Der Limes

Allgemeines


Limes Verlauf

Limes: lat. für Weg, Grenzweg, allg. Grenze

Bau: Beginn um 85 n. Chr., Endausbau um 260 n. Chr.

Länge: in Deutschland ca. 550km

Zweck: Kontrolleinrichtung des römischen Imperiums gegenüber Germanien

Konsistenz: anfangs einfacher Postenweg, später auch Palisaden, Gräben und Wälle, zusätzlich  mit Wachtürmen (ca. 900 und 120 Kastelle für Truppen)

-> ca 260 n. Chr. gaben die Römer den Limes auf, der Verfall allerdings dauerte an, selbst heute kann man restaurierte Teile besichtigen

Geschichte des Limes

81 – 96 Unter Kaiser Domitian wurde erstmals der Plan einer zusammenhängenden Grenzbefestigung gefasst. Noch während des Krieges gegen die germanischen Chatten (83 bis 85 n.Chr.) begannen die Römer erste Schneisen in die damals noch sehr dichten Wälder zu schlagen und legten Patrouillenwege an. Im Verlaufe des 1.Jrh. wurden die Grenzlinien im süddeutschen Raum immer mehr Richtung Nordosten vorgeschoben, um eine möglichst kurze Verbindungsstraße zwischen dem Nieder- und Mittelrhein und den Donauprovinzen zu schaffen
um 100 Bau des Limes in der Wetterau und im Odenwald (heutiges Hessen) unter Kaiser Trajan sowie Anlage erster Kastelle am Neckar und auf der schwäbischen Alb zur Absicherung der Verbindungsstaße.
um 130 Errichtung einer durchgehenden Limespalisade vor den Patrouillenwegen.
145 Kastelle am Neckar und im Odenwald werden in Stein ausgebaut.
um 155 Südlich des Main wird der Limes vorverlegt auf die Linie Miltenberg-Lorch-Aalen. Das Kastell in Aalen wird gegründet.
um 170 Ersatz der anfänglichen hölzernen Türme durch Wachtürme aus Stein.
179 Errichtung des Legionslager in Castra Regina (Regensburg)
um 200 Ausbau des Limes mit Wall und Graben in Obergermanien und Errichtung der Limesmauer in Raetien
213 Ausbau des Limestores bei Dalkingen.
ab 233 Ständige Bedrohung des Limesgebietes durch die Germanen.
242 Alamannen durchbrechen den raetischen Limes im Osten Bayerns und zerstörten die Kastelle Gunzenhausen, Kösching und Künzing.
255 Kaiser Gallienus verstärkt die Rheinarmee durch Abteilungen des britannischen Heeres und besiegt die angreifenden Germanen. Bis zum Jahre 260 schlägt Kaiser Gallienus wenigstens noch  fünfmal die Germanen zurück.
258 Die pannonischen Legionen rufen Ingenuus zum Kaiser aus. Kaiser Gallienus maschiert gegen Ingenuus mit Truppen vom Rhein.
259 / 260 Der Abmarsch der römischen Truppen vom Rhein nach Pannonien ist für die Germanen erneut das Signal zum Aufbruch und Franken und Alamannen fegen 259/60 n. Chr. die römischen Grenzwachen hinweg und stoßen über Rhein und Donau weit nach Westen und Süden vor.
260 Mit der Besetzung durch die Alamannen geht das Limesgebiet verloren.
260 / 261 Kaiser Gallienus besiegt zwar mit den rheinischen und raetischen Truppen die Alamannen bei Mailand, aber die Grenzlinie zwischen Rhein und Donau ist endgültig zerschlagen.


(übernommen von http://www.antikefan.de/staetten/deutschland/limes)

Geschichte

Geschichte

Nach Gründung der Provinz Germania Superior um 85 n.Chr. begannen die Römer in der darauf folgenden Zeit, ihre rechtsrheinischen Besetzungen durch den Limes zu sichern: Wegschneisen wurden in die Wälder geschlagen und diese mit hölzernen Türmen bewehrt, um eine lückenlose Überwachung zu gewährleisten. Jahrzehnte später folgte eine Palisade innerhalb dieser Schneise, wurden die Holztürme durch dauerhafte Steintürme ersetzt und schließlich Graben und Wall hinter der Palisade angelegt (Bild oben). Diese vier aufeinander folgenden Aufbauphasen kennzeichnen die Streckenführung des obergermanischen Limes. Rund anderthalb Jahrhunderte bestand das Limessystem, ehe Rom sich 260 n.Chr. gezwungen sah, seine rechtsrheinisch stehenden Verbände abzuziehen.

Im hessischen Teil von etwa 180 km Länge ist der Verlauf des Limes streckenweise noch sehr gut im Gelände auszumachen; so auch am Kleinkastell Holzheimer Unterwald, 10 km südlich von Gießen, wo er noch eine Höhe von 2 m erreicht. Im ehemaligen Limesgraben verläuft ein Forstweg, der die Gemarkungsgrenze zwischen Pohlheim-Holzheim und Langgöns markiert. Mit 290 qm nutzbarer Innenfläche bei einer Gesamtgröße von 20 mal 20 m zählt das Kastell Holzheimer Unterwald zu den kleinsten Vertretern. 20 bis 30 Soldaten waren hier stationiert. Ein Brunnen gewährleistete die Frischwasserversorgung im Kastellinneren. Truppenlager unterschiedlicher Größenordnungen bildeten wesentliche Bestandteile der römischen Grenzkontrolleinrichtungen. An dem nach Norden ausgreifenden Bogen des Wetteraulimes lagen zwei je 500 Mann starke Truppenverbände (Butzbach und Arnsburg), mehrere Kleinkastelle und zahlreiche Wachttürme. Die Besatzungen schirmten die fruchtbare Wetterau gegen die Germanen ab, da alte Fernverbindungen vom Mittelrhein hier über den Limes in das freie Germanien führten. Insgesamt sind in seiner letzten Ausbauphase am gesamten obergermanisch-raetischen Limes über 60 größere Kastelle, etwa 900 Wachttürme und zahlreiche kleinere Militäranlagen errichtet worden.

Varusschlacht

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Ca. im Jahre 9 n. Chr. versuchten die Römer unter dem Oberbefehlshaber ihre Macht

nach Norden in Germanien auszudehnen. Dabei griffen sie mit mehreren Tausend Mann die Germanen im Teutoburger Wald an.

Doch die Germanen erwiederten unter Hermann (auch Arminius genannt) den Angriff im Bündnis mit mehreren Stämmen (Cherusker, Marser, Chatten, Brukterer und Chauken) und schlugen die Römer nieder.

Daraufhin begann Varus Selbstmord und die Römer gaben ihre Bestrebungen bis auf Weiteres auf.

Die Büdnisse blieben bestehen und daher wird die Schlacht auch noch heute als großer Erfolg gefeiert.

Heute, im Jahre 2009 feiert man das Varusjahr – 2000 jähriger Geburtstrag der römischen Niederlage im Teutoburger Wald.

Der Limes als Grenzraum

Betrachtet man den Limes als Grenzraum, so muss man feststellen, dass er als solcher eine schlechte Funktion hatte.

Über die Grenzen hinweg fand nur wenig Austausch statt. Dies könnte einerseits an der verfeindeten Situation, andererseits an den verschiedenen Kulturen gelegen haben, hinzu kam die geografische Trennung, die sich meist über Flüsse oder Gebirgszüge erstreckte und somit ein Überqueren erschwerte.

So waren die Germanen in den Augen der Römer z.B. Barbaren und alles andere als zivilisiert.

Die verhärteten Fronten führten zusätzlich dazu, dass nicht, bzw. nur gering mit einander gehandelt wurde.

Daher fand auch nur kaum bis wenig sprachlicher Einfluss auf beiden Seiten statt.

Aktueller Bezug

Der Verlauf des Limes stellt die jüngste Grenzlinie in Germanien dar. Voraus ging eine 160 Jahre andauernde Eroberungsgeschichte, die in mehreren Etappen erfolgte und deren letzte Ausbauphase diese künstliche Grenze zwischen Rhein und Donau darstellt. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. stand der heutige Limesverlauf im westlichen Abschnitt, also in Rheinland-Pfalz und Hessen fest, im Süden (Baden-Württemberg und Bayern) wurde die äußerste Linie erst gut 60 Jahre später erreicht. Zum Weltkulturerbe Limes gehören zahlreiche, unterschiedlich große Kastelle, Zivilsiedlungen mit teilweise ausgedehnten Badeanlagen und Wohnbauten, aber auch Limestürme und die Grenzbefestigung selbst. Der obergermanisch-rätische Limes vom Rhein bis zum Rotenbachtal, westlich von Schwäbisch Gmünd, besitzt Wall und Graben, möglicherweise bildet die hölzerne Palisade eine erste Grenzbefestigung.

Vom Rotenbachtal bis zur Donau bei Eining war eine durchgehende Steinmauer die letzte Ausbauphase. Zahlreiche römische Ruinen entlang des obergermanisch rätischen Limes sind in den letzten Jahrzehnten ausgegraben, restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie sind heute teilweise restauriert im Gelände, teilweise unter Schutzbauten, langfristig gesichert.

Der Limes als Weltkulturerbe

Die historische Bedeutung

limes02Der Limes ist ein eindrucksvolles technisches Denkmal. Er stellt insbesondere durch seinen in weiten Teilen schnurgeraden Verlauf den Prototyp einer willkürlich gezogenen Grenzlinie dar. Für die Errichtung kamen ausgereifte Planungs- und Vermessungstechniken ebenso zum Einsatz, wie große Finanz- und Personalmittel. Mit seinen Kastellen, den zugehörigen Zivilsiedlungen, der Kette unterschiedlicher Wachtposten sowie den Markierungen an der eigentlichen Grenzlinie weist der Limes eine Fülle archäologischer Stätten auf, die einen authentischen Einblick in die Antike erlauben. Er ist das Sinnbild der Römischen Epoche Europas.

Die Tatsache, dass große Teile des Limes für den Betrachter unsichtbar im Erdboden verborgen liegen, unterscheidet das Welterbes Limes von anderen Welterbestätten, wie dem Kölner Dom, der Altstadt von Bamberg oder der Völklinger Hütte. Die Welterbekonvention der Vereinten Nationen ist jedoch in erster Linie zum Schutz der Denkmale geschaffen worden und stellt keinen Tourismusführer zu den schönsten Plätzen der Menschheit dar. Mit gutem Grund wurde daher beispielsweise bereits im Jahr 1995 auch die Fossil-Lagerstätte Grube Messel in die Liste des Welterbes aufgenommen.




Die Aufnahme

Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat im Juli 2005 in Durban (Südafrika) die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes als Teil des neuen Welterbes „Grenzen des römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten beschlossen. Der UNESCO-Antrag war gemeinsam von den Ländern Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erarbeitet und eingereicht worden.

Hintergrund

Die Auszeichnung des Limes als Welterbe unterstützt zunächst die Landesämter für Denkmalpflege bei ihrer täglichen Arbeit. Das Prädikat erhöht die Sensibilität der Anwohner wie der öffentlichen Stellen für die Verletzbarkeit der antiken Grenzanlagen, denn mancher Limesabschnitt und auch einige Kastelle wurden bis in die jüngste Vergangenheit hinein durch Neubauvorhaben unwiederbringlich zerstört. Was am Welterbe Limes einerseits erstrebenswert ist und was andererseits dem Denkmal schadet, beschreibt nun ein Management Plan, der dem Weltkulturerbe Antrag beigegeben war. Auf Grundlages dieses Management Plans erarbeiten gegenwärtig die vier beteiligten Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalzspezifische “Limes-Entwicklungspläne”. In Zusammenarbeit mit den Kreisen und Kommunen vor Ort, werden detaillierte Konzepte erarbeitet,  was erforscht, wie geschützt und wo (besser) präsentiert werden soll.

Am Beispiel Limes kann ganz generell gezeigt werden, welche Möglichkeiten und welchen Stellenwert die Archäologie in Deutschland heute besitzt. Der Limes ist insofern beispielhaft für alle Bodendenkmale, als er allein aufgrund seiner Ausdehnung die verschiedensten Arten von Kulturlandschaften durchläuft und Gefährdungen jeder Art ausgesetzt ist. Probleme und Gefahren, denen der Limes ausgesetzt ist, betreffen auch alle anderen Arten archäologischer Stätten.
Aber das Weltkulturerbe ist auch von Bedeutung für die zukünftige wissenschaftliche Erforschung und den Tourismus an der Römischen Grenze. Gut einhundert Jahre nach den systematischen Untersuchungen der Reichs-Limeskommission (1892-1939) erbrachte das neuerliche Studium aller verfügbaren Quellen im Rahmen der Vorarbeiten zum Welterbe-Antrag zum Teil erstaunliche Ergebnisse, die selbst das bekannte „Schulbuchwissen“ zum Obergermanisch-Raetischen Limes z.T. korrigieren. Mit gezielten Forschungen wird man die nun aufgeworfenen Fragen zum Aussehen, der Funktion und der Datierung der antiken Grenze beantworten müssen. Seit mehreren Jahren erfreuen sich bereits die Museen und Denkmale entlang der Strecke zwischen Rhein und Donau eines stetig wachsenden Besucherinteresses. Dies ist das Verdienst des Vereins Deutsche Limes-Straße, einer Touristikroute in der sich die wichtigsten Städte, Gemeinden und Kreise entlang der Grenzlinie zusammengefunden haben.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Limes_(Grenzwall)

http://www.limes-in-deutschland.de/projekt.html

http://www.antikefan.de/staetten/deutschland/limes/limes.html

http://www.denkmalpflege-hessen.de/Archaeologie/Welterbe_Limes_in_Hessen/Limes/limes.html

http://www.limesturm.com/

http://www.varusschlacht2009.de/

5. Grenzmuseen

von Lena Pukropski

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Übersichtskarte des Grenzverlaufs durch Berlin. Die Zahlen sind ehemalige Grenzübergänge und an den roten Punkten befinden sich heutige Gedenkstätten.

 

1. Checkpoint Charlie – Das Mauermuseum:

Damals war der Checkpoint ein Ort an dem die West-Alliierten von den Amerikanern registriert wurden bevor sie in die sowjetische Besatzungszone fuhren. Heute befindet sich in einem Haus direkt neben dem Checkpoint das Mauermuseum Berlins. Man findet hier neben zahlreichen Exponaten nahezu alle Informationen rund um die Mauer.  Der Grenzübergang in der Friedrichstraße erhielt seinen Namen “Checkpoint Charlie” durch das Nato-Alphabet. Er war der dritte Grenzübergang, um in das Berliner Zentrum zu gelangen. Auch heute steht an diesem Ort noch ein Grenzhaus und ein Statist-Soldat.

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2. Gedenkstätten:

In Berlin gibt es entlang der Mauer zahlreiche Gedenkstätten. Mal sind sie in Form von alten Mauerresten, wie zum Beispiel am Potsdamer Platz oder beheimatet in einem Haus sollen sie an die Toten erinnern. 

Beispiele:  Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, Gedenkstätte „Günter Litfin“, Gedenkort „Weiße Kreuze“ / Deutscher Bundestag oder das Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

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3. East Side Gallery:

Die East Side Gallery sind 1300 m der Berliner Mauer, die ein internationales Denkmal für Freiheit darstellen. Mit über 100 Bildern ist die East Side Gallery die größte Freiluft-Gallerie der Welt. Die Bilder sind von Künstlern aus der ganzen Welt.

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Quellen: http://www.berlin.de/mauer/grenzuebergaenge/friedrichstrasse/index.de.php, http://www.berlin.de/mauer/gedenkstaetten/index/index.de.php, www.eastsidegallery.com

Bilder: www.berliner-mauer-kunst.net/…/image001.jpg,  www.de.wikipedia.org ,  medien.meyers.de/details.php?image_id=8976… , www.tursky-hartmann.de/fotos/berlin.php

4. Gestern und heute – ein Vergleich in Bildern

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von Lena Pukropski 

 1. Ein Haus in Teltow-Seehof

Das Haus zu Zeiten der Mauer

Das Haus heute 

 

 2. Der Reichstag

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3. Berlin Mitte

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 Berlin Mitte

 

4. Das Brandenburger Tor

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Quelle: zu 1. bis 3. : http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Border/Index

Quelle zu 4.: http://www.dortmund-airport.de/uploads/pics/125-06_brandenburger-tor-at.jpg, http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.ausstellung-berlin.com/Mauer89.jpg&imgrefurl=http://www.ausstellung-berlin.com/&usg=__QK2WQliSKEMfMXEefd_s5_gyHAs=&h=678&w=747&sz=85&hl=de&start=6&tbnid=zOuGT0zE3wXYZM:&tbnh=128&tbnw=141&prev=/images%3Fq%3Dbrandenburger%2Btor%2Bmauer%26gbv%3D2%26hl%3Ddewww.mauer.jp/mauer1/c104.jpg

3. Flucht und Fluchtversuche

von Lena Pukropski

 Fluchtbewegung aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland:

  • 1945 bis 1948: 732 100
  • 1949 bis 12.8.1961: 2 686 942
  • 13.8.1961 bis 31.12.1988: 959 905
  • 1.1.1989 bis 30.6.1989: 190 190
  • GESAMT: 4 569 137

Fluchtbewegung ab 1961 durch die Sperranlagen, ohne Fluchten über das Umland:

fluchtlingsdiagramm

 Fluchtmethoden – Beispiele und Hilfsmittel:

  • Grenzhäuser: Bevor die Fenster und Türen dieser Häuser zugemauert wurden, gelang einigen die Flucht auf diesem Weg. Manche sprangen sogar von Dächern in den Westen, dabei verfehlten einige das Sprungtuch und kamen zu Tode.
  • Stacheldraht: Als es noch keine Betonwand gab, versuchten Flüchtlinge diesen zu zerschneiden, zu sprengen oder zu überklettern mit Hilfe von Brettern und Leitern.
  • Flucht zu Wasser: Einige flüchteten schwimmend über den Teltowkanal oder bemächtigten sich eines Ausflugsschiffes und setzten an das West-Berliner Ufer über.
  • Kanalisation und selbstgebaute Tunnel: Solange die Kanäle des Abwassers nicht vergittert waren, war diese Art der Flucht eine weitere Möglichkeit. Eine weitere Möglichkeit war das Graben von Tunneln. Bis heute weiß man, dass es circa 40 Grabungen gab. Einige davon führten von Ost-Berliner Friedhöfen nach West-Berlin oder von einem Hühnerstall in den Westen. Bei letzterem Tunnel handelt es sich um den sogenannten Seniorentunnel. Zwölf Senioren wollten “bequem und ungebeugt in die Freiheit”.
  • Fahrzeuge: Mancher Ost-Berliner durchbrach die Mauer mit selbstgepanzerten Fahrzeugen, Planierraupen, Lastkraftwagen oder Bussen.  Ein Grenzgänger erzählt: ” Wir haben einige Male die Grenze inspiziert und kamen zu der Überzeugung, dass wir auf diese Weise mit unseren Frauen nicht flüchten können. Dann kamen wir auf die Idee, mit einem Auto die Grenzsperren zu durchbrechen. Es wurde für 1850,- DM ein alter Opel P4 gekauft. Diesen Wagen haben wir gepanzert. Die zur Panzerung notwendigen Stahlplatten haben wir ‘organisiert’, d.h. heimlich im Betrieb mit der Brennmaschine ausgeschnitten. Der P4 war ein geschlossener Kastenwagen. Hinten haben wir die Hohlräume mit Beton ausgegossen – etwa 3 cm stark -. die Türen wurden ebenfalls mit Beton ausgegossen. Vor die Windschutzscheibe haben wir 8 mm starke Stahlplatten gehängt. In diese Stahlplatten haben wir etwa 180 Sehlöcher gebohrt. Beide Seitenfenster wurden ebenfalls mit 3-mm-Stahlplatten versehen. Zwischen die doppelte Panzerung wurde Schaumgummi gelegt und dann zusammengeschraubt. Sämtliche Platten waren zum Einhängen und zum Zuschieben, so dass von außen nichts zu sehen war. Den Motor haben wir ebenfalls mit Stahlplatten abgesichert, 3 mm stark. Darauf wurde in den Kasten des Wages ein ‘Hängeboden’ eingebaut, dort wurden Betten untergebracht. Diese Arbeit hat ungefähr drei Wochen in Anspruch genommen. Als Übergangsstelle haben wir uns die Chausseestraße ausgesucht. Wir sind am 14. November 1961 gegen 20 Uhr dort vorgefahren und ließen den Wagen, in dem drei Frauen saßen, dort stehen. Mein Freund und ich haben die Grenzposten beobachtet. Gegen 21 Uhr sind wir an die Slalomstrecke herangefahren und haben den rechten Winker ausgestreckt, als wollten wir in eine Seitenstraße einbiegen. Die Kontrollposten ließen sich dadurch erst einmal täuschen. Als wir in der Mitte der Slalomstrecke waren, wurde gepfiffen. Erst als wir die Strecke fast bis zum Ende passiert hatten, wurde aus Pistolen und einer Maschinenpistole geschossen. Der Wagen hatte 15 Einschüsse. Der linke vordere Reifen war kaputt. Es wurde niemand von uns verletzt; lediglich Mantel und Anzüge waren durchlöchert.”
  • die trojanische Kuh: Bei dieser Methode versteckt sich der Flüchtling in einem präparierten Bullen. Im Bauch des Tieres wird er über die Grenze gebracht. Zweimal gelang dieser Fluchtversuch. Beim dritten Mal flog die Tarnung auf.

 

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Quellen: www.chronik-der-mauer.de,  Freiheit kennt keine Mauer (Bundesministerium für Verteidigung, Schriftenreihe Innere Führung 2/62), Deutschland und die Welt nach 1945 ( Buchners Kolleg Themen Geschichte)

 

2. Geschichtlicher Hintergrund

 von Lena Pukropski

  • 1945: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnete man im Mai 1945 55 Mio. Tote, davon waren mehr als die Hälfte Zivilisten.

    Auf der Konferenz von Jalta wurde Deutschland von den vier Siegermächten Frankreich, USA, Großbritannien und der Sowjetunion in vier Besatzungszonen eingeteilt. Gleiches geschah mit der Hauptstadt Berlin. Die Ziele in den Besatzungszonen waren zunächst einheitlich festgelegt: Sie lauteten Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung und Demokratisierung.

    Auf der Potsdamer Konferenz beschlossen die Siegermächte die wirtschaftliche Einheit Deutschlands zu erhalten. Außerdem wurde auch eine baldige politische Wiedervereinigung angestrebt. Doch es kam anders: Die sowjetische Führung baute ihre Machtposition immer stärker gewaltsam aus und errichtete dazu neue kommunistiche Diktaturen im mittleren Osteuropa. Daraufhin beließ auch die USA ihre Truppen in Europa und Asien, um die sowjetische Machtpolitik einzudämmen. Zusätzlich sicherten sie allen freien Völkern, die vom Kommunismus bedroht waren Hilfe und Unterstützung zu. Das war der Beginn des Kalten Krieges.

    Winston Churchill am 5. März 1946: „Von Stettin an der Ostsee bis Triest am Adriatischen Meer ist längs durch den Kontinent eine eiserner Vorhang gefallen. Hinter dieser Linie liegen die Hauptstädte der alten, geschichtlichen Staaten Mittel- und Osteuropas: Warschau, Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest und Sofia, alles berühmte Städte. Und die Völker um sie herum leben in dem, was ich die sowjetische Sphäre nennen muss. Sie alle unterliegen, in der einen oder anderen Form, nicht nur sowjetischem Einfluss, sondern zu einem sehr hohen und in vielen Fällen steigenden Maße auch der Kontrolle Moskaus.“

  • 1949: In diesem Jahr wurden zwei deutsche Staaten gegründet: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik.

BRD DDR

Demokratischer Verfassungsstaat (Grundgesetz am 23.5.1949)

Kommunistischer Staat mit Planwirtschaft

Mehrparteiensystem

Einparteienherrschaft der SED

Gewaltenteilung

Diktatur (u.a. durch Verstaatlichungen)

Freie Wahlen

Keine freien Wahlen

 

    Die Bundesrepublik lehnte die DDR als Staat jedoch ab und drohte anderen Staaten, die diplomatische Beziehungen mit beiden deutschen Staaten führten, die Beziehungen zwischen den Staaten und der BRD zu beenden, sollten diese sich nicht von der DDR lösen. Damit gelang es der Bundesrepublik die DDR außenpolitisch weitgehend zu isolieren.

  • 1952: Seit diesem Jahr betrieb die Spitze der DDR die Sicherung der innerdeutschen Grenze durch Aufstellen von Zäunen, Alarmvorrichtungen und Überwachung. So war von nun an das problemlose Passieren nicht mehr möglich.

  • 1957: In diesem Jahr wurden die Strafgesetze in der DDR erheblich verschärft. Wer die Republik unerlaubt und ohne Papiere verließ, wurde der Republikflucht angeklagt und mit 3 Jahren Gefängnis bestraft.

  • 1958: Der sowjetische Staatsführer Nikita Chruschtschow setzte ein Ultimatum: Er verlangte die Verhandlungen über einen Friedensverstrag und die „Freiheit“ Berlins. Wenn die Westmächte dies nicht täten, trete die Sowjetunion in einen einseitigen Friedensverstrag mit der DDR ein.

  • 1961: Wie in den Jahren davor verschlechterte sich auch 1961 die wirtschaftliche Lage der DDR. Dieses Problem und die Gefahr eines Konflikts mit den USA veranlasste Chruschtschow die Mauer zu bauen. Am 13.8.1961 wurde mit dem Bau der Mauer begonnen.

 

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Hadrianswall und Antoniuswall

von Helge Wieck

Hadrianswall

Der Hadrianswall ist ein römisches Grenzbefestigungssystem in Nord-England. Der Wall erstreckt sich zwischen Newcastle und Solway Firth auf einer Länge von ca. 113 Kilometern. Erbaut wurde er im Jahr 122 n. Chr. auf Befehl des römischen Kaisers Hadrian (*76, †138). Hadrians Grenzsicherungskonzept war, die Grenzen an klar erkennbaren natürlichen Hindernissen, wie z.B. Flüssen oder Gebirgszügen endgültig zu etablieren und die Lücken dazwischen mit künstlichen Befestigungen auf Dauer zu festigen. War die Grenze gesichert konnte die Romanisierung voranschreiten und sich die Wirtschaft ungestört entwickeln. Auch sollte der Wall dazu dienen den schottischen Stämmen klar erkennbar zu machen, wo die Grenze zum römischen Reich ist.

Antoniuswall

Nach dem Tod Hadrians ließ sein Nachfolger Antonius Pius einen weiteren Wall 160 km weiter nördlich des Hadrianwalls zwischen Firth of Forth und Clyde bauen, den Antoniuswall. Der Bau dauerte von 142 bis 144 n. Chr. Der Antoniuswall sollte die Unterwerfung der Stämme im Norden Englands ermöglichen, die Unterwerfung misslang jedoch und der Großteil der Truppen wurde wieder zum Hadrianswall zurückgezogen. Im Jahr 164 n. Chr. wurde der Hadrianswall wieder in Vollbetrieb genommen.hadrianswall_karte1

Verteidigung

Die Höhe der Wälle wird auf 4 bis 5 Meter geschätzt. Entlang der Wälle wurden Wachtürme, Meilenkastelle, und Auxilarlager gebaut. Die Wachtürme dienten zur Überwachung des Geländes um den Wall herum und zur Warnung vor Feinden mit Signalfeuern. Es standen jeweils auf einer drittel Meile zwei Wachtürme. In den Wachtürmen waren Unterkünfte für ca. 8 Mann auf einer Fläche von 8 m². Die Meilenkastelle waren grob gesagt befestige Tore jeweils im Abstand von einer römischen Meile. Die Kastelle umfassten eine Fläche von 18 m² auf der bis zu 16 Mann ihre Baracken hatten. Die Auxiliarlager waren große Lager für die Hilfstruppen der Armee (lat. auxilia) , welche zur Verteidigung des Walls gegen anrückende Feinde dort stationiert waren.

Das Ende des Walls

Was genau das Ende des Hadrianwalls herbeiführte, kann mangels fehlender Quellen nicht vollständig wiedergegeben werden, fest steht jedoch, dass durch den Gallienfeldzug 383 n. Chr. des Comes Britanniarum Magnus Maximus große Teile des Hadrianwalls aufgegeben wurden. Da der Großteil der Soldaten abgezogen wurde, dienten die Kastelle meist als Wohnanlagen für die Nachkommen der ehemaligen Soldaten.

Auch wenn eine sichtbare Grenze langsam verschwand blieb sie dennoch in den Köpfen der Menschen, denn eine komplette Durchmischung der Kulturen gab es nie. Ein Grund dafür ist die Abgrenzung durch den Hadrianswall, ein weiterer Grund ist die Unterdrückung Schottlands durch England nach 1746. Die heutige Grenze zwischen Schottland und England verläuft nur ein wenig nördlicher des Hadrianwalls. Die englische Sprache, die vom lateinischen abstammt, beeinflusste jedoch die schottische, die wiederum aus der gälischen Sprache entstanden ist. So spricht man in den Lowlands, dem Südlichen Teil Schottlands, einen schottisch-englischen Dialekt, das Lowland Scots. Das englische know ist im Scots ken. Zwar existiert sowohl ken im Standartenglischen, als auch knaw(know) im Scots, doch wird know häufiger von Engländern verwendet und umgekehrt. Die Abneigung gegenüber Englands aber auch der zunehmende Tourismus führt dazu, dass viele Schotten das ursprüngliche schottisch sprechen.

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