1. Gründe Afrikanischer Migration

Es gibt viele Gründe für die afrikanische Bevölkerung ihr jeweiliges Land zu verlassen, um in die EU auszuwandern.
Den überwiegenden Teil bilden die Faktoren, die dafür sorgen, dass der Standort Afrika als Lebens- und Arbeitsraum nicht ausreicht, um für ausreichende Lebensverhältnisse zu sorgen. Diese Faktoren nennt man Push-Faktoren. Sie unterscheiden sich teilweise sehr voneinander, bewirken jedoch alle, dass die Lebensverhältnisse der Bevölkerung sinkt.
Unterteilen könnte man sie in wirtschaftliche, demographische, sowie gesellschaftliche/politische Faktoren.
Eines der größten Push-Faktoren ist die unsichere politische Lage und die damit verbunden gewaltsamen Konflikte und Kriege in vielen afrikanischen Ländern. In 27 der 53 Staaten in Afrika litt die Bevölkerung zwischen 1993 und 2002 unter solchen Konflikten. Teilweise stehen diese im Zusammenhang mit einer sehr hohen Verbrechensrate.
Gründe dieser Auseinandersetzungen sind meistens zurückzuführen auf Rohstoffe, Machtbereicherung oder religiöse Unterschiede.
Neben den sozialen Opfern dieser Konflikte gibt es auch große finanzielle Opfer. Die Kosten für die Konflikte sind sehr hoch und verschlingen fast die kompletten Entwicklungshilfen. Anstatt andere Probleme zu bekämpfen, bekämpfen sich viele Staaten und Regionen lieber gegenseitig.
Die eh schon vorhandene wirtschaftliche Not wird dadurch in keiner Weise verringert, sie wird sogar noch verschlimmert.
Die Wirtschaftliche Situation ist in fast allen Staaten Afrikas sehr schlecht. Gekennzeichnet wird diese Situation durch beispielsweise ein geringes Pro-Kopf-Einkomen(BSP/BIP), hohe Verschuldung, niedrige Produktivität und eine hohe Arbeitslosenquote. Strukturell gibt es eine hohe Agrarquote, eine niedrige Investitionsquote, eine unzureichende Infrastruktur, sowie eine negative Handelsbilanz. Alle diese Merkmale haben eine erhöhte Armut zur Folge, unter der sehr viele Afrikaner zu leiden haben.
In diesem Zusammenhang ist auch der drohende Klimawandel zu nennen. Die, für die Wirtschaft und besonders für die stark verbreitete Landwirtschaft, vorhandenen klimatischen Bedingungen werden immer extremer, worunter die Böden leiden. Sie trocknen aus und gleichzeitig schreitet die Wüstenbildung voran ( Desertifikation).

Der momentan wichtigste Wirtschaftssektor, die Landwirtschaft, wird also durch die drohenden klimatischen Veränderungen sehr stark bedroht. Die Folge ist eine deutliche Vergrößerung der Armut und somit eine Verschlechterung der Lebensverhältnisse.
Auch demographische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei den Gründen für eine Migration in die EU. Die Ernährung, die medizinische Versorgung und die hygienischen Verhältnisse sind allesamt mangelhaft in den meisten Entwicklungsländern Afrikas. Die Folge sind Krankheiten, hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie eine geringe Lebenserwartung.
Neben diesen genannten Push-Faktoren gibt es auch die Faktoren, die einen Anreiz bieten, in der EU zu leben. Diese Faktoren nennt man Pull-Faktoren.
Wenn man Afrika und die EU als ganzes betrachtet kann man sagen, dass die vorhandenen Verhältnisse vollkommen unterschiedlich sind. Die EU bietet also genau das, was die Bevölkerung in Afrika nicht hat: wirtschaftlichen Wohlstand, bessere Verdienstmöglichkeiten, friedlichere und politisch stabilere Verhältnisse und, im Großen und Ganzen, deutliche bessere Lebensbedingungen. Dies sind Verhältnisse, die sich die Afrikaner erhoffen, wenn sie sich zur Migration entscheiden.

Dass nicht in jeder Region der EU deutlich bessere Lebensverhältnisse herrschen und auch andere Probleme, wie z.B. Rassismus, drohen, ist vielen Migranten nicht bewusst. Trotzdem lohnt sich die Migration in die Europäische Union für den größten Teil der Menschen.