die Sowjets richtete, weil sich die USA angeblich zu sehr einmischten. Die USA entwickelten gemeinsam mit Großbritannien einen Plan für Zypern, der als “doppelte Enosis” in die Geschichte einging. Dieser Plan beinhaltete, dass Zypern Griechenland angeschlossen wird, die Türken aber territoriale Komponsation von Griechenland erhalten.
Zwischenzeitlich kam es auch immer wieder zu Putschplänen, weil jeder die eigenen Interessen verfolgte, aber mittlerweile so viele Akteure in den Konflikt involviert waren.

Türkische Invasion 1974

Im Jahre 1964 herrschte eine Diktatur in Griechenland, welche wiederum die Position der Griechen auf Zypern schwächte. Es kam zu einem Prozess der Entfremdung, der den Enosis-Wunsch immer kleiner werden ließ. Die Bevölkerung hatte Angst vor einer Diktaturübernahme auf der Insel. Das neue Ziel war nun, Erzbischof Makarios zu stürzen. Zugleich kam es jedoch zu keiner Normalisierung der Verhältnisse zu den türkischen Zyprioten. Zu diesem Zeitpunkt wurde Zypern von den USA sogar mit Kuba verglichen, selbst Makarios mit Fidel Castro,

Makarios zu stürzen, schlug am 15.7.1970 bei der „Enosis per Putsch“ fehl.

Am 20.7.1973 landeten türksiche Streitkräfte bei Kyreneia. Bis zum 16. August besetzte die Armee ca. 40% der Insel. Dabei ging die Türkei eher langsam vor, um den Bürgern die Möglichkeit der Flucht zu lassen. Der Rest, welcher nicht „freiwillig“ ging, wurde mit Gewalt vertrieben. Insgesamt wurden 170 000 griechische Zyprioten von der Insel vertrieben.

Am Ende war somit die Insel geteilt. 1975 entstand die Mauer, die grüne Linie in Nikosia, die die Insel in einen nördlichen und südlichen Staat teilt. Eigentlich sollte die UNFICYP eingesetzt werden, aber Kissinger lehnte diesen britischen Vorschlag ab. Die meisten internationalen Organisationen waren zu dem Zeitpunkt einfach noch zu schwach, und die Schuld des Konflikts lässt sich auf keine der beiden Seiten festmachen, dafür ist er viel zu komplex.

Jugoslawien als Vielvölkerstaat, Das Problem ethnischer Grenzen

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(Das ehem. Jugoslawien)

Inhalt:

Geschichte:

  • Erstes,
  • Zweites,
  • Drittes Jugoslawien

Grenzziehung

Quellen

 

 

Geschichte

Die Geschichte Jugoslawiens (als Staat) lässt sich in drei Abschnitte gliedern:

Man spricht vom ersten, zweiten und dritten Jugoslawien.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts allerdings, existierte Jugoslawien überhaupt noch nicht.

Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina waren Teil von Österreich-Ungarn und nur Albanien, Montenegro und Serbien waren als eigene Staaten vorhanden.

Erstes Jugoslawien:

1918 wurde mit dem Ende des Ersten Weltkrieges das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen mit Peter I. als serbischem König gegründet.

Dieser Staat umfasste bereits das gesamte Gebiet, das später als Jugoslawien bekannt werden sollte und somit auch alle dort angesiedelten Ethnien.

So verwundert es nicht, dass schon damals Konflikte zwischen serbischen Nationalisten und nach Autonomie strebenden Minderheiten entstanden. Im zentral organisierten Königreich wurden diese allerdings unterdrückt.

Dennoch führten die bestehenden Spannungen 1929 zur Aufhebung der Verfassung und Errichtung der Diktatur Königreich Jugoslawien durch König Alexander I..

Im April 1941 endete dieses sog. Erste Jugoslawien mit der Besetzung durch Deutschland und Italien.

Zweites Jugoslawien:

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde, bestehend aus Montenegro, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina und Mazedonien, die Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet.

Die kommunistische Volksfront von Josip Broz Tito regierte; zunächst nach sowjetischem Vorbild, später jedoch verfolgte Tito einen eigenen Weg des Sozialismus, distanzierte sich von der Sowjetunion und wandte sich westlichen und blockfreien Staaten zu.

1963 folgte die Umbenennung des Staates in Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien.

1974 räumte man den serbischen Gebieten Kosovo und Vojvodina den Status autonomer Provinzen innerhalb Serbiens ein, verweigerte ihnen jedoch gegenüber den Republiken Jugoslawiens das Recht auf Selbstbestimmung und Sezession.

Mit dem Tod Titos 1980 setzte der langsame Zerfall Jugoslawiens ein, da nun der zusammenhaltende Faktor zwischen den Vertretern der Republiken und autonomen Provinzen untereinander nicht mehr gegeben war.

So endete das sog. Zweite Jugoslawien 1991 mit Freien Wahlen, die über die Souveränität der einzelnen Teilstaaten entscheiden sollten.

In allen früheren Republiken (in den autonomen Provinzen fanden keine Wahlen statt) votierte die Mehrheit der Bevölkerung bei hoher Wahlbeteiligung für die Souveränität. (Allerdings: Boykott durch die serbische Bevölkerung; nur 55,5% Stimmanteile für Souveränität in Montenegro)

Die Regierung Serbiens jedoch wollte die Integrität der Republiken für Jugoslawien bewahren und antwortete im Falle von Slowenien, Kroatien und Bosnien mit Krieg auf die erfolgten Unabhängigkeitserklärungen. Dennoch konnten im Endeffekt alle Staaten ihre Unabhängigkeit erreichen.

Drittes Jugoslawien:

Die Bundesrepublik Jugoslawien, bestehend noch aus Serbien und Montenegro, trat 1992 die Nachfolge der SFRJ an. Innerhalb der UN durfte sie nicht den früheren Sitz Gesamtjugoslawiens antreten, sondern musste sich um einen neuen Sitz bewerben.

2003 folgte die Umbenennung in Serbien und Montenegro. Allerdings wurde auch Montenegro 2006 unabhängig, was das Ende des dritten Jugoslawiens und damit Jugoslawiens an sich bedeutete.

2008 erklärte auch die ehemals autonome Provinz Kosovo ihre Unabhängigkeit von Serbien, sie wird allerdings von vielen Staaten nicht anerkannt; Serbien betrachtet den Kosovo weiterhin als integrale Provinz.

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(Wikimedia-Animation, Klicken zum Anzeigen)

Ethnische Gruppierungen – Das Problem der Grenzziehung

Beim ehemaligen Jugoslawien handelt es sich um einen Vielvölkerstaat.

Das heißt im Zuge seiner Entstehung wurden viele unterschiedliche ethnische Gruppen unter einer Regierung zusammengefasst, hauptsächlich Serben, Kroaten, Slowenen, Albaner, Mazedonier und Montenegriner.

Während im westlichen Europa gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Phase der Nationenbildung mit Deutschland also zu ihrem Abschluss kam, wurden die Staatsbildungsbestrebungen der Ethnien Jugoslawiens lange Zeit unterdrückt.

So ist es wohl kaum verwunderlich, dass die Verschiedenen Bevölkerungsgruppen bis heute ein starkes Streben nach Autonomie und Souveränität aufweisen.

Denn Serbien, das lange Zeit eine Politik einer jugoslawischen Föderation vertrat, versuchte diese unter anderem auch auf militärischem Wege durchzusetzen. So kam es zu Kriegen mit Slowenien und Kroatien und auch dem Kosovokonflikt.

Allerdings war das Ergebnis nur ein noch größeres Unabhängigkeitsstreben der betroffenen Völker.

Das Problem, das mit diesem Wunsch nach eigenen Nationen einhergeht ist das der Grenzziehung:

Durch die ehemalige gesamtstaatlichkeit Jugoslawiens existieren keine klaren Abgrenzungen der Volksgruppen untereinander. Besonders in den Grenzgebieten vermischen sich die Ethnien weshalb nicht klar ist welchem Staat dieses Gebiet nun zuzuordnen wäre.

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(Ethnien und Religionen Jugoslawiens)

Hinzu kommen der offensichtliche Unwille Serbiens (als größter ethnischer Gruppe) Gebiete abzutreten und die Unterschiedlichkeit der Sprachen, die eine Kommunikation erschwert und das Konfliktpotenzial erhöht.

Des weiteren sind in dem Gebiet verschiedene Religionen vertreten, vor allem die christlich-katholische, christlich-orthodoxe und die moslemische.

Das misstrauen der Völker untereinander erschwert die politische Grenzziehung bis heute; bestes Beispiel hierfür ist wohl der Kosovo, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte.

(Aus der Sueddeutschen Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/politik/917/458568/text/).

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawien

http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=UUZ02K

Diercke Weltatlas,  1. Auflage 2008, Westermann

 


Gentrifizierung am Beispiel des Hamburger Schanzenviertels

Gliederung:

 

1. Definition: Gentrifizierung

2. Kurze Vorstellung des Hamburger Schanzenviertels

3. Der Gentrifizierungsprozess im Hamburger Schanzenviertel 

4. Quellen

 

1.Definition

Die Gentrifizierung (von engl. Gentry: niederer Adel), teils auch Gentrifikation (von engl. Gentrification), umgangssprachlich auch Yuppisierung, ist ein in der Stadtgeographie angewandter Begriff, der einen sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteiles beschreibt, die Aufwertung des Wohnumfelds durch teils gezielte und selektive Veränderung der Bevölkerung, sowie durch Restaurierungs- und Umbautätigkeit. (www.wikipedia.de)

 2. Vorstellung des Hamburger Schanzenviertels:

Vollbild anzeigenDas Schanzenviertel, auch als Schanze oder Die Schanze wird in der Hamburger Bevölkerung und Verwaltung ein je nach Auslegung etwa 0,2 bis 0,4 Quadratkilometer umfassender Stadtbereich im Umkreis des Hamburger Sternschanzenparks bezeichnet und mit zum hamburger Atadtteil Altona gehört. Dieser Stadtbereich zeichnet sich vor allem durch ein individuelles soziokulturelles Gepräge der Bevölkerung sowie das dichte Gemisch von Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebebauung aus. Seinen Namen hat das Viertel von der 1682 dort gebauten Verteidigungsanlage  Sternschanze.

Das Schanzenviertel  war  zunächst ein verarmtes, heruntergekommenes Altbauviertel, dessen Abriss teilweise geplant war und gilt heute als Szeneviertel in Hamburg und ist bei jungen Erwachsenen beliebtes Wohngebiet wegen seiner alternativen Kultur, was auch durch viele Einwanderer zustande gekommen ist. Im Zentrum sind viele  Bars, Restaurants, ausländische Kleinunternehmer, Modeboutiquen und die dazugehörige Kundschaft vorzufinden, die das Strassenbild prägen. 

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3.Gentrifizierung im Hamburger Schanzenviertel:

Gentrifizierung findet meistens in Stadtteilen statt, die einen ursprünglich hohen Wert, d.h. bevorzugte Lage (z.B. Wasser-, City- oder Grünflächen-Nähe) oder einen wertvollen Wohnungsbestand (Altbauten) vorweisen können.

Diese Stadtteile besitzen zu Beginn des Gentrifizierungsprozesses jedoch niedrige Wohnqualität und vor allem niedrige Wohnpreise. In diesen Gebieten findet man überwiegend sozial Schwächergestelle und einen hohen Anteil an Ausländern und Arbeitslosen.

Auf Grund der guten Wohnlage und der trotzdem niedrigen Preise werden die genannten Stadtteile für sogenannte „Pioniere” (Studenten, Künstler, Subkultur etc.) attraktiv. Diese werten in einem ersten Schritt die Stadtteile auf und setzen einen Segregationsprozess in Gang. Viele Studenten steigen in das Berufsleben ein und verdienen folglich deutlich mehr Geld als die Einwanderer. Dies führt zu einer erhöhten Kapitalansammlung in diesem Stadtteil. Investoren sehen Chancen zur Wertsteigerung (Spekulation). Erste Häuser und Wohnungen werden restauriert, Szene-Clubs und Kneipen entstehen. Die Mieten steigen. Alteingesessene werden – manchmal mit rüden Methoden – u.a. durch Mieterhöhungen vertrieben. Neu Eingewanderte, Studenten oder erfolglose Künstler können sich die höheren Mietpreise nicht leisten und siedeln sich in anderen Stadtteilen an. Eine neue, wohlhabendere Klientel siedelt sich an und setzt oft andere Lebensstandards durch.

Immobilienunternehmen entdecken das Interesse und sanieren weitere Häuser luxuriös.

Das Resultat ist, dass sich die ursprüngliche Bevölkerungsstruktur und der Charakter (Flair) der zuvor oftmals alternativen, multikulturellen Viertel wandeln.

Im Schanzenviertel führte dieser Prozess zu Widerständen, da die Einwohner ihre Heimat nicht verlieren wollen. So kam es unter anderem auch zu Anschlägen mit Farbbeuteln oder Stinkbomben. Doch all das hielt die Politiker nicht auf ihre Sanierungsziele weiter zu verfolgen und so ist “Der städtebauliche Missstand beseitigt. Die Bewohnerschaft ist  zum Großteil ausgetauscht, und die Schanze ist ein Vergnügungsviertel geworden.”

4. Quellen

www.hamburg-tourism.de

www.hamburg-schanze.de

www.wikipedia.org/wiki/Schanzenviertel

4.Verhandlungen zur Wiedervereinigung

Am 13. Mai 1983 kam es zu Interventionen von außen: Die UN-Resolution 37/253 besagte unter anderem den Rückzug der Truppen von der Insel und die vollständige Rückkehr der Flüchtlinge. Beide Teile Zyperns verfolgten aber immer noch unterschiedliche Interessen. Beispielsweise wollten die türkischen Zyprioten ein Land mit zwei homogenen „Bundesländern“, wohingegen die griechischen Zyprioten darauf bestanden,dass beachtet werden müsste, dass 82% der Bevölkerung die Griechen stellten. Daher waren die Verhandlungen insgesamt sehr kompliziert und langwierig.

Die Reaktion der Inseltürken auf die Resolution war die Unabhängigkeitserklärung der Türkischen Republik Zypern, welche international bis heute nicht anerkannt ist. Es folgten Maßnahmen der UN, die jedoch scheiterten, wie zum Beispiel die „set of ideas“. Dies war ein umfassender und detaillierter Vorschlag zur Beilegung des Konflikts.

Im Juli 1990 verkomplizierte sich die Situation, da die Republik Zypern(international anerkannt) einen Antrag auf die Mitgliedschaft in der EU stellte. Es kam zu einer Empörung auf der türksichen Seite und alle bisherigen Verhandlungen wurden abgebrochen.

Als dann 2002 Zypern der EU beitrat, kam es zu erneuten Verhandlungen mit der UN, die mit Hilfe einer neuen Regierung in der Türkei erleichtert wurden, da die nun führende Partei AKP ihren Blick auch Richtung EU wand. Anfang 2004 folgte der Annan-Plan(Lösungsplan). Das Hauptziel war eine Konföderation. Unter anderem sollte 27% des Territoriums für den Norden sein, ein anderer Punkt war die Garantiemächte so zu lassen, wie sie vorher schon galten.

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Auf griechsicher Seite stimmten 24 % zu, auf türksicher sogar 64%. Aus griechischer Sicht sei der Plan zu pro-türkisch gewesen und die griechischen Zyprioten hofften auf bessere Verhältnisse durch ihre EU-Mitgliedschaft.

Seit 2008 regiert auf griechicher Seite Dimitris Chistofias, der zu politisch zu den Linken zählt, auf türkischer Seite stellt Mehmet Ali Talat die Regierung. Erstmal sind zwei moderate Politiker an der Macht, die nicht zu den Radikalen zählen; sie selbst behaupten sogar Freunde zu sein. Trotzdem gibt es bis heute hin immer noch keine Lösung des Konflikts.

5.Heutige “Grenzen”?

Heute stellt sich in dem Konflikt für die Inselbewohner die Identitästfrage: Ist man Grieche? Türke? Oder Zypriot?

Der Konflikt bewegt sich immer noch zwischen den Nationalismen, und zwar besser gesagt zwischen den rechten Partein. Dies bedeutet, dass nicht alle auf der Seite der jeweiligen Partei standen und sie so vertraten wie die Meinungen öffentlich waren.

Viele Linke der Türken, wie zum Beispiel die CTP waren und sind republikanisch türkisch und setzen ihren Schwerpunkt auf den geopolitischen Raum Zyperns. Dabei betonen sie die Gemeinsamkeit aller Bewohner und hegten immer den Wunsch eines gemeinsamen Staates und standen der Türkei kritisch gegenüber.

Es kam, nachdem 2003 die CTP an die Macht kam, zu zahlreichen Umschreiben der Geschichtsbücher, da es nicht mehr um ein Türkei-orientiertes Geschichtsmodell geht, sondern um ein Zypern-orientiertes. Es sollte zu einer Entstehung der nationalen Identität in Zypern kommen.

Somit stellt sich die Identitäsfrage im heutigen Konflikt sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene: Die Rechten bezeichnen sich immer noch als Türken oder Griechen, die Linken aber zunehmend als Zyprioten. Somit war Teil des Konflikts immer ein zugleich innerer, in der die nationale Rechte auf die Linke stoß. Sowohl die CTP als auch die AKEL, die griechische Linke, wurden gewaltätig angegriffen.

Wie zuvor genannt, sind nun erstmals zwei Linke an der Macht, die sich einer föderalen Lösung verpflichtet fühlen, wodurch es vielleicht endlich zu EINEM Zypern kommen kann und die Grenzen von früher durchbrochen werden können, obowhl die Mauer schon seit dem 3.April 2008 geöffnet ist.

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Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zypernkonflikt

http://de.wikipedia.org/wiki/Zypern

http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Zypern

http://www.bpb.de/suche/?all_search_action=search&all_search_text=zypern&OK.x=0&OK.y=0

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/cy.html