5. Grenzmuseen

von Lena Pukropski

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Übersichtskarte des Grenzverlaufs durch Berlin. Die Zahlen sind ehemalige Grenzübergänge und an den roten Punkten befinden sich heutige Gedenkstätten.

 

1. Checkpoint Charlie – Das Mauermuseum:

Damals war der Checkpoint ein Ort an dem die West-Alliierten von den Amerikanern registriert wurden bevor sie in die sowjetische Besatzungszone fuhren. Heute befindet sich in einem Haus direkt neben dem Checkpoint das Mauermuseum Berlins. Man findet hier neben zahlreichen Exponaten nahezu alle Informationen rund um die Mauer.  Der Grenzübergang in der Friedrichstraße erhielt seinen Namen “Checkpoint Charlie” durch das Nato-Alphabet. Er war der dritte Grenzübergang, um in das Berliner Zentrum zu gelangen. Auch heute steht an diesem Ort noch ein Grenzhaus und ein Statist-Soldat.

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2. Gedenkstätten:

In Berlin gibt es entlang der Mauer zahlreiche Gedenkstätten. Mal sind sie in Form von alten Mauerresten, wie zum Beispiel am Potsdamer Platz oder beheimatet in einem Haus sollen sie an die Toten erinnern. 

Beispiele:  Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, Gedenkstätte „Günter Litfin“, Gedenkort „Weiße Kreuze“ / Deutscher Bundestag oder das Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

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3. East Side Gallery:

Die East Side Gallery sind 1300 m der Berliner Mauer, die ein internationales Denkmal für Freiheit darstellen. Mit über 100 Bildern ist die East Side Gallery die größte Freiluft-Gallerie der Welt. Die Bilder sind von Künstlern aus der ganzen Welt.

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Quellen: http://www.berlin.de/mauer/grenzuebergaenge/friedrichstrasse/index.de.php, http://www.berlin.de/mauer/gedenkstaetten/index/index.de.php, www.eastsidegallery.com

Bilder: www.berliner-mauer-kunst.net/…/image001.jpg,  www.de.wikipedia.org ,  medien.meyers.de/details.php?image_id=8976… , www.tursky-hartmann.de/fotos/berlin.php

4. Gestern und heute – ein Vergleich in Bildern

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von Lena Pukropski 

 1. Ein Haus in Teltow-Seehof

Das Haus zu Zeiten der Mauer

Das Haus heute 

 

 2. Der Reichstag

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3. Berlin Mitte

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 Berlin Mitte

 

4. Das Brandenburger Tor

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Quelle: zu 1. bis 3. : http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Border/Index

Quelle zu 4.: http://www.dortmund-airport.de/uploads/pics/125-06_brandenburger-tor-at.jpg, http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.ausstellung-berlin.com/Mauer89.jpg&imgrefurl=http://www.ausstellung-berlin.com/&usg=__QK2WQliSKEMfMXEefd_s5_gyHAs=&h=678&w=747&sz=85&hl=de&start=6&tbnid=zOuGT0zE3wXYZM:&tbnh=128&tbnw=141&prev=/images%3Fq%3Dbrandenburger%2Btor%2Bmauer%26gbv%3D2%26hl%3Ddewww.mauer.jp/mauer1/c104.jpg

3. Flucht und Fluchtversuche

von Lena Pukropski

 Fluchtbewegung aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland:

  • 1945 bis 1948: 732 100
  • 1949 bis 12.8.1961: 2 686 942
  • 13.8.1961 bis 31.12.1988: 959 905
  • 1.1.1989 bis 30.6.1989: 190 190
  • GESAMT: 4 569 137

Fluchtbewegung ab 1961 durch die Sperranlagen, ohne Fluchten über das Umland:

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 Fluchtmethoden – Beispiele und Hilfsmittel:

  • Grenzhäuser: Bevor die Fenster und Türen dieser Häuser zugemauert wurden, gelang einigen die Flucht auf diesem Weg. Manche sprangen sogar von Dächern in den Westen, dabei verfehlten einige das Sprungtuch und kamen zu Tode.
  • Stacheldraht: Als es noch keine Betonwand gab, versuchten Flüchtlinge diesen zu zerschneiden, zu sprengen oder zu überklettern mit Hilfe von Brettern und Leitern.
  • Flucht zu Wasser: Einige flüchteten schwimmend über den Teltowkanal oder bemächtigten sich eines Ausflugsschiffes und setzten an das West-Berliner Ufer über.
  • Kanalisation und selbstgebaute Tunnel: Solange die Kanäle des Abwassers nicht vergittert waren, war diese Art der Flucht eine weitere Möglichkeit. Eine weitere Möglichkeit war das Graben von Tunneln. Bis heute weiß man, dass es circa 40 Grabungen gab. Einige davon führten von Ost-Berliner Friedhöfen nach West-Berlin oder von einem Hühnerstall in den Westen. Bei letzterem Tunnel handelt es sich um den sogenannten Seniorentunnel. Zwölf Senioren wollten “bequem und ungebeugt in die Freiheit”.
  • Fahrzeuge: Mancher Ost-Berliner durchbrach die Mauer mit selbstgepanzerten Fahrzeugen, Planierraupen, Lastkraftwagen oder Bussen.  Ein Grenzgänger erzählt: ” Wir haben einige Male die Grenze inspiziert und kamen zu der Überzeugung, dass wir auf diese Weise mit unseren Frauen nicht flüchten können. Dann kamen wir auf die Idee, mit einem Auto die Grenzsperren zu durchbrechen. Es wurde für 1850,- DM ein alter Opel P4 gekauft. Diesen Wagen haben wir gepanzert. Die zur Panzerung notwendigen Stahlplatten haben wir ‘organisiert’, d.h. heimlich im Betrieb mit der Brennmaschine ausgeschnitten. Der P4 war ein geschlossener Kastenwagen. Hinten haben wir die Hohlräume mit Beton ausgegossen – etwa 3 cm stark -. die Türen wurden ebenfalls mit Beton ausgegossen. Vor die Windschutzscheibe haben wir 8 mm starke Stahlplatten gehängt. In diese Stahlplatten haben wir etwa 180 Sehlöcher gebohrt. Beide Seitenfenster wurden ebenfalls mit 3-mm-Stahlplatten versehen. Zwischen die doppelte Panzerung wurde Schaumgummi gelegt und dann zusammengeschraubt. Sämtliche Platten waren zum Einhängen und zum Zuschieben, so dass von außen nichts zu sehen war. Den Motor haben wir ebenfalls mit Stahlplatten abgesichert, 3 mm stark. Darauf wurde in den Kasten des Wages ein ‘Hängeboden’ eingebaut, dort wurden Betten untergebracht. Diese Arbeit hat ungefähr drei Wochen in Anspruch genommen. Als Übergangsstelle haben wir uns die Chausseestraße ausgesucht. Wir sind am 14. November 1961 gegen 20 Uhr dort vorgefahren und ließen den Wagen, in dem drei Frauen saßen, dort stehen. Mein Freund und ich haben die Grenzposten beobachtet. Gegen 21 Uhr sind wir an die Slalomstrecke herangefahren und haben den rechten Winker ausgestreckt, als wollten wir in eine Seitenstraße einbiegen. Die Kontrollposten ließen sich dadurch erst einmal täuschen. Als wir in der Mitte der Slalomstrecke waren, wurde gepfiffen. Erst als wir die Strecke fast bis zum Ende passiert hatten, wurde aus Pistolen und einer Maschinenpistole geschossen. Der Wagen hatte 15 Einschüsse. Der linke vordere Reifen war kaputt. Es wurde niemand von uns verletzt; lediglich Mantel und Anzüge waren durchlöchert.”
  • die trojanische Kuh: Bei dieser Methode versteckt sich der Flüchtling in einem präparierten Bullen. Im Bauch des Tieres wird er über die Grenze gebracht. Zweimal gelang dieser Fluchtversuch. Beim dritten Mal flog die Tarnung auf.

 

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Quellen: www.chronik-der-mauer.de,  Freiheit kennt keine Mauer (Bundesministerium für Verteidigung, Schriftenreihe Innere Führung 2/62), Deutschland und die Welt nach 1945 ( Buchners Kolleg Themen Geschichte)

 

2. Geschichtlicher Hintergrund

 von Lena Pukropski

  • 1945: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnete man im Mai 1945 55 Mio. Tote, davon waren mehr als die Hälfte Zivilisten.

    Auf der Konferenz von Jalta wurde Deutschland von den vier Siegermächten Frankreich, USA, Großbritannien und der Sowjetunion in vier Besatzungszonen eingeteilt. Gleiches geschah mit der Hauptstadt Berlin. Die Ziele in den Besatzungszonen waren zunächst einheitlich festgelegt: Sie lauteten Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung und Demokratisierung.

    Auf der Potsdamer Konferenz beschlossen die Siegermächte die wirtschaftliche Einheit Deutschlands zu erhalten. Außerdem wurde auch eine baldige politische Wiedervereinigung angestrebt. Doch es kam anders: Die sowjetische Führung baute ihre Machtposition immer stärker gewaltsam aus und errichtete dazu neue kommunistiche Diktaturen im mittleren Osteuropa. Daraufhin beließ auch die USA ihre Truppen in Europa und Asien, um die sowjetische Machtpolitik einzudämmen. Zusätzlich sicherten sie allen freien Völkern, die vom Kommunismus bedroht waren Hilfe und Unterstützung zu. Das war der Beginn des Kalten Krieges.

    Winston Churchill am 5. März 1946: „Von Stettin an der Ostsee bis Triest am Adriatischen Meer ist längs durch den Kontinent eine eiserner Vorhang gefallen. Hinter dieser Linie liegen die Hauptstädte der alten, geschichtlichen Staaten Mittel- und Osteuropas: Warschau, Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest und Sofia, alles berühmte Städte. Und die Völker um sie herum leben in dem, was ich die sowjetische Sphäre nennen muss. Sie alle unterliegen, in der einen oder anderen Form, nicht nur sowjetischem Einfluss, sondern zu einem sehr hohen und in vielen Fällen steigenden Maße auch der Kontrolle Moskaus.“

  • 1949: In diesem Jahr wurden zwei deutsche Staaten gegründet: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik.

BRD DDR

Demokratischer Verfassungsstaat (Grundgesetz am 23.5.1949)

Kommunistischer Staat mit Planwirtschaft

Mehrparteiensystem

Einparteienherrschaft der SED

Gewaltenteilung

Diktatur (u.a. durch Verstaatlichungen)

Freie Wahlen

Keine freien Wahlen

 

    Die Bundesrepublik lehnte die DDR als Staat jedoch ab und drohte anderen Staaten, die diplomatische Beziehungen mit beiden deutschen Staaten führten, die Beziehungen zwischen den Staaten und der BRD zu beenden, sollten diese sich nicht von der DDR lösen. Damit gelang es der Bundesrepublik die DDR außenpolitisch weitgehend zu isolieren.

  • 1952: Seit diesem Jahr betrieb die Spitze der DDR die Sicherung der innerdeutschen Grenze durch Aufstellen von Zäunen, Alarmvorrichtungen und Überwachung. So war von nun an das problemlose Passieren nicht mehr möglich.

  • 1957: In diesem Jahr wurden die Strafgesetze in der DDR erheblich verschärft. Wer die Republik unerlaubt und ohne Papiere verließ, wurde der Republikflucht angeklagt und mit 3 Jahren Gefängnis bestraft.

  • 1958: Der sowjetische Staatsführer Nikita Chruschtschow setzte ein Ultimatum: Er verlangte die Verhandlungen über einen Friedensverstrag und die „Freiheit“ Berlins. Wenn die Westmächte dies nicht täten, trete die Sowjetunion in einen einseitigen Friedensverstrag mit der DDR ein.

  • 1961: Wie in den Jahren davor verschlechterte sich auch 1961 die wirtschaftliche Lage der DDR. Dieses Problem und die Gefahr eines Konflikts mit den USA veranlasste Chruschtschow die Mauer zu bauen. Am 13.8.1961 wurde mit dem Bau der Mauer begonnen.

 

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1. Daten und Fakten

von Lena Pukropski
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Beginn des Mauerbaus: 13. August 1961

Fall der Mauer: 9./10. November 1989

    Die Mauer in Kilometern: Gesamtlänge: 156,4 km

    Durch Berlin: 43,7 km

    Im Umland: 112,7 km

    63,8 km führen durch bebaute Gebiete

    32 km führen durch Wald

    22,7 km führen durch offenes Gelände

    38 km befinden sich an Wassergrenzen

    Von der West-Berliner Polizei registriert:

    Fluchten über die Mauer und den Todesstreifen: 5.075

    Fluchten von der Armee: 574

    Durch Grenzsoldaten abgegebene Schüsse: 1.709

    dabei wurden 119 Flüchtlinge verletzt

    456 Einschläge auf West-Berliner Gebiet, in 14 Fällen erwidert

     

    Sprengstoffanschläge gegen die Mauer: 37

              Todesopfer der Berliner Mauer: <130 Menschen