5. Fazit

Die Flüchtlinge haben oft nur das Ziel zu überleben. Da sie in ihrem Staat keine Hoffnung auf bessere Lebensverhältnisse haben, ist ihr Ziel die Auswanderung in die EU, wo völlig andere Verhältnisse herrschen. Diese Migration ist somit fast schon eine Zwangsmigration.
Doch ist die Auswanderung wirklich der richtige Weg für sie? Was für eine Auswirkung haben die Migrationen auf das jeweilige Afrikanische Land?
Normalerweise bietet die Migration in die EU deutlich bessere Chancen für die Auswanderer. Sie sind in der Lage, deutlich mehr Geld zu verdienen und einen großen Teil dieses Geldes in ihre Heimat zu schicken. Diese Geldüberweisungen in ihr afrikanisches Heimatland erhöhen erwiesener Maßen den Wohlstand und lindern die Armut.
Alle offiziell erfassten Transfers von Migranten aus Afrika zusammen betrugen im Jahr 2004 14 Mrd. US Dollar. Das bedeutet in Prozent des jeweiligen Bruttoinlandproduktes beispielsweise: Nigeria, Kenia (3 %), Senegal, Sudan (7 %), Kapverden (18 %), Lesotho (40 %).
Diese Zahlen klingen sehr hoch sind aber vermutlich noch deutlich höher, da viele Migranten ihre Rücküberweisungen nicht dem Bankensystem anvertrauen. Die informellen Transfers betragen nach Schätzungen der International Organisation for Migration (IOM) das Zwei- bis Dreifache. In einigen Ländern liegen bereits die staatlich erfassten Rücküberweisungen höher als die ausländischen Direktinvestitionen oder die Entwicklungshilfe.
Allerdings gib es auch Nachteile für die einheimische Bevölkerung. Z.B. gibt es ein so genantes „brain drain“, also die Abwanderung von Akademikern in die Industrieländer. Hierdurch entsteht z.B. Ärztemangel in den betroffenen Ländern. Des Weiteren stellt die Abwanderung eine große finanzielle Belastung für den Staatshaushalt dar. Sie kostet den betroffenen Staat im Durchschnitt 182.000 US Dollar.

Auch stellt sich die Frage nach dem zukünftigen Handeln der Europäischen Union. Wie wird man in Zukunft mit der Migration und besonders mit den gefassten Migranten umgehen?
Auf den Kanaren z.B. konnten nur knapp 10 % der gefassten Migranten in ihre Heimat zurückgebracht werden, da die Flüchtlinge zu ihrer Herkunft schwiegen und es keine Rückführungsabkommen mit den afrikanischen Staaten gibt.
Vermutlich wird es noch eine gewisse Zeit so weiter gehen wie bisher. Allerdings wird sich die Situation in den Entwicklungsländern Afrikas nicht verbessern, sondern mit der Zeit mehr und mehr verschlechtern.

Die Folge könnte ein noch größerer Ansturm auf die EU sein,ob es dann noch reicht, Zäune zu ziehen und Patrouillen zu entsenden ist fraglich. Die Lösung wird vermutlich mehr und mehr die Bekämpfung der Ursachen für die Migration sein.
Die EU muss und wird somit versuchen, die Lebensverhältnisse in Afrika zu verbessern und die Einwanderung trotzdem versuchen human zu regeln, indem sie ein faires Verfahren garantieren.

Quellen:

http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1724909,00.html

http://www.zeit.de/2005/42/Ceuta

http://www.algeria-watch.org/de/artikel/migration/afrikanische_sicht.htm

http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/6983158.stm

http://www.labournet.de/diskussion/grundrechte/asyl/kanaren.html

http://de.indymedia.org/2006/09/157098.shtml

http://www.labournet.de/diskussion/grundrechte/asyl/pakt.html

http://no-racism.net/article/2702/

http://de.wikipedia.org/wiki/Afrika

4. Maßnahmen/Migrationspolitik

Die von den Migrationströmen betroffenen Länder sind momentan nicht mehr in der Lage, den immer größer werdenden Strom von Migranten zu kontrollieren. Deshalb wenden sich an andere Staaten der EU und bitten um Hilfe beim „Kampf“ gegen die Einwanderer.
Beispielsweise wird gefordert, dass die europäische Grenztruppe Frontex gestärkt und zudem Abkommen mit den Herkunftsländern geschlossen werden sollen, damit sie die Flüchtlinge leichter abschieben können. Ankommende Boote werden von Frontex aufgehalten und dazu gezwungen umzukehren. Keiner der Flüchtlinge bekommt die Chance auf einen Asylantrag.
Dieses Anliegen spiegelt die momentane Haltung Europas wider. Man will sich von Afrika „abschotten“ und alle Migranten zurückweisen.
Man ist der Meinung, „das Boot sei voll“. Abgesehen von Arbeitsplatzargumenten wird die Zuwanderung derzeit überwiegend als Sicherheitsproblem begriffen. Man will also die „Festung Europa“ abschotten ohne das Problem der Migration wirklich in den Griff zu kriegen.
Seit September 2008 in dem “Europäischen Pakt zu Einwanderung und Asyl” ist der Plan Europas schriftlich vorhanden. Dieser Pakt zielt eher darauf ab, Einwanderung und Asylfälle zu verhindern, anstatt Optionen zu bieten, wie man das Problem, außer mit der kompletten Abschottung, in den Griff bekommt. Auf die Ursachen der Migration wird praktisch gar nicht eingegangen und somit wird der Kampf gegen die Ursachen überhaupt nicht in Betracht gezogen.

In der Konferenz von Paris, der Ministerkonferenz EU – Afrika zu Migration und Entwicklung, wurde das Thema erneut aufgegriffen.
Am 25. November 2008 trafen sich in Paris über 80 Delegationen aus Europa und Afrika zur Ausarbeitung eines mehrjährigen Kooperationsprogramms in den Bereichen Migration und Entwicklung. Bei dieser Konferenz ging es rund um das Thema Migration um legale Einwanderung, Bekämpfung der illegalen Einwanderung und um Zusammenwirken von Migration und Entwicklung.
Ziel ist die Zusammenarbeit zwischen den europäischen und afrikanischen Ländern bei allen auf die Migration im Rahmen der westafrikanischen Route bezogenen Themen zu verbessern und zu verstärken.
Was schön klingt ist jedoch nicht immer schön. Auch diese Konferenz hat gezeigt, dass die Menschenrechte der Flüchtlinge wieder genauso außer Acht bleiben wie die Migrations- und Fluchtursachen. Abschottung ist und bleibt das Hauptziel.

3. Migrationströme

Es gibt einige verschiedene Zielorte, die die Migranten aus Afrika ansteuern.
Menschen aus den Ländern Senegal, Mauretanien, Westsahara und Marokko haben als Hauptzielort die Kanarischen Inseln, die nordwestlich von Afrika vor der Küste der genanten Länder liegen. Die Kanarischen Inseln gehören als eine von 17 autonomen Gemeinschaften zu Spanien und somit zur Europäischen Union.
Die Migranten gelangen meist mit kleinen Booten und somit unter sehr schwierigen Bedingungen auf die Inseln, da sie die Kanarenströme, welche ein Teil des Golfsstroms sind, überqueren müssen. Dieses Vorhaben führt oft zum Kentern des Bootes und somit zum Tod der Migranten. Nach Schätzungen sind in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis zum 21.August 2007 mindestens 1.260 Bootsflüchtlinge bei der Überfahrt ums Leben gekommen.

Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums 4.751. 2006 gab es einen Anstieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September erstmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden.
Dieser enorme Aufwärtstrend ist in den letzen Monaten jedoch etwas abgeschwächt.
Trotz allem sind die Zahlen immer noch sehr hoch.
Auch in die Republik Malta, welche seit dem 1. Mai 2004 zur EU gehören und Lampedusa, eine Inseln im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien, welche zu Italien gehört, sind Ziele Afrikanischer Migration. Beide Inseln haben mit ähnlichen Problemen wie die Kanarischen Inseln zu kämpfen. Die meisten Migranten kommen hierbei jedoch aus Lybien.

Als besondere Ziele der Migration sind allerdings die spanischen Exklaven Ceuta und Mellila zu nennen. Sie liegen an der Mittelmeerküste, im nördlichen Marokko.
Beide autonome, spanische Exklaven gehören politisch zu Spanien, geographisch jedoch zu Marokko.
Ziel der Migranten ist es, in diese beiden Städte einzudringen, um somit nach Spanien bzw. andere Länder der EU zu gelangen. Nicht nur Menschen aus Marokko, sondern auch aus deutlich weiter entfernten afrikanischen Ländern nehmen teilweise sehr weite Strecken durch die Wüste auf sich, um die Chance zu bekommen, in eine der beiden Städte einzudringen.
Beide Städte sind jedoch von drei bis sechs Meter hohen Zäunen umgeben. Hinzu kommen Bewegungsmelder, Nachtsichtgeräte und Kameras. Auch gibt es Patrouillen (die Guardia Civil), die die illegalen Einwanderer abhalten sollen. Unterstützt werden sie durch mehrere Hundertschaften der regulären spanischen Armee.
Bei den Versuchen die Zäune zu überqueren gibt es sehr oft Verletze und sogar Tote.
Generell gelangen nur sehr wenige Menschen in die Stadt. Der Rest scheitert an den Sicherheitsvorkehrungen oder wird aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht.
Ceuta und Mellila haben jedoch nicht nur das Problem der Migration zu bewältigen, beide Städte gelten als Schmuggeltore. Von Öl und Getreide bis Motoren und Pornos wird alles vom reichen Norden in den armen Süden exportiert. Umgekehrt kommen aus Afrika mengenweise Marihuana und andere Drogen. Reimportiert wurde offensichtlich auch der Sprengstoff, der für die Terroranschläge am 11. März 2004 in Madrid verwendet wurde.

Wie die Zukunft dieser beiden Städte aussieht ist noch sehr unklar. Neue Zäune und bessere Sicherheitsvorkehrungen sind geplant, aber ob diese die Menschen vom Versuch hinter die Zäune zu kommen abhalten ist sehr fraglich.
Viele sind der Ansicht, dass die Massenflucht nur verhindert werden kann, wenn Ceuta und Melilla marokkanisch werden. Allerdings sehen viele Spanier Marokko wegen der schwierigen diplomatischen Beziehungen als Bedrohung. Daher halten sie es für unvorstellbar, die Exklaven aufzugeben.

Migrationströme

2. Kolonialzeit

Als Kolonialzeit bezeichnet man heutzutage die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus, der mit dem Übergreifen von Portugal bzw. Kastilien auf Afrika zu Beginn des 15. Jahrhunderts einsetzte und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 andauerte.
Unter Kolonialismus versteht man die Bezeichnung für ein System der wirtschaftlichen und politischen Herrschaft eines Staates über Regionen außerhalb seiner eigenen Grenzen.
Einige Europäische Staaten wollten in dieser Zeit, durch die Besetzung bzw. durch die militärische Eroberung, aber auch teilweise durch vertragliche Vereinbarungen mit den Landesautoritäten, neue Siedlungs- und Wirtschaftsräume erschließen, um ihre Macht immer weiter zu vergrößern.
Dieses Vorgehen der Europäischen Staaten hatte deutliche, negative Auswirkungen auf die Länder Afrikas. Sie wurden unterjocht und ihrer politischen, ökonomischen und soziokulturellen Selbstständigkeit beraubt.
Das bestehende politische System wurde beseitigt und das vom Mutterland abhängige System installiert.

Es wurde zwar neue Infrastruktur erschaffen, diese diente allerdings nur der Ausbeutung der Rohstoffe. Neben dieser Ausbeutung wurde jede aufkeimende Industrie unterdrückt. Auch die Urbevölkerung wurde komplett entrechtet und teilweise sogar vernichtet.
Die Kolonialzeit ist somit, nicht in diesem Ausmaße, aber trotz Allem vergleichbar mit der heutigen Zeit der Globalisierung.

Auch heute werden die Entwicklungsländer noch durch so genante Global Player bzw. durch Multinationale Unternehmen ausgebeutet. Das Ziel dieser Unternehmen ist es, ihre Gewinne zu maximieren. In den Entwicklungsländern Afrikas können sie dieses Ziel erreichen. Zunächst einmal sitzen sie an der Quelle zu den, für die Produktion notwendigen Rohstoffen, die in vielen Afrikanischen Staaten in Mengen vorhanden sind. Außerdem sind die Arbeitskräfte durch die vorhandene Armut sehr günstig, wodurch die Produktion um einiges billiger ist, als z.B. in Industrienationen.
Die Menschen, welche dort leben, haben deutlich weniger Nutzen aus dieser Zusammenarbeit. Sie leiden unter den extrem niedrigen Löhnen, sowie unter der Fremdbestimmung und der Ausbeutung ihrer Rohstoffe.
Ein Grund des großen wirtschaftlichen, demographischen, gesellschaftlichen, sowie politischen Unterschieds zwischen Afrika und der Europäischen Union ist definitiv die Kolonialzeit.

Die Unterdrückung der Menschen, der Politik und der Wirtschaft wirkt bis heute mit negativen Auswirkungen nach, also 60 Jahre nach der Auflösung der Kolonialreiche und der Bildung eigenständiger Staaten, die heutzutage die so genante Dritte Welt bilden.
Teilweise gibt es sogar noch Fälle, in denen die ehemaligen Kolonien trotz formeller Souveränität weiterhin wirtschaftlich und politisch an die bisherigen Kolonialmächte gebunden sind.

Kolonialzeit

1. Gründe Afrikanischer Migration

Es gibt viele Gründe für die afrikanische Bevölkerung ihr jeweiliges Land zu verlassen, um in die EU auszuwandern.
Den überwiegenden Teil bilden die Faktoren, die dafür sorgen, dass der Standort Afrika als Lebens- und Arbeitsraum nicht ausreicht, um für ausreichende Lebensverhältnisse zu sorgen. Diese Faktoren nennt man Push-Faktoren. Sie unterscheiden sich teilweise sehr voneinander, bewirken jedoch alle, dass die Lebensverhältnisse der Bevölkerung sinkt.
Unterteilen könnte man sie in wirtschaftliche, demographische, sowie gesellschaftliche/politische Faktoren.
Eines der größten Push-Faktoren ist die unsichere politische Lage und die damit verbunden gewaltsamen Konflikte und Kriege in vielen afrikanischen Ländern. In 27 der 53 Staaten in Afrika litt die Bevölkerung zwischen 1993 und 2002 unter solchen Konflikten. Teilweise stehen diese im Zusammenhang mit einer sehr hohen Verbrechensrate.
Gründe dieser Auseinandersetzungen sind meistens zurückzuführen auf Rohstoffe, Machtbereicherung oder religiöse Unterschiede.
Neben den sozialen Opfern dieser Konflikte gibt es auch große finanzielle Opfer. Die Kosten für die Konflikte sind sehr hoch und verschlingen fast die kompletten Entwicklungshilfen. Anstatt andere Probleme zu bekämpfen, bekämpfen sich viele Staaten und Regionen lieber gegenseitig.
Die eh schon vorhandene wirtschaftliche Not wird dadurch in keiner Weise verringert, sie wird sogar noch verschlimmert.
Die Wirtschaftliche Situation ist in fast allen Staaten Afrikas sehr schlecht. Gekennzeichnet wird diese Situation durch beispielsweise ein geringes Pro-Kopf-Einkomen(BSP/BIP), hohe Verschuldung, niedrige Produktivität und eine hohe Arbeitslosenquote. Strukturell gibt es eine hohe Agrarquote, eine niedrige Investitionsquote, eine unzureichende Infrastruktur, sowie eine negative Handelsbilanz. Alle diese Merkmale haben eine erhöhte Armut zur Folge, unter der sehr viele Afrikaner zu leiden haben.
In diesem Zusammenhang ist auch der drohende Klimawandel zu nennen. Die, für die Wirtschaft und besonders für die stark verbreitete Landwirtschaft, vorhandenen klimatischen Bedingungen werden immer extremer, worunter die Böden leiden. Sie trocknen aus und gleichzeitig schreitet die Wüstenbildung voran ( Desertifikation).

Der momentan wichtigste Wirtschaftssektor, die Landwirtschaft, wird also durch die drohenden klimatischen Veränderungen sehr stark bedroht. Die Folge ist eine deutliche Vergrößerung der Armut und somit eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse.
Auch demographische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei den Gründen für eine Migration in die EU. Die Ernährung, die medizinische Versorgung und die hygienischen Verhältnisse sind allesamt mangelhaft in den meisten Entwicklungsländern Afrikas. Die Folge sind Krankheiten, hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie eine geringe Lebenserwartung.
Neben diesen genannten Push-Faktoren gibt es auch die Faktoren, die einen Anreiz bieten, in der EU zu leben. Diese Faktoren nennt man Pull-Faktoren.
Wenn man Afrika und die EU als ganzes betrachtet kann man sagen, dass die vorhandenen Verhältnisse vollkommen unterschiedlich sind. Die EU bietet also genau das, was die Bevölkerung in Afrika nicht hat: wirtschaftlichen Wohlstand, bessere Verdienstmöglichkeiten, friedlichere und politisch stabilere Verhältnisse und, im Großen und Ganzen, deutliche bessere Lebensbedingungen. Dies sind Verhältnisse, die sich die Afrikaner erhoffen, wenn sie sich zur Migration entscheiden.

Dass nicht in jeder Region der EU deutlich bessere Lebensverhältnisse herrschen und auch andere Probleme, wie z.B. Rassismus, drohen, ist vielen Migranten nicht bewusst. Trotzdem lohnt sich die Migration in die Europäische Union für den größten Teil der Menschen.