1.Fakten

-eine Ausarbeitung von Serap Yilmaz-

zyp

Hauptstadt

Lefkosía/Lefkosa (Nikosia)

Fläche

9251 km2 (Weltrang: 162)

Entfernung

zu Griechland(Küste): 800km

zur Türkei (Küste): 50 km

Einwohner

796,740 (Juli 2009 geschätzt)

Ethnien

77% Griechisch, 18% Türkisch, 5% andere

Amtssprachen

Griechisch, Türkisch

Religionen

Griechisch Orthodox 78%, Muslime 18%, Minderheiten von Anglikanern, Maroniten, Muslimen und armenischen Christen

Währung

1 Zypern-Pfund (Z£) = 100 Cents ab 1.1.2008: Euro (Euro )

Regierung

Staats- u. Regierungschef: Tassos Papadopoulos, Äußeres: Erato Kozakou-Marcoullis

Nationalfeiertag

1.10. (Unabhängigkeitstag)

Verwaltungsgliederung

6 Distrikte

Staats- und Regierungsform

Verfassung von 1960
Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1960
Parlament mit 80 Mitgl. (56 für griechische Zyprer, 24 für türkische Zyprer [vakant]), Wahl alle 5 J.
Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 5 J.
Wahlpflicht ab 18 J.

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2.Vorgeschichte

1.britische Kolonialzeit

Im Jahre 1878 wurde Zypern britisches Protektorat, welches im Berliner Kongress 1878 beschlossen wurde. Im Jahre 1919 bis 1922 begann der türksiche Krieg um die Insel. Als Resultat stellte sich heraus, dass die Türkei die Annexion anerkennt und somit auf Zypern verzichtet.

In Folge dessen kam unter den Griechen der Enosis-Wunsch ans Tageslicht: Dies bedeutete das Ziel zu verfolgen, sich Griechenland anzuschliessen. Darauf folgen jedoch große Unruhen, da Großbritannien kein Interesse daran hatte, sein Protektoriat den Griechen in Athen zu überlassen. Bis zum Jahre 1934 regierte somit eine Diktatur auf der Insel. Auf der anderen Seite blieb Griechenland trotz des Enosis- Wunsches passiv, da es Angst vor Großbritannien hatte.

Im Zuge des Kaltes Krieges erhielt Zypern dann eine große Bedeutung ( desweiteren    traten so unwillkürlich neue Akteure in den Zypernkonflikt ein): für die NATO war Zypern ein Royal Air Force Stützpunkt für Atombomber geworden. Für Großbritannien wurde die Insel ebenso wichtig, als dass sie eine Basis blieb.


2. Unabhängigkeitsbestrebungen

In der Mitte der 50er Jahre stieg der Wunsch nach Anschluss immer mehr bei der Bevölkerung. Weiterhin zeigte sich die britische Großmacht ignorant. Der damalige Erzbischof Alexandros Papagos drohte, den Fall vor die UNO zu bringen, welches mit einem Konter des britischen Premier kommentiert wurde. Anthony Eden behauptete nämlich, Zypern sei ebenso Angelegenheit der Türkei. Er wollte so die Mutterländer gegeneinander ausspielen, um die eigenen Interessen zu verfolgen.

Die Reaktion der Türkei darauf war: „wenn sich am Status etwas ändert, muss Zypern an die Türkei zurückgegeben werden!“ Es kam regelrecht zum „Poker“ um Zypern. Dies löste wiederum einen neuen griechisch- türkischen Konflikt aus. Großbritannien führte ab dem Zeitpunkt seine devide impera Politik, welche auch Konflikte innerhalb der Insel auslöste. 1955 folgte der Kampf der Untergrundorganisation EOKA (Nationale Organisation zypriotischer Kämpfer), die immer noch das Ziel Enosis verfolgte. Türkische Zyprioten fürchteten, der Anschluss an Griechenland könnte zu Diskriminierungen führen und strebten nach der Aufrechterhaltung des Status quo. Daher wandten sie sich Großbritannien hin.

Die Gegenströmung zur griechischen EOKA war hieß VOLKAN, welche sich später zur TMT wandelte. Die Bestrebungen nach dem Status quo wandelten sich in der Zeit nach Taksim, d.h Trennung. Somit standen sich zwei Ziele gegenüber: Enosis vs Taksim.

Im Jahre 1958 kam es zu ersten Zusammenstößen zwischen EOKA und TMT. Auch Kooperationsmodelle stießen bei beiden Bevölkerungsgruppen auf Ablehnung. Den Höhepunkt erlangte die Phase, als es zu einer Inszenierung eines Anschlags auf die türkische Regierung seitens der eigenen Bevölkerung kam. Diese Phase entsprach bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Nun wurde der Konflikt nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf militärischer Ebene ausgetragen. 1956 kam es durch Anschläge zu Morden an Griechen in Istanbul. Beachtlich war das „System kommunizierender Röhren“. Das heißt, dass wenn es zu Unruhen auf Zypern kam, dies ebenso starken Einfluss auf die Bevölkerungen in den Mutterländern hatte.

Neue Richtungen erlangte der Konflikt nach der Suezkrise: Großbritannien wertschätzte die Insel nicht mehr so sehr wie anfangs und die USA machten Druck wegen der NATO, da sie die Südostflanke Zyperns gefährdet sahen. 1959 kam es zu Gesprächen in Zürich. Die Lösungsfindung entsprach jedoch einer „Scheinlösung“, um ein Auseinanderdriften von NATO- Verbündeten und NATO-Interessen zu vermeiden. Die Lösung brachte die Machtansprüche erstmals auf Papier. Großbritannien, Griechenland und die Türkei waren alle samt Garantiemächte Zyperns.

Das Problem war jedoch, dass keine Zyprioten an den besagten Gesprächen beteiligt waren: Zypern wurde als „Objekt“ behandelt. Die Konsequenz dessen waren weitere Unruhen und nationale Probleme, die verschärft wurden. 1960 erlangte der griechische Teil seine Unabhängigkeit.

3.Vertiefung des Konflikts

Der damalige Präsident sprach sich dafür aus, entweder das Land zu teilen oder ihr die Unabhängigkeit zu übergeben. Die griechischen Zyprioten jedoch verfolgten immer noch vehement den Enosis- Gedanken. In der Türkei waren die Gemäßigten für die Unabhängigkeit, wohingegen die Radikalen am Taksim- Wunsch festhielten. Die Verfassung zu der Zeit war mehr als kompliziert und durch die vielen verschiedenen Interessensgruppen und dem Mangel an Einvernehmen der Volksgruppen,fehlte ihr einfach die Basis.

1963 kam es zu einem Verfassungsänderungsversuch der griechischen Seite. Dies stieß natürlich auf Ablehnung der Türkei, weil zum Beispiel das Veto-Recht des Vizepräsidenten (, den laut Gesetz nach immer ein türkischer Politiker stellte) abgeschafft werden sollte. Zypern stürzte sich in eine schwere Staatskrise.

An Weihnachten 1963 kam es zu einem innerzypriotischen Bürgerkrieg. Der Grund dafür war, dass die türkische Seite nun härter durchgreifen wollte. Beide Radikalen heizten den Konflikt mehr und mehr auf. Beispielhaft dafür gilt die Terroristengruppe von Nikos Sampson: diese hatte sogar den Ruf des „Türkenkillers“.

Zwischen 1963 und 1964 verloren 350 türkische und 200 griechische Zyprioten ihr Leben. Diese blutigen Auseinandersetzungen lieferten noch mehr Grund für den Teilungsgedanken. Daher verfolgte die TMT ihre Politik der Teilung immer stärker. Griechische Zyprioten legten gleichzeitig Blockaderinge um die türkisch zypriotischen Enklaven: noch eine Verschärfung der Tendenz zur Teilung.

Im selben Jahre drohte ein türkisch- griechischer Krieg, welcher jedoch durch die Einmischung der USA verhindert wurde. Die USA plus Großbritannien wollten NATO- Kontingente, jedoch war der griechische Präsident nicht auf der Seite der Anti-Kommunisten. Er richtete seien Blick auf die UdSSR. Diese wollte auch nicht, dass Zypern zur NATO gehört. Das Resultat war, dass die UNO eine Friedentruppe namens UNFICYP einsetze; dies brachte jedoch trotzdem keine Ruhe in das Land.

Im Jahre 1964 plante die Türkei schon eine Invasion, welche von den USA verhindert wurde. Es gab ein großes „Hin- und-Her“, in dem zum Beispiel die Türkei auch immer mehr den Blick auf die Sowjets richtete, weil sich die USA angeblich zu sehr einmischten. Die USA entwickelten gemeinsam mit Großbritannien einen Plan für Zypern, der als “doppelte Enosis” in die Geschichte einging. Dieser Plan beinhaltete, dass Zypern Griechenland angeschlossen wird, die Türken aber territoriale Komponsation von Griechenland erhalten.
Zwischenzeitlich kam es auch immer wieder zu Putschplänen, weil jeder die eigenen Interessen verfolgte, aber mittlerweile so viele Akteure in den Konflikt involviert waren.

Türkische Invasion 1974

Im Jahre 1964 herrschte eine Diktatur in Griechenland, welche wiederum die Position der Griechen auf Zypern schwächte. Es kam zu einem Prozess der Entfremdung, der den Enosis-Wunsch immer kleiner werden ließ. Die Bevölkerung hatte Angst vor einer Diktaturübernahme auf der Insel. Das neue Ziel war nun, Erzbischof Makarios zu stürzen. Zugleich kam es jedoch zu keiner Normalisierung der Verhältnisse zu den türkischen Zyprioten. Zu diesem Zeitpunkt wurde Zypern von den USA sogar mit Kuba verglichen, selbst Makarios mit Fidel Castro,

Makarios zu stürzen, schlug am 15.7.1970 bei der „Enosis per Putsch“ fehl.

Am 20.7.1973 landeten türksiche Streitkräfte bei Kyreneia. Bis zum 16. August besetzte die Armee ca. 40% der Insel. Dabei ging die Türkei eher langsam vor, um den Bürgern die Möglichkeit der Flucht zu lassen. Der Rest, welcher nicht „freiwillig“ ging, wurde mit Gewalt vertrieben. Insgesamt wurden 170 000 griechische Zyprioten von der Insel vertrieben.

Am Ende war somit die Insel geteilt. 1975 entstand die Mauer, die grüne Linie in Nikosia, die die Insel in einen nördlichen und südlichen Staat teilt. Eigentlich sollte die UNFICYP eingesetzt werden, aber Kissinger lehnte diesen britischen Vorschlag ab. Die meisten internationalen Organisationen waren zu dem Zeitpunkt einfach noch zu schwach, und die Schuld des Konflikts lässt sich auf keine der beiden Seiten festmachen, dafür ist er viel zu komplex.

4.Verhandlungen zur Wiedervereinigung

Am 13. Mai 1983 kam es zu Interventionen von außen: Die UN-Resolution 37/253 besagte unter anderem den Rückzug der Truppen von der Insel und die vollständige Rückkehr der Flüchtlinge. Beide Teile Zyperns verfolgten aber immer noch unterschiedliche Interessen. Beispielsweise wollten die türkischen Zyprioten ein Land mit zwei homogenen „Bundesländern“, wohingegen die griechischen Zyprioten darauf bestanden,dass beachtet werden müsste, dass 82% der Bevölkerung die Griechen stellten. Daher waren die Verhandlungen insgesamt sehr kompliziert und langwierig.

Die Reaktion der Inseltürken auf die Resolution war die Unabhängigkeitserklärung der Türkischen Republik Zypern, welche international bis heute nicht anerkannt ist. Es folgten Maßnahmen der UN, die jedoch scheiterten, wie zum Beispiel die „set of ideas“. Dies war ein umfassender und detaillierter Vorschlag zur Beilegung des Konflikts.

Im Juli 1990 verkomplizierte sich die Situation, da die Republik Zypern(international anerkannt) einen Antrag auf die Mitgliedschaft in der EU stellte. Es kam zu einer Empörung auf der türksichen Seite und alle bisherigen Verhandlungen wurden abgebrochen.

Als dann 2002 Zypern der EU beitrat, kam es zu erneuten Verhandlungen mit der UN, die mit Hilfe einer neuen Regierung in der Türkei erleichtert wurden, da die nun führende Partei AKP ihren Blick auch Richtung EU wand. Anfang 2004 folgte der Annan-Plan(Lösungsplan). Das Hauptziel war eine Konföderation. Unter anderem sollte 27% des Territoriums für den Norden sein, ein anderer Punkt war die Garantiemächte so zu lassen, wie sie vorher schon galten.

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Auf griechsicher Seite stimmten 24 % zu, auf türksicher sogar 64%. Aus griechischer Sicht sei der Plan zu pro-türkisch gewesen und die griechischen Zyprioten hofften auf bessere Verhältnisse durch ihre EU-Mitgliedschaft.

Seit 2008 regiert auf griechicher Seite Dimitris Chistofias, der zu politisch zu den Linken zählt, auf türkischer Seite stellt Mehmet Ali Talat die Regierung. Erstmal sind zwei moderate Politiker an der Macht, die nicht zu den Radikalen zählen; sie selbst behaupten sogar Freunde zu sein. Trotzdem gibt es bis heute hin immer noch keine Lösung des Konflikts.

5.Heutige “Grenzen”?

Heute stellt sich in dem Konflikt für die Inselbewohner die Identitästfrage: Ist man Grieche? Türke? Oder Zypriot?

Der Konflikt bewegt sich immer noch zwischen den Nationalismen, und zwar besser gesagt zwischen den rechten Partein. Dies bedeutet, dass nicht alle auf der Seite der jeweiligen Partei standen und sie so vertraten wie die Meinungen öffentlich waren.

Viele Linke der Türken, wie zum Beispiel die CTP waren und sind republikanisch türkisch und setzen ihren Schwerpunkt auf den geopolitischen Raum Zyperns. Dabei betonen sie die Gemeinsamkeit aller Bewohner und hegten immer den Wunsch eines gemeinsamen Staates und standen der Türkei kritisch gegenüber.

Es kam, nachdem 2003 die CTP an die Macht kam, zu zahlreichen Umschreiben der Geschichtsbücher, da es nicht mehr um ein Türkei-orientiertes Geschichtsmodell geht, sondern um ein Zypern-orientiertes. Es sollte zu einer Entstehung der nationalen Identität in Zypern kommen.

Somit stellt sich die Identitäsfrage im heutigen Konflikt sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene: Die Rechten bezeichnen sich immer noch als Türken oder Griechen, die Linken aber zunehmend als Zyprioten. Somit war Teil des Konflikts immer ein zugleich innerer, in der die nationale Rechte auf die Linke stoß. Sowohl die CTP als auch die AKEL, die griechische Linke, wurden gewaltätig angegriffen.

Wie zuvor genannt, sind nun erstmals zwei Linke an der Macht, die sich einer föderalen Lösung verpflichtet fühlen, wodurch es vielleicht endlich zu EINEM Zypern kommen kann und die Grenzen von früher durchbrochen werden können, obowhl die Mauer schon seit dem 3.April 2008 geöffnet ist.

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Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zypernkonflikt

http://de.wikipedia.org/wiki/Zypern

http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Zypern

http://www.bpb.de/suche/?all_search_action=search&all_search_text=zypern&OK.x=0&OK.y=0

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/cy.html